Nach insgesamt 41 Jahren bei der Post, wovon die letzten sieben als Poststellenleiterin in Dulliken, tritt Ruth Kocher heute Dienstag in den Ruhestand. Aufgewachsen ist sie in Gränichen, wo sie auch die Schulen besuchte. Nach der obligatorischen Schulzeit begann die 64-Jährige die damalige Ausbildung als Betriebsassistentin bei der Post in Oberentfelden. Sie absolvierte im Rahmen ihrer Ausbildung auch ein Welschlandjahr und legte eine entsprechende Prüfung in Neuenburg ab. Es folgten Dienstjahre in Oberentfelden, Gränichen, Suhr und ein Jahr in Genf. Sogar in Samedan GR war sie drei Jahre lang tätig. Und dann immer wieder in Aarau.

Nicht immer für die Post tätig

Ruth Kocher war nicht immer für die Post tätig. Es folgten Unterbrücke, beispielsweise eineinhalb Jahre USA-Aufenthalt. Oder dann der Mutterschaftsurlaub, den die Mutter zweier erwachsener Kinder zwischen 1976 und 1990 in Anspruch nahm. Selbst in dieser Zeit aber war sie nicht untätig: Sie nahm in diesen Jahren diverse Posthalterablösungen in Rombach und Obererlinsbach wahr.

Endgültig ins Berufsleben kehrte sie 1990 zurück, zunächst in Schönenwerd, wo sie auch wohnt. 1994 kehrte sie zur Post Aarau zurück, wo sie ab Oktober 2001 als Personalverantwortliche der Poststelle Aarau 1, 3 und 4 gewählt wurde. 2007 dann wechselte sie nach Dulliken, wo sie seither als Poststellenleiterin tätig ist.

«Es waren schöne Jahre»

«Es waren schöne Jahre», erzählt sie. «Die schönste Arbeit war stets jene mit den Lernenden, dem Personal und den Kunden», findet sie. Etwas anspruchsvoll seien die diversen Umstellungen gewesen, mit denen sie in den insgesamt 41 Jahren in Diensten der Post konfrontiert worden sei; die Umstellung auf A- und B-Post beispielsweise oder auch auf die Prio- und Eco-Pakete. «Ich persönlich musste von da an ganz anders arbeiten und den Kopf noch mehr bei der Sache haben», erinnert sie sich, doch sie habe stets gerne bei der Post gearbeitet und die Anpassungen auch nachvollziehen und mittragen können. Und den Kundenkontakt habe sie stets sehr geschätzt, meint sie. Sie würde wohl dieselbe Laufbahn nochmals einschlagen.

Langweilig wird es ihr im neuen Lebensabschnitt nicht: Das Haus und der grosse Garten werden sie auf Trab halten. Und dann schätzt sie auch die Turnstunden mit ihren Kameradinnen beim Gränichen STV. Aber auch Töfffahrten, Skifahren und Biken unternimmt sie in ihrer Freizeit gerne. Dass Boris Amstutz zu ihrem Nachfolger gewählt worden ist, freut sie besonders, hat sie ihn doch in gemeinsamen Aarauer Zeiten kennen- und schätzen gelernt.

Mit der Region verwurzelt

Der 39-jährige Boris Amstutz ist mit der Region eng verwurzelt. Er wuchs in Däniken auf. Dort und in Gretzenbach besuchte er die Schulen, danach liess er sich in Aarau zum Briefträger ausbilden. Es folgten die Weiterbildung zum Betriebsbeamten und diverse weitere interne Ausbildungen, die bis heute andauern. Tätig war Amstutz in den bisherigen 23 Jahren in Dintikon AG, Olten und generell in der Region. Gearbeitet hat er als «Springer», wie er erzählt: Er sprang immer dort ein, wo Not am Mann war; bei Krankheitsfällen, Engpässen oder Poststellenablösungen. Vor fünf Jahren dann hat er zu Poststellen und Verkauf gewechselt.

«Als ich erfuhr, dass die Poststellenleitung in Dulliken frei wird, habe ich mich beworben und mich sehr gefreut, als ich gewählt wurde», bekennt Amstutz. Es sei immer sein Wunsch gewesen, in der Region für die Post arbeiten zu dürfen, weil er sich stark in seiner Wohngemeinde Däniken engagiere, so der Junggeselle. Dort ist er im Wahlbüro tätig. Hinzu kommt die Mitgliedschaft im Ski- und Snowboardclub sowie der Feuerwehr Däniken, und in der Freizeit fährt er ebenfalls gerne Motorrad oder hält sich gerne in der Natur auf, sei dies im Obstgarten oder beim Pilze suchen.

Amstutz wird in Dulliken auf ein bewährtes Team treffen, denn Monika Bolliger und die ehemalige Lehrtochter Niveetha Uthayakumar werden ihn bei seiner Tätigkeit auf der Poststelle ergänzen. Hinzu kommt noch die aktuelle Lehrtochter Raphaela Hug, die dem Dreierteam zur Seite stehen wird.