Neuendorf
Blasmusikverband nimmt Nachhilfeunterricht in Parademusik

Der Blasmusikverband Thal-Gäu-Olten-Gösgen liess sich vom Militärmusik-Instruktor Tipps und Tricks geben, wie sich die Parademusik erfolgreich vorführen lässt. Hintergrund dafür, sind Veränderungen in dem Reglement zur Marschmusik.

Charlie Schmid
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Mit Tambourmajorstock: Dirigenten und Orchester beim Üben.

Mit Tambourmajorstock: Dirigenten und Orchester beim Üben.

Zur Verfügung gestellt

Instruiert wurden die Dirigenten und die Orchester in der Dorfhalle in Neuendorf von Militärmusik-Instruktor Philipp Rütsche, der in amüsanter Weise viele Tipps und Tricks verriet, wie die Marschmusik garantiert gelingt.

Hintergrund für diesen Workshop sind die Juryreglemente in der Disziplin Marschmusik, welche in jüngster Zeit einem regen Wandel unterliegen. So wird beispielsweise heutzutage von Parade- statt Marschmusik gesprochen, um der verstärkten Gewichtung der optischen Bewertungskriterien Rechnung zu tragen. Noch 40 Prozent wird der musikalische Anteil an der Gesamtnote am nächsten Eidgenössischen Musikfest 2016 in Montreux betragen.

Tambourmajorstock im Trend

Eine weitere Änderung ist ferner, dass die Schweizer Eigenheit der Trillerpfeife zur Signalgebung zunehmend vom Tambourmajorstock abgelöst wird. So versuchte sich denn auch ein gutes Dutzend Dirigenten und Interessierte aus allen Kantonsteilen an der theoretischen und praktischen Arbeit mit dem neuen Werkzeug.

«Es ist Dirigenten zwar nach wie vor erlaubt, eine Pfeife zu verwenden. Aber optisch wertet der Tambourmajorstock die Marschmusik massiv auf», versuchte Rütsche den Anwesenden die anfängliche Skepsis zu nehmen.

Im zweiten Teil stiess ein Ad-hoc-Orchester mit freiwilligen Musikanten aus dem Gäu und dem Niederamt zu den Kursteilnehmern in die Dorfhalle Neuendorf. Den extra angereisten Stadtsolothurner Tambouren schenkte Instruktor Rütsche besonders viel Aufmerksamkeit.

«Lasst sie nicht immer den Ordonnanzmarsch Nr. 2 spielen. Versucht, die ersten Takte kreativer zu gestalten», hielt er die Dirigenten an. Apropos Marschauswahl: Hier zeigte Rütsche die Top 20 der meistgespielten Märsche vom letzten Eidgenössischen Musikfest. Die an diesem Tag aufgeführten «Gruss an Bern» und «San Carlo» waren wenig überraschend auch dabei und gehören zu den gut klingenden Schweizer Strassenmärschen.

«Schrittlänge beachten» und «Tempo halten» waren zwei Begriffe, die besonders oft fielen. Rütsche zeigte mit den Orchester Übungen, wie den Musikanten die richtige Schrittlänge und ein ruhiges Tempo eingeimpft werden kann.

«75 Zentimeter Schrittlänge und ein Tempo von 104 Schlägen pro Minute sind ideal», wusste Philipp Rütsche zu berichten. Danach durften sich die Dirigenten mit ihren Tambourmajorstöcken am «lebenden Objekt» versuchen.

Erst noch etwas zaghaft, zahlten sich die Übungseinheiten bald aus. Dabei wurde offensichtlich, dass für ein unfallfreies Gelingen eine klare Zeichengebung des Chefs unabdingbar ist. Die Früchte dieses Workshops wird der eine oder andere Musikverein sicherlich schon am nächsten Musikfest ernten können.