Im vergangenen Sommer übernahm die Hochdorf Swiss Nutrition AG in Hochdorf die Bimbosan AG in Welschenrohr. Die Überraschung war gross und damit natürlich auch die Befürchtung, der Kindernahrungsmittelproduzent könnte über kurz oder lang das Thal verlassen.

Bimbosan kam 1983 im Zuge der damaligen Wirtschaftsförderungsmassnahmen nach der Uhrenkrise nach Welschenrohr. Der damalige Firmeninhaber, Anton Hosang profitierte von unschlagbaren fiskalen Bedingungen und erweiterte in den kommenden Jahren die Produktion seiner Produkte stetig. Ebenso wurden mehrere An- und Umbauten auf dem Firmengelände realisiert. 22 Mitarbeiter finden auch heute noch im grössten Unternehmen in Welschenrohr eine Arbeit. Und das soll auch noch bis auf weiteres so bleiben.

Die Gerüchteküche

Trotz Gerüchten. Denn immer öfter war in den vergangenen Monaten in der Region zu vernehmen, dass sich die Hochdorf-Gruppe mit Bimbosan aus dem Thal verabschieden wolle. «Wir kennen die Gerüchte, und die hören wohl auch nie ganz auf», sagt dazu der Firmensprecher der Hochdorf-Gruppe Christoph Hug. «Natürlich ist in der Wirtschaft immer alles möglich, doch im Moment haben wir ganz klar keine Absichten, den Standort Welschenrohr zu verlassen.»

Es sei grundsätzlich so, dass sich seit Sommer 2018 an der Situation nichts geändert habe, denn damals hiess es: «Der Standort Welschenrohr bleibt erhalten». Hug präzisiert: «Die Synergien zwischen Hochdorf und Bimbosan bestehen vor allem in den Märkten. Diese werden für die Internationalisierung der Marke Bimbosan und die engere Zusammenarbeit genutzt.»

«Alles bleibt unverändert»

Und weiter erklärt Mediensprecher Hug: «Am bisherigen Setup wird nichts verändert: Marketing, Kommunikation, Produktion und Verpackung für Bimbosan – alles bleibt unverändert in Welschenrohr». Vor allem auch, weil im Thal konkurrenzfähig produziert werde.
Bimbosan sei zwar eine 100-prozentige Tochter der Hochdorf-Gruppe, bleibe jedoch weitestgehend eigenständig tätig und dies am Standort Welschenrohr. «Von Welschenrohr aus wird das Schweizer Geschäft weitergeführt, welches für uns zunehmend wichtig ist.»

Man wolle die Marke sowieso in der Schweiz wieder verstärkt bewerben, um im Inland zu wachsen. «Dafür ist natürlich der Swiss-Approach sehr wichtig. Das macht das Produkt glaubwürdig.»

Das internationale Bimbosan-Geschäft werde jedoch vom Standort Hochdorf aus organisiert, dies in enger Zusammenarbeit mit Bimbosan Welschenrohr, erklärt Hug. Das mache Sinn, denn: «International gelten ganz andere – und von Land zu Land – unterschiedliche Regeln für die Babynahrung.»

Nachteil Thal?

Die Frage, ob denn nicht der Standort Welschenrohr, hinten im Thal, problematisch für eine rentable Belieferung der Produkte in der Schweiz sei, beantwortet Hug folgendermassen: «Beim Kauf der Firma haben wir uns den Standort und die Gebäude gut angeschaut und wir waren uns der möglichen Problematik bewusst. Allerdings kann man auf die Verkehrslage im Thal reagieren, indem man clevere LKW-Fahrten realisiert und Stau versucht zu vermeiden.» Zudem: «In fast allen Regionen der Schweiz muss man heute mit Stauverkehr rechnen. Das ist kein Argument, von Welschenrohr weg zu ziehen».

«Warten wir mal ab»

Welschenrohrs Gemeindepräsident Stefan Schneider auf die Gerüchte um die Bimbosan angesprochen, erklärt, er habe ebenfalls schon davon gehört, dass die Firma das Thal verlassen wolle. Es sei ja dann erfreulich, wenn dies nicht so ist. Allerdings bleibt er in seiner Einschätzung etwas zurückhaltend, denn er sagt: «Warten wir mal ab.»