Brand im August
«Am Montag wollten wir den Vertrag unterschreiben»: Manager des «Bad Klus» erzählt vom gescheiterten Plan

Im August brannte der Dachstock des Restaurants Bad Klus in Oensingen ab. Pläne für den Wiederaufbau sind noch keine bekannt. Allerdings hoffen mehrere Parteien, dass der Betrieb wieder aufgenommen wird – darunter drei Geschäftspartner.

Sophie Deck
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Das Restaurant Bad Klus steht unter Denkmalschutz - das könnte den Wiederaufbau verkomplizieren.
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Ende August brannte der Dachstock des Restaurants ab. Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht.

Das Restaurant Bad Klus steht unter Denkmalschutz - das könnte den Wiederaufbau verkomplizieren.

Patrick Lüthy

Es ist nun knapp zwei Monate her, dass der Dachstock des Restaurants Bad Klus in Oensingen von Freitag auf Samstagnacht in Flammen stand. Die Löscharbeiten dauerten damals die ganze Nacht und beanspruchten die Oensinger sowie die Balsthaler Feuerwehr. Der Dachstock brannte aufgrund eines technischen Defekts vollständig ab.

Baustelle nach einem Brand im August 2021 beim Restaurant Bad Klus in Oensingen.

Baustelle nach einem Brand im August 2021 beim Restaurant Bad Klus in Oensingen.

Patrick Lüthy

Nun ist das Loch provisorisch mit einer Blache abgedeckt, der Wiederaufbau wurde noch nicht in Angriff genommen. Diesen zu organisieren, sei Aufgabe des Besitzers des Gebäudes, Thomas Bühler, so informiert Gemeindepräsident Fabian Gloor. Bühler habe bei der Gemeinde allerdings noch kein Baugesuch eingereicht.

Der Prozess des Wiederaufbaus würde eher kompliziert werden und länger dauern, erklärt Gloor weiter, da das Gebäude unter Denkmalschutz steht – unter der höchsten Stufe, die es auf kommunaler Ebene gibt.

«Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass das Dach wieder genau gleich aufgebaut werden muss oder dass die Fenster gleich angeordnet sein müssen»,

sagt der Gemeindepräsident. Generell dürfe nicht zu viel verändert werden. Abreissen sollte daher nicht in Frage kommen. Thomas Bühler selbst möchte sich nicht zu seinen Plänen äussern.

Drei Freunde, ein Restaurant und ein Plan

Stark von diesen Plänen betroffen wäre der bisherige Betreiber des «Bad Klus», Antonio Ramos. Er übernahm das Restaurant zwei Jahre vor dem Brand. Davor war er bereits vier Jahre dort als Koch tätig. Direkt nach dem Brand sagte er gegenüber dem Regionalsender Tele M1: «Die Situation wegen Corona war so hart. Ich habe immer geschaut, dass es weitergeht. Und jetzt das. Ich weiss nicht mehr, was tun.»

Ramos würde sich wünschen, dass das Restaurant wieder so aufgebaut wird, wie es vorher war und der Betrieb entsprechend weiterläuft, erklärt sein Stellvertreter Thomas von Arx, der im Auftrag der Firma AWA Management Olten momentan Ramos Angelegenheiten regelt.

Neben dieser Geschäftsbeziehung verbindet die beiden Männer aber auch noch eine jahrelange Freundschaft. Und ein Plan: Ramos und von Arx wohnen beide in Oensingen, wie auch Massimo Santucci, der das «Bad Klus» vor Ramos führte. Santucci unterstützte Ramos von Anfang an bei der Buchhaltung für das Restaurant, während von Arx sich im Auftrag der AWA um das Marketing kümmerte.

Als dann Ramos damalige Geschäftspartner ausstiegen, hatten die drei Männer eine Idee:

«Antonio stand alleine da, also beschlossen wir, ihn in unseren Bereichen, Buchhaltung und Vermarktung, zu unterstützen»,

erzählt von Arx. Die drei Männer wollten das Geschäft aufteilen, mit Ramos als Haupteigentümer mit 60 Prozent der Anteile. Je 20 Prozent hätten von Arx und Santucci übernommen. «Am Montag wollten wir den Vertrag unterschreiben», erzählt von Arx.

«Am Freitag davor brannte der Dachstock ab.»

Das könnte wohl ein schlechtes Zeichen für ihr Vorhaben sein, meint der Manager mit einem Hauch von Sarkasmus. Dennoch möchten die Freunde ihren Plan immer noch verwirklichen, wenn sie dazu die Möglichkeit erhalten:

«Momentan werden die Ausfälle noch von der Versicherung bezahlt. Aber das wird auch nicht ewig so weitergehen, also suchen wir nach Alternativen», erklärt von Arx. Und es könnte vielleicht zwei Jahre dauern, bis es das «Bad Klus» wieder gäbe. Wobei den dreien nicht einmal ganz klar ist, was Bühler mit dem Gebäude genau vorhat. «Die Entscheidung, wie das Gebäude weiter verwendet wird, liegt allein bei ihm», sagt von Arx.

Auch Gemeinde und Lastwagenfahrer hoffen

Neben den drei Männern bange auch die Gemeinde Oensingen auf eine Entscheidung:

«Das ‹Bad Klus› hat eine lange Geschichte. Der Verlust wäre für die Einwohner ein Stich ins Herz»,

sagt Gemeindepräsident Fabian Gloor. Auch er selbst wünsche sich, dass das Restaurant bestehen bleibt.

Und noch für eine weitere Gruppe wäre das Bestehen des Restaurants ein Anliegen: Lastwagenfahrer. Diese hätten bis anhin oft beim «Bad Klus» Halt gemacht, zumal kein anderes Restaurant in der Nähe einen Parkplatz hat, der für ihre Fahrzeuge gross genug ist, so Thomas von Arx.

Momentan würden einige Betreiber anderer Restaurants die Fahrer mit dem Auto vom «Bad Klus» Parkplatz abholen. Doch auch das sei keine optimale Lösung.

Es bleibt abzuwarten. Ob die Gemeinde ihr Restaurant, die Freunde ihr Geschäft und die Lastwagenfahrer ihren Rastplatz wiederbekommen werden, wird dann klar, wenn Thomas Bühler sein Baugesuch bei der Gemeinde einreicht.

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