Balsthal
Betreuung von dementen Betagten im Alters- und Pflegeheim braucht Zeit

An der Generalversammlung in Balsthal wurde der Vorstand neu bestellt. Zudem wünschen sich die Heime eine bessere Vergütung der Betreuung von dementen Betagten.

urs amacher (Text und Foto)
Merken
Drucken
Teilen
Der vollständige Vorstand der Gemeinschaft Solothurnischer Alters- und Pflegeheime (GSA) vor dem «Inseli» in Balsthal (v.l.): Marco Petruzzi, Simone Wingeier, Cécile Boillat, Anita Filippi, Urs Hufschmid (Präsident), Tony Broghammer, Michael Rosenberg, Kurt Boner und Max Oser.

Der vollständige Vorstand der Gemeinschaft Solothurnischer Alters- und Pflegeheime (GSA) vor dem «Inseli» in Balsthal (v.l.): Marco Petruzzi, Simone Wingeier, Cécile Boillat, Anita Filippi, Urs Hufschmid (Präsident), Tony Broghammer, Michael Rosenberg, Kurt Boner und Max Oser.

Urs Amacher

Für ihre 24. ordentliche Generalversammlung war die Gemeinschaft Solothurnischer Alters- und Pflegeheime (GSA) heuer im Alters- und Pflegeheim «Inseli» in Balsthal zu Gast. Nachdem die vierjährige Amtszeit abgelaufen war, oblag es der Versammlung, den Vorstand neu zu bestellen.

Dabei haben zwei Vorstandsmitglieder ihren Rücktritt eingereicht. Nach vier Jahren Mitarbeit in der Vereinsleitung stellte sich Verena Hert nicht mehr zur Wahl. Sogar 17 Jahre war René Schicktanz im GSA-Vorstand aktiv gewesen; nun gab auch er seine Demission bekannt.

An ihrer Stelle wählte die Versammlung die beiden neuen Vorstandsmitglieder Michael Rosenberg und Marco Petruzzi mit Akklamation. Michael Rosenberg (geboren 1965) verfügt über die Ausbildungen als diplomierter Krankenpfleger und diplomierter Heimleiter.

Seit 2009 ist er Zentrumsleiter des Seniorenzentrums Rosengarten in Laufen und im Zentrum Passwang in Breitenbach. Rosenberg übernimmt das Ressort RAI – das Bedarfsabklärungsinstrument für Pflegeheimbewohnerinnen.

Das zweite neue Vorstandsmitglied ist Marco Petruzzi (geboren 1958). Er übernimmt das Ressort Bildung im GSA. Petruzzi lernte ursprünglich Koch, bildete sich aber mehrfach weiter und verfügt unter anderem über das Diplom als Heimleiter.

Über 20 Jahre führte er das Alters- und Pflegeheim Rosenberg in Altdorf (Kanton Uri). Seit 2013 ist er Heimleiter des Alters- und Pflegeheims Haus zur Heimat in Olten.

Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in globo für weitere vier Jahre wiedergewählt. Es sind dies Kurt Boner (Ressort Politik/Soziales), Cécile Boillat (Pflege/Qualivista), Max Oser (neue Wohnformen), Tony Broghammer (Betriebswirtschaft) und Anita Filippi (Vizepräsidentin, Ressort Altersarbeit/Ethik).

Der bisherige Präsident Urs Hufschmid versieht dieses Amt schon seit 12 Jahren. Deshalb ist die Übergabe des GSA-Präsidiums in andere Hände zu planen. Auf eigenen Wunsch wurde Urs Hufschmid deshalb nur für die Dauer eines Jahres als Präsident wiedergewählt. Das Sekretariat besorgt nach wie vor Simone Wingeier in einem 30-Prozent-Pensum.

Berechnung des Mehraufwands

In seinem Jahresbericht zog Präsident Hufschmid Bilanz über das in den letzten vier Jahren Erreichte. Nach wie vor bestehen offene Baustellen. Die Kostenübernahme für Mittel und Gegenstände ist in einer Liste (MiGeL) geregelt.

Nun stellte sich die Frage, ob beispielsweise Material für die Wundpflege bereits in der Pflege inbegriffen ist oder separat verrechnet werden kann.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Heime eine bessere Vergütung im Demenzbereich wünschen. In zehn Pflegeheimen hat der GSA deshalb Zeitmessungen vorgenommen («CuraTime»), um den Mehraufwand zu berechnen und festzustellen, welche Leistungen KGV-pflichtig sind.

Den teilnehmenden Heimen entstanden bei der Zeitstudie Nettokosten von 80 000 Franken. René Schicktanz stellte deshalb erfolgreich den Antrag, die Kosten allen Heimen zu überbürden. Dies allerdings nur für den Fall, dass sich aufgrund von CuraTime tatsächlich höhere Beiträge realisieren lassen.

Mit der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative erhielt die Nachwuchsförderung zusätzliches Gewicht. Der GSA unterstützt deshalb seine Mitglieder in der Rekrutierung von Lernenden. Zudem will er sicherstellen, dass das Konzept «Ausbildungsverpflichtung» in allen Heimen korrekt und wirkungsvoll umgesetzt wird.