Härkingen
Bildhauer lässt einen Blick in eigenwillige Welten zu

Der gebürtige Kappeler Paul Wyss eröffnet die Ausstellungssaison in der Alten Kirche Härkingen. Der Maler und Bildhauer präsentiert faszinierende Werke.

Madeleine Schüpfer
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Der Künstler Paul Wyss aus Kappel/Olten mit einer seiner Skulpturenim Garten der Alten Kirche in Härkingen.

Der Künstler Paul Wyss aus Kappel/Olten mit einer seiner Skulpturenim Garten der Alten Kirche in Härkingen.

HR Aeschbacher

Paul Wyss, Maler und Bildhauer, hat sich mit seinen Arbeiten weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Die Bildhauerei, seine Köpfe und Figuren, seine abstrakten Kompositionen stehen in der letzten Zeit in seinem Schaffen im Vordergrund.

So präsentiert er im Garten der Alten Kirche, der einmal ein Friedhof war, seinen Bronzekopf Abraham auf einem Holzpodest. Zahlreiche solcher Köpfe hat er geschaffen, sie sind voller Faszinationen, verfremdet, abstrahiert, sodass etwas Mystisches und Geheimnisvolles ihnen anhaftet. Auch seine anderen Arbeiten begeistern durch die klare, sachliche formale Gestaltung, die nichts ausformuliert und bewusst vieles offenlässt.

Vieles nur angedeutet

Der gebürtige Kappeler Paul Wyss arbeitet in Gips, schleift, modelliert, formt und lässt dann seine Arbeiten in Bronze giessen. Oft schafft er zusätzliche Spannungselemente mit seiner Neusilberglasur, die er stellenweise anbringt. Es ist dies ein aufwendiger Prozess, aber dies begeistert ihn, weil er bei jeder neuen Skulptur auf eine ganz andere Art herausgefordert wird. Formen löst er oft auf, sodass man als Betrachter in höchst eigenwillige Welten eintaucht, immer geprägt von viel innerer Schönheit, oft von Stille und Poesie, manchmal auch von Wehmut und Schmerz, von Leidenschaftlichkeit und Geheimnis.

Seine Gesichter faszinieren auf eine tiefe Art, Augen und Nase sind sanft angedeutet. Erstaunlich ist die Leichtigkeit der Bewegungen, die er in seinen tänzerischen Figuren zum Ausdruck bringt. Einige Modelle stehen noch im Atelier am Born, so wie der «Feuertanz» voll dramatischer Kraft, der noch auf seine Vollendung wartet.

Was ihn fasziniert

«Die Bildhauerei hat etwas Reizvolles an sich, weil man beim Arbeiten völlig mitgenommen wird, nicht nur in den künstlerischen Ablauf, sondern auch in einen handwerklichen, der voller Magie ist. Beim Gestalten und Modellieren kann man Feinheiten herausholen, verändern und markante Zeichen setzen.» Faszinierend ist, wenn Skulpturen in Bronze ein Stück Leichtigkeit erhalten, das Tänzerische greifbar signalisieren.

Dies Skulpturen, vor allem auch die grosse mit dem Titel «Aufbruch» sind ein spannender Einstieg in seine künstlerische Arbeit. Mit einem leisen Lächeln meint er: «Das Schönste ist, dass man beim Arbeiten die Welt um sich vergisst und doch in einer unglaublichen Präsenz aktiv ist, so als gäbe es nichts anderes als diesen Kopf, diesen Körper, diese Bewegung und immer die Sehnsucht, etwas zu realisieren, das schon längere Zeit in einem schlummert.»

Eine grössere Ausstellung von Paul Wyss im Innern der Kirche folgt vom 6. bis 22. November.

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