Egerkingen

Blüemlismattstrasse: Klappt es endlich im dritten Anlauf mit dem Ausbau?

Ab dieser Haarnadelkurve soll die Blüemlismattstrasse mit einer Asphaltschicht versehen werden. hr. Aeschbacher

Ab dieser Haarnadelkurve soll die Blüemlismattstrasse mit einer Asphaltschicht versehen werden. hr. Aeschbacher

Die letzten 270 Meter der Zufahrt zum Bergrestaurant Blüemlismatt oberhalb von Egerkingen sollen asphaltiert werden. Inzwischen ist sogar der Kanton mit dem Ausbau einverstanden. 2009 hatte er ein solches Gesuch aus gewässerschutztechnischen Gründen noch angelehnt.

Die Gemeinde Egerkingen unternimmt nach 2006 und 2009 den mittlerweile dritten Versuch, um den obersten Teil der etwa zwei Kilometer langen Zufahrtsstrasse zum Restaurant Blüemlismatt zu asphaltieren. Im aktuellen Baugesuch geht es um die letzten 270 Meter der Blüemlismattstrasse vor dem gleichnamigen Restaurant. Besonders gefährlich und unfallträchtig sind in diesem Abschnitt die Spurrillen, die sich nach Regenfällen in der teils sehr steilen Strasse im Mergelbelag immer wieder bilden.

«Mit dem Ausbau wollen wir einerseits die Unfallgefahr reduzieren und andererseits den Winterdienst gewährleisten», erklärt Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi auf Anfrage. Beides sei nötig, um die Zufahrt zum Restaurant Blüemlismatt sicherzustellen. Der Kanton, der sich 2009 aus gewässerschutztechnischen Gründen gegen eine Asphaltierung der Strasse ausgesprochen habe, sei nun mit dem Ausbau einverstanden. Auch in Bezug auf die Zonenkonformität herrsche nun Einigkeit, führt Bartholdi weiter aus. Die Strasse werde nun als Erschliessungsstrasse anerkannt, obwohl sie im Erschliessungsplan der Gemeinde noch keinen Eingang gefunden habe. «Wir haben versprochen, das so bald als möglich nachzuholen.»

«Notwendige Sofortmassnahme»

Die Gemeindepräsidentin hofft, dass das derzeit aufliegende Baugesuch möglichst bald bewilligt werden kann, zumal sich die Blüemlismattstrasse derzeit wieder in einem sehr schlechten Zustand präsentiere. «Wir hoffen, dass die Arbeiten als Sofortmassnahme noch vor Einbruch des vor der Tür stehenden Winters in Angriff genommen und beendet werden können», so Bartholdi. Die Kosten für das 270 Meter lange Strassenstück belaufen sich auf 80 000 Franken.

Diese Eischätzung in Bezug auf den Zustand der Strasse wird auch vom Kanton geteilt, wie Rainer Hug vom Amt für Umwelt (AFU), Abteilung Gewässerschutz, auf Anfrage bestätigt. Inzwischen geht das AFU auch davon aus, dass der Ausbau Blüemlismattstrasse keine Gefahr mehr für die in der Nähe befindliche Quelle «Flüehmatt» darstellt, welche von der Gemeinde für die Trinkwasserversorgung genutzt wird. 2009 hatte der Kanton noch erklärt, dass die Strasse nur ausgebaut werden dürfe, wenn das Strassenabwasser generell und speziell die im Asphalt enthaltenen polyzyklischen, aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und Phenole mittels einer Entwässerung aus der Grundwasserschutzzone abgeleitet würden. Inzwischen sind die Richtlinien für Schutzzonen neu definiert worden, wie Hug erwähnt. Seit 2011 ist es in der Schutzzone S3, in welcher sich auch besagter Abschnitt der Blüemlismattstrasse befindet, erlaubt, eine Strasse zu asphaltieren, ohne dass damit einhergehend zwingend eine Entwässerung eingebaut werden muss. «Diese ist nun über die Schulter möglich, also über den Belag der Strasse», führt Hug dazu aus. Ein wichtiges Bewilligungskriterum sei allerdings, dass die Strasse nicht stark befahren sei. Die Gefahr für die Natur durch aus dem Asphalt ausgewaschene Giftstoffe hält Hug für vernachlässigbar. Der Waldboden absorbiere solche Schadstoffe.

Mergel-Zement-Mischung versagte

«Blüemlismatt»-Wirt Markus Studer ist guter Dinge, dass die Zufahrt zu seinem Restaurant für seine Gäste schon bald kein Spiessrutenlauf mehr sein wird. Kritisch sei es vor allem bei Nässe oder im Winter, wenn sich auf der Strasse Schlamm bilde, der die Autos der Gäste völlig verdrecke. «Einige kommen deswegen nicht mehr zu uns», sagt Studer, der schon seit 20 Jahren auf dem Berg wirtet. Eine Alternative zum vorgesehenen Asphalt sieht Studer nicht. Versuche mit einer Mischung aus Mergel und Zement hätten sich nicht bewährt. «Schon im ersten Jahr brach der Belag auseinander.» Markus Thommen, Bereichsleiter Bau, bestätigt diese Beobachtungen. Warum dieser Belag nicht standgehalten habe, sei unklar. «Vielleicht hatte es zu viele Schmutzpartikel im Mergel», mutmasst Thommen. Studer hofft, dass nun eine langfristige Lösung realisiert werden kann, damit es ihm auch künftig Freude bereite, auf der «Blüemlismatt» seine Gäste zu verwöhnen.

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