Wie in anderen Gemeinden steht auch in Niederbuchsiten die Revision der Ortsplanung an. In der Tat ist bei den Zonen- und Erschliessungsplänen einiges zu aktualisieren, sagte Gemeindepräsident Markus Zeltner bei der Begrüssung des Informationsabends. «Unser Ziel ist, das ganze Verfahren im Laufe des Jahres 2020 abzuschliessen».

An der Informationsveranstaltung wurde der Bevölkerung über die Phasen der Planung und die Möglichkeiten zu frühzeitigen Mitwirkung aufgezeigt. Dass tatsächlich ein grosses Interesse an der zukünftigen Entwicklung des Dorfes vorhanden ist, demonstrierten die 50 Einwohnerinnen und Einwohner, die sich zur Veranstaltung einfanden.

Eine vorbereitende kommunale Arbeitsgruppe und ein interdisziplinäres Team aus Planern, Architekten, Verkehrs- und Umweltfachleuten sowie dem kantonalen Amt für Raumplanung sind inzwischen konstituiert. Die Kompetenz, Planungsentscheide zu treffen und Einsprachen zu behandeln, liegt aber bei der Exekutive, dem Gemeinderat von Niederbuchsiten.

Siedlung soll nach Innen statt Aussen wachsen

Als erste Grundlage dient das Räumliche Leitbild für Niederbuchsiten. Dieses ist aber nicht mehr taufrisch, es wurde bereits 2012 durch die Gemeindeversammlung beschlossen. Seither haben die gesetzlichen Vorgaben geändert.

Das Eidgenössische Raumplanungsgesetz von 2014 verlangt einen haushälterischen Umgang mit dem Boden, eine Verdichtung mit Qualität nach Innen, statt ein stetes Wachsen der Siedlungen nach Aussen. Die Gemeinden sind auch gefordert, die Planung untereinander abzustimmen. Massgebend ist zudem der Kantonale Richtplan vom Oktober 2018.

Über den weiteren Weg der Ortsplanungsrevision informierte Thomas Ledermann vom Planungsbüro BSB + Partner. Formell gilt es, den Bauzonenplan, den Gesamtplan sowie die Erschiessungspläne samt den dazugehörenden Reglementen anzuwenden. Inhaltlich gilt es, die Siedlungsstrategie zu entwickeln und umzusetzen.

So verfügt Niederbuchsiten über einen hohen Anteil an Bauzonen, welche noch unbebaut sind. Diese könnten, falls Bedarf besteht, aufgezont werden, indem man statt eine zweigeschossige eine dreigeschossige Bauweise zulässt. Ob es zusätzliche Einzonungen braucht, ist zu prüfen. Zu überlegen ist auch, ob Areale in der Landwirtschaftszone, welche als Reserve vorgemerkt sind, aus diesem Status zu entlassen.

Bevölkerung wächst stetig

Eine wichtige Frage ist des Weiteren auch die zukünftige Bevölkerungsentwicklung, auf welche sich die Ortsplanung ausrichten soll. Das 2012 beschlossene räumliche Leitbild postulierte ein moderates Wachstum der Zahl der Dorfbewohner von einem Prozent pro Jahr.

Dies entspricht momentan einem Zuwachs von jährlich etwa zehn Personen. Auf dieser Basis ergab sich die Zielgrösse von 1200 Einwohnern im Jahre 2035 für die Gemeinde. Nach der starken Bautätigkeit in den letzten drei Jahren wohnen aktuell 1160 Personen im Ort; die Zahl von 1200 ist also demnächst erreicht, also über 15 Jahre vor dem eigentlichen Ziel.

Bis in die zweite Hälfte des Jahres 2019 sollten die Grundlagen der Ortsplanungsrevision erarbeitet sein und die Pläne aufliegen. Sowohl Gemeindepräsident Zeltner als auch Ruedi Kissling als Präsident der Planungskommission riefen dazu auf, Anregungen oder Bedenken frühzeitig einzubringen und sich an der Mitwirkung zu beteiligen.