Es sind die Malerin Rosmarie Gehringer aus Basel und die Holzbildhauerin Marianne Flück-Derendinger, wohnhaft in Wangen an der Aare und in Olten geboren. Augenblicklich wird der Besucher von diesen Bildern und Skulpturen gefangen genommen und taucht ein in diese Atmosphäre aus Bild und Objekt.

Rosmarie Gehringers farbintensive, bewegte Bilder sprechen von Verwandlung und Metamorphose. Im Chorraum steht der Gedanke der Metamorphose im Mittelpunkt. Grandios ist das Bild in dunkelgelb-blauen Farbgebungen, leichte Andeutungen von einem Dreieck, Verwischtes und Schattenhaftes erzählen von solchen Zusammenhängen.

Zwei Elemente – eine Aussage

Links und rechts entdeckt man Bilder, die in der Farbgebung mit diesen Arbeiten spielen. Ein paar grosse, die viel Raum freigeben, so als schaute man in eine weite Landschaft hinein, Himmel, Berge, vorgelagerte Ebenen, oder einfach nur Ebene, geheimnisvoll verhangen. In den kleineren Arbeiten auf der rechten Wand geht man als Betrachter auf eine persönliche Reise, entdeckt grafische, geometrische Ansätze, aber auch organisch Gewachsenes, oder nur Ebenen in wundersamen Lichtmarkierungen.

Im Hauptraum hängen die Diptychon-Arbeiten, fotografische Aufnahmen, die die Künstlerin gemacht hat, und sie analog zu ihren malerischen Bildaussagen kombiniert. Das Spannende ist, dass die beiden Elemente in einander hineingehen, zu einer Bildaussage werden und doch in zarten Schattierungen ihr Eigenleben signalisieren. «Verwandlung» ist hier das Thema, und man spürt diese Verwandlungen, dieses Spiel mit momentanen Befindlichkeiten, mit Kamera, Fotobild und die malerische Ergänzung.

Es ist erstaunlich, wie stark diese Bilder in ihrer Aussage sind, manchmal treten einzelne Elemente wie das Scharnier einer Türe dreidimensional heraus – natürlich eine Augentäuschung. Auch ihre Druckgrafiken verraten das Talent der Künstlerin, die sich in diesem Bereich ausserordentlich sicher fühlt.

Einer Krönung gleich

In diesen ausgestellten Bildern einer Krönung gleich entdeckt man die Holzskulpturen von Marianne Flück-Derendinger, die eine der bekanntesten Holzbildhauerinnen in der Schweiz ist. Viele ihrer Skulpturen sind im öffentlichen Besitz und zum Teil im freien Raum, in der Natur ausgestellt.

In Härkingen zeigt sie mittlere bis kleinere Skulpturen, die vom Leben erzählen, von der Frau, von Mutter und Kind, bald von anderen Kulturen geprägt, aber immer ist es das Reduzierte, Archaische, das sie beinhalten, das mystisch verzaubert und einen nicht mehr loslässt. Formen, die mit nichts vergleichbar sind, die sich aus sich heraus ereignen oder eben in der Vorstellung, in der Kreativität dieser Künstlerin, die für ihre Arbeit atmet und lebt.

Mutter und Kind, welche Zärtlichkeit steckt in diesem Thema, in diesen Figuren. Das Kind ist aufgehoben in den angedeuteten Armen, übergrossen Händen der Mutter, kann sich sicher fühlen. Oder man erkennt Frauen, geprägt von einer afrikanischen Reise, die ihre Kinder auf dem Körper tragen, die Gesichter heraus geschaffen, Mund und Augen, Glieder und Hände wie riesige Flügel, die Schutz geben und alles abwenden, was sich störend dazwischenstellt.

Zusätzliches Leben durch Namen

Wir entdecken auch Frauenfiguren wie Sumi, klein, weiss bemalt mit pinkfarbener Lippe, aber auch Olga, in sich gekehrt oder die rote Serena, Therese und die kleine tänzerische Isabella, alles Figuren, die durch diese Namen zusätzlich Leben bekommen und fühlbar machen, dass sie immer mit dem Frausein zu tun haben. Oft werden sie angemalt, rot, blautürkisgrün oder kombiniert, immer sehr klar und reduziert. Marianne Flück-Derendinger besitzt eine einmalige Begabung, in eigenwilligen Urformen ihren Themen auf den Grund zu gehen. Ihre Eigenständigkeit zeichnet ihr ganzes Leben aus, weil für sie nie etwas so ist, wie es hätte sein können, sondern immer anders.

Öffnungszeiten Bis 23. Februar; Fr 19 bis 21 Uhr, Sa/So 14 bis 18 Uhr; Alte Kirche Härkingen.