Oensingen
Betrieb an zwei Standorten ist zu kompliziert für die Sozialregion Thal-Gäu

Als die Sozialregion Thal-Gäu startete, wollte vielen nicht einleuchten, wozu zwei Standorte gut sein sollen. Nun wollen die Verantwortlichen dies korrigieren und die Institution auf einen Standort in Oensingen konzentrieren.

Alois Winiger
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Die beiden Standorte der Sozialregion Thal-Gäu: Im Gemeindehaus in Balsthal (links) sind die einen Büros untergebracht und im Gemeindehaus von Härkingen (rechts) ist der andere Teil der Büros eingerichtet worden.

Die beiden Standorte der Sozialregion Thal-Gäu: Im Gemeindehaus in Balsthal (links) sind die einen Büros untergebracht und im Gemeindehaus von Härkingen (rechts) ist der andere Teil der Büros eingerichtet worden.

bko

Die Betriebsabläufe der Sozialregion Thal-Gäu könnten viel effizienter gestaltet werden, wenn die Institution nicht zwei Standorte hätte, sondern an einem Standort zusammengefasst wäre, nämlich in Oensingen.

Das wurde so erwähnt an der Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Sozialregion von vergangener Woche vom Präsidenten Kurt Bloch und dem Geschäftsführer Charly Pichler (wir berichteten). Betont wurde dabei, das Echo in den Gemeinderäten des Zweckverbandes sei ermutigend. Das Echo stammte wohl kaum aus dem Oensinger Gemeinderat, denn dort tönte es an der Sitzung dieser Woche ganz anders.

«Aus der Zeitung erfahren»

Kurt Bloch und Charly Pichler sind in den Verbandsgemeinden unterwegs, um den Räten die Organisation direkt vorzustellen und den Gedankenaustausch zu pflegen. Die Räte in Oensingen nahmen zur Kenntnis, dass die Zahl der Dossiers von zu betreuenden Personen ständig zunimmt. «Die Folge davon, die Büros an den beiden Standorten Härkingen und Balsthal reichen nicht mehr aus», erklärte Pichler.

Zudem koste die Fahrzeit hin und her und der doppelt geführte Officebetrieb zu viel, und die Kommunikation sei alles andere als einfach. Darum strebe man einen einzigen Standort an – am liebsten in Oensingen.

Da konnte sich Gemeindepräsident Markus Flury nicht mehr bremsen: «Wie kommt es, dass ich aus der Zeitung von euren Plänen erfahren muss?», fragte er mit gereiztem Ton. Oensingen habe sich schliesslich seinerzeit anerboten, als die Sozialregion startete, den Standort zu übernehmen, wurde dann aber auf politischer Ebene ausgebootet. Man stehe der Idee der Sozialregion nicht grundsätzlich negativ gegenüber, führte Flury aus. «Aber ich will beides, nämlich den Standort für die Sozialregion und den Standort Sek-P.»

Auf diese Anspielung war nun Kurt Bloch nicht gefasst und er wollte auch gar nicht darauf eingehen: «Das kann man nicht vermischen.» Dieser Meinung schlossen sich auch einzelne Gemeinderäte an. Denn bei der Sozialregion entscheide der Vorstand, beim Schulstandort hingegen sei es die Kantonsregierung.

Allenfalls ein Neubau

Wie und wo man sich denn den Standort vorgestellt habe, wollten nun die Räte wissen. Und ob es zutreffe, dass dieser Standort auch negative Auswirkungen habe. Ihm sei nichts Negatives bekannt, antwortete Charly Pichler. Für das Positionieren des Standorts sei man offen, allenfalls käme sogar ein einfacher, zweckmässiger Neubau infrage.

Nicht infrage gestellt wurde vonseiten des Rats, dass Oensingen als Standort für Thal und Gäu ideal sei, erst recht mit Blick auf die Funktion als Zentrumsgemeinde. In diesem Zusammenhang kamen die Räte dann doch noch unterstützend auf die Anspielung des Gemeindepräsidenten zurück, wonach zur Zentrumsgemeinde auch der Sek-P-Standort gehöre.

Kurt Bloch nahm dazu keine Stellung, merkte vielmehr an, dass es an der Zeit sei, das Gärtlidenken zu begraben und nach pragmatischen Lösungen zu suchen, die der Region dienen. Schliesslich versprachen die Oensinger Räte, man werde sich der Standortfrage annehmen. Bloch aber mahnte, dass die Zeit dränge. Auch Flury zeigte sich letztlich versöhnlich, meinte aber zu Bloch: «Wir zählen auf Dich als Chef der Thaler Gemeindepräsidentenkonferenz, wenn es um den Sek-P-Standort geht.»

Unklarheiten bei Hausordnung

Traktandiert für die Ratssitzung war ferner die Genehmigung von Platzordnungen für die Schulhäuser, Kindergärten, Sport- und Spielplätzen. Diese sollen die früheren richterlichen Verbote ersetzen, die nach dem Debakel rund um den Spielplatz Schulhaus Oberdorf ausser Kraft gesetzt wurden.

Doch die vorgelegten Regelungen entsprachen insbesondere wegen den Öffnungszeiten nicht der Meinung des Rats und wurden zur Überarbeitung zurückgewiesen.