Schönenwerd
Bis zum 100-Jahr-Jubiläum im Jahr 2019 soll im Kosthaus alles fertig sein

Vor geladenen Gästen im Kosthaus erläuterten Eigentümer Martin Eitelbuss und Geschäftsführer Martin Plüss Ideen für die unmittelbare und mittelbare Zukunft des Gebäudes. Gemeindepräsident Peter Hodel hofft auf den Beginn einer neuen Zeitrechnung.

Beat Wyttenbach
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Das Bild vermittelt einen Eindruck von den Räumlichkeiten im Parterre.

Das Bild vermittelt einen Eindruck von den Räumlichkeiten im Parterre.

Bruno Kissling

Rund 200 geladene Gäste waren am Montagabend im Ballyhouse, dem ehemaligen Kosthaus, erschienen und machten vom Angebot der freien Besichtigung Gebrauch. Diese zeigte, dass die Räumlichkeiten im Parterre schön hergerichtet worden waren, was einige Unternehmen nutzten, ihre Stände zu präsentieren.

Der ganze erste Stock erwies sich aber noch als eine einzige Baustelle. Eigentümer Martin Eitelbuss begrüsste die Anwesenden und liess sie an seinen Gedankengängen teilhaben, was an Nutzung so alles möglich sein könnte.

«Auf Vordermann gebracht»

Eitelbuss erklärte, dass seine Unternehmergruppe das Gebäude samt entsprechendem Anteil am Bally-Park vor mehr als einem Jahr erworben habe. Während des letzten Jahres habe man alles versucht, um das Kosthaus wieder auf Vordermann zu bringen. Man habe Abfall entsorgt, Rückbauten durchgeführt «und fast alle alten Sünden bereinigen können». In einer Übergangsnutzung werde man nebst den Veranstaltungen im Erdgeschoss und im Garten auch im ersten Obergeschoss Büroräume bereitstellen sowie ein eigenes Projektbüro einrichten.

Gemeindepräsident Peter Hodel, Geschäftsführer Martin Lüscher und Eigentümer Martin Eitelbuss (von links) waren die Referenten.

Gemeindepräsident Peter Hodel, Geschäftsführer Martin Lüscher und Eigentümer Martin Eitelbuss (von links) waren die Referenten.

Bruno Kissling

Derzeit arbeite die Gruppe an entsprechenden Bauprojekten, und gleichzeitig werde man in Absprache mit der Gemeinde ein Parkplatzkonzept erstellen, das Raum für bis zu 200 Parkplätze schaffen soll.

Als Ideen für künftige Nutzungen nannte er neue Museumsbauten mit Gastronomie, Räume für die Ballyana-Stiftung, Büroflächen für eine internationale Schule, Wohnungen am Park und an der Aare, Hotelideen mit einem Spa im Untergeschoss oder eventuell ein Reha-Zentrum, eine internationale Galerie mit Parkanschluss oder einen Schiffsanlegesteg beim Ballypark. Es sei Ziel, laufend zu informieren und die Planungsschritte mit den Behörden abzusprechen. «Wir hoffen, dass wir zum 100-jährigen Jubiläum des Kosthauses im Jahr 2019 alles fertigstellen und mithelfen können, den Namen Bally wieder in die weite Welt hinauszutragen», schloss Eitelbuss seine Ausführungen..

«Stilvolle Events durchführen»

Geschäftsführer Martin Lüscher von der Lifestyle adventure GmbH, Schönenwerd, erklärte anschliessend, man wolle das Kosthaus in der Übergangszeit nutzen, um «stilvolle Events durchzuführen, die über die Kantonsgrenze hinaus das Publikum ansprechen». Das Kosthaus solle «ein nationaler Treffpunkt für Industrie, Wirtschaft, Kultur, Tourismus und auch Privatpersonen werden». Dabei sollen auch die umliegenden Sehenswürdigkeiten wie das Bally-Schuhmuseum, das Gugelmann-Museum, das Ballyana-Museum, das Bally-Schlösschen, der Ballypark oder der buddhistische Tempel in Gretzenbach mit einbezogen werden. Auch wolle man von den Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe profitieren.

Auch Themenabende, Konzerte, Kunstausstellungen oder Vorträge seien denkbar, so Lüscher. «Was nicht in Frage kommt, sind öffentliche Partys und Discos». Er meinte: «Wenn es uns gelingt, die Ballyhouse-Geschichte weiterzuführen, nur zufriedene Gäste und begeisterte Mitarbeiter zu haben, ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn zu pflegen und die Eigentümer überzeugen zu können, dass wir das richtige machen, dann haben wir unser Ziel erreicht».

«Das Haus könnte viel erzählen»

Schönenwerds Gemeindepräsident Peter Hodel liess die Anwesenden an seinen persönlichen Erinnerungen an das Kosthaus teilhaben und meinte zusammenfassend: «Das Haus könnte viel erzählen, denn es hat viele Leute kommen und gehen sehen». Seit seiner Schliessung diene es nur noch als «Torfunktion» für den Bally-Park, und seine Zukunft sei ungewiss gewesen. «Viele Nutzungsideen, teils realistische, teils Träumereien, wollten dem Haus neues Leben geben», erzählte er.

Leider habe das Kosthaus dann einen Eigentümer erhalten, «welcher weder mit der Geschichte noch mit der Zukunft des Gebäudes umgehen konnte». Die Seele des Hauses sei fast zerstört worden, und nur der Konkurs jener Eigentümerschaft habe das Haus vor der vollständigen inneren Zerstörung gerettet.

Mit der neuen Eigentümerschaft stünden die Gemeinde und die ganze Region, welche sich sehr um das Kosthaus gesorgt hätten, am Anfang einer neuen Zeitrechnung. Er zeigte sich überzeugt davon, dass die neuen Eigentümer mit der Geschichte des Hauses umgehen könnten und wüssten, welchen Umgang das Haus verdiene. «Ich freue mich, dass dem Kosthaus wieder angemessenes Leben eingehaucht wird», bekannte Hodel. Wenn dies mit gut überlegtem Handeln gelinge, werde die Bevölkerung Martin Eitelbuss und seinen Mitstreitern «grosse Dankbarkeit entgegenbringen». Er wünschte ihnen «viel Erfolg beim Engagement für einen markanten und prächtigen Zeitzeugen unserer grossartigen Dorfgeschichte». – Im Anschluss konnten sich die Anwesenden am reichhaltigen «Apéro riche» gütlich tun und den Anlass sanft ausklingen lassen.