Man pflegte den Jahresrhythmus in den beiden Vereinen weiter, ohne nennenswerte fachliche oder strukturelle Investitionen zu tätigen. Der Bienenzuchtverein Hinterthal umfasste die Gemeinden Gänsbrunnen, Welschenrohr, Herbetswil, Aedermannsdorf, Matzendorf und Laupersdorf, der Bienenzuchtverein Neu-Falkenstein Mümliswil-Ramiswil, Holderbank und Balsthal. Doch seit kurzem ist es so weit: Die Vereine Hinterthal und Neu-Falkenstein haben die Auflösung beschlossen. Daraus hervorgegangen ist ein einziger Bienenzuchtverein im Naturpark Thal: der Verein Bienen Thal.

Auf einmal ohne Präsident

Die Wende wurde in jüngster Vergangenheit dadurch eingeleitet, dass die beiden Vereine unvermutet ohne offizielles Präsidium da standen. Sie wurden durch Präsidenten ad interim geführt. Zudem waren die Gemeinden des Bezirks Thal politisch und wirtschaftlich näher zusammengerückt, um die aktuellen Probleme gemeinsam anzugehen. Durch die Verleihung des Labels Naturpark Thal wurde die geografische Einheit der neun Thaler Gemeinden verstärkt. So machten sich denn die beiden Vereinsvorstände im letzten Vereinsjahr daran, Statuten zu formulieren, Vereinsvermögen abzugleichen, die neue Leitung zu formieren und auch die letzten Skeptiker ins Boot zu holen.

Getrennt trafen sich am 6. Februar 2015 die beiden Vereine im Restaurant Burg in der Klus und lösten sich an ihrer letzten Generalversammlung auf: BZV Hinterthal an seiner 96. GV, der BZV Neu-Falkenstein an seiner 71. GV. Anschliessend traf man sich gemeinsam zur Gründungsversammlung, geleitet vom Präsidenten des Kantonal Solothurnischen Bienenzüchterverbands, Max Tschumi. Einstimmig wurden die Statuten die Zusammenführung der Kassen genehmigt. Eine überragende Mehrheit einigte sich auf den Vereinsnamen Bienen Thal. Dieser Name soll auch jene Menschen zu einem Vereinsbeitritt einladen, die nicht aktiv Bienen halten, sich aber für die Erhaltung unsere Honigbiene engagieren wollen. Aktuell haben sich 79 Mitglieder bei Bienen Thal eingeschrieben.

Andreas von Burg übernimmt

Der Vorstand konnte bis auf den Posten des Vizepräsidenten komplett gewählt werden, dieser bleibt vorerst «in spe» besetzt. Marianne Zeltner, Oberbuchsiten, ist zuständige Inspektorin. Am frisch gewählten Präsident von Bienen Thal, Andreas von Burg, lag es anschliessend, die Sitzungsleitung zu übernehmen. Er stellte das Jahresprogramm vor mit folgenden Schwerpunkten: der fachliche und informelle Austausch unter den Mitgliedern, die gemeinsame Weiterbildung, der engere Kontakt mit den politische Behörden und die Öffentlichkeitsarbeit. Das Feiern des 20-Jahr-Jubiläums der Belegstation im Lobisey soll auch seine Bedeutung erhalten. Marcel Strub, Leiter der Fachstelle Bienen des Kantons Solothurn, wünschte den Mitgliedern andauernde fachliche Neugierde in einer Zeit der zahlreichen Bedrohungsarten der Honigbiene.

Mittlerweile gibt es Bienen Thal schon seit 100 Tagen. Erfolgreich konnte sich der Verein an der Gewerbeschau Thal anfangs Mai den zahlreichen Besuchern präsentieren. Ein Konzept für das Einholen von Bienenschwärmen wurde der Schutzbehörde und den politischen Behörden dargelegt. Leider grassiert aktuell die Sauerbrut im Thal, was das Töten von befallenen Bienenvölkern bedingt und den Transport von gesunden einschränkt. Dem günstigen Wetterverlauf zufolge, konnten in diesem Frühling schon beträchtlich die Honigwaben gefüllt werden, was den Imker wiederum für seinen Aufwand ein wenig entschädigen mag. (abb)