Thaler Kulturtag
Besucher lassen sich am Thaler Kulturtag in fremde Welten entführen

Der diesjährige Thaler Kulturtag profitierte vom perfekten Frühlingswetter. So wurde den Besuchern bei warmen Temperaturen und Sonnenschein ein abwechslungsreiches Programm geboten. Die Veranstalter sind sichtlich zufrieden.

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Andrea Hurni produziert unterirdisch im Bunker selber Strom auf dem Tretgenerator.
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Besuch im Bunker: Der Verein Festungswerke Solothurner Jura öffnete den Kommandoposten beim Schiesstand Mümliswil.
Aufstieg aus dem Untergrund, raus aus dem unterirdischen Kommandoposten…
Thaler Kulturtag 2013
HAARUNDKAMM Kuratorin Yvonne Höfliger begrüsst die Gäste zum „Tanz des Drachen“, draussen, bei besten Frühlingswetter.
Edle Stücke, seltene Exponate: an der Sonderausstellung Fächer im Museum HAARUNDKAMM Mümliswil.
Kammmacher-Handwerk, gezeigt im Museum HAARUNDKAMM Mümliswil
Täuschend echt: die Elefanten aus Ton von Künstler Hansueli Nydegger, ausgestellt im Keramikmuseum Matzendorf.
An der Vernissage von L’ACCROCHAGE in der Galerie Rössli: Solothurner Kunstschaffende und ihre umfassende Werkschau.
Die Werke der kleinen Künstler im Atelier zum Keramikmuseum Matzendorf.
Der Keramiker Hansueli Nydegger (links) zeigt den Kindern (und Eltern) im Atelier beim Keramikmuseum Matzendorf, wie sie am besten selber Tiere aus Ton gestalten.
ANSICHTEN von Sammy Deichmann und Jakob Bigler auf der Aedermannsdorfer Allmend
Jenny Frey und Andreas Kunz gaben in Aedermannsdorf bei den ANSICHTEN eine musikalische Einlage.
Das römische Garnisonslager bei der Kultuhrfabrik Welschenrohr. Daneben wurde in der Feuergrube sogar Brot gebacken.
Uhrenatelier im Museum uhrundzeit Welschenrohr. Die Besucher kreierten unter Anleitung ihre eigene Uhr

Andrea Hurni produziert unterirdisch im Bunker selber Strom auf dem Tretgenerator.

Zur Verfügung gestellt

Perfektes Frühlingswetter machte den Kulturtag Thal am Sonntag zu einem richtigen Erfolg. Die zahlreichen Besucher besichtigten mehrere Stationen, an denen man sich durch die Darbietungen teils in ferne Welten entführen lassen konnte.

«Urchig» in der Kultuhrfabrik

«Tolle Festwirtschaft mit leckerem Essen, und man wird erst noch von den Alphornklängen begrüsst, was will man mehr», meint Roger Dätwyler aus Dietikon. Er besuchte die Kultuhrfabrik in Welschenrohr. Diese zeigte ein vielseitiges Programm von Industriegeschichte bis Kunst. Veranstalter Andreas Fluri blickt am Sonntagabend zurück auf einen gelungenen Kulturtag:«Die Plätze unserer Festwirtschaft waren stets besetzt und die Uhren zum Selbermachen kamen bei Jung und Alt super an. Die Gäste interessierten sich für die Uhrengeschichte und haben bei uns mehrere Themen besichtigt.»

Keramik für Kinder zugänglich gemacht

Im Keramikmuseum in Matzendorf machte der Keramiker Hansueli Nydegger das Arbeiten mit Ton für Kinder erlebbar. Dabei forderte er die Kinder heraus das Beste zu geben und den selbst kreierten Ton-Tieren das Tüpfchen auf dem I aufzusetzen. So waren die Arbeitsplätze und das Museum gut besetzt und besucht.

Der Fächer: in der Vitrine und in Aktion

Im Museum HAARUNDKAMM tauchten die Besucher in die faszinierende Welt des Fächers ein. Die filigranen Kunstwerke in der Sonderausstellung «Der Fächer« begeisterten das Publikum. Beim «Tanz des Drachen» dann kamen die Fächer in Aktion. Mal meditativ in perfekter Harmonie, zart wie Schmetterlinge geführt, mal wieder kämpferisch schnappten, klappten und schlugen die Fächer wie Schwerter durch die Luft. Der asiatische Hauch des Thai-Chi Chuan, auf dem der Tanz des Drachen basierte, war auch in der Küche zu schmecken: Das Bistro im HAARUNDKAMM servierte chinesische Nudelsuppe oder knusprige Frühlingsrolle.

Josef Haefely erklärte im Museum die Herstellung eines Holzkammes. Mit einer speziellen Handsäge wurden anno dazumal die Zähne immer im selben Abstand zueinander vorbereitet. «In einem nächsten Schritt werden die Zähne mit dem Garli zugespitzt. Das nennt man garlieren.» Jeder Arbeiter hatte sein persönliches Werkzeug, die Namen und Initialen kann man auch heute noch gut auf den einzelnen Geräten lesen. Yvonne Höfliger, Kuratorin des Museums HAARUNDKAMM freute sich am Sonntag über die Besucher. «Jedes Jahr kommen rege Leute zu unserer Veranstaltung, so auch jetzt wieder.»

Galerie Rössli vereint die Solothurner Kunst

L'Accrochage in der Galerie Rössli ist eindeutig ein Höhepunkt am Kulturtag und darüber hinaus, bis 30. Juni 2013. Hier zeigt die Crème de la Crème der Solothurner Kunstszene eine umfassende Werkschau. Kathrin Diener hat es geschafft, aus den Werken von fast 70 Künstlerinnen und Künstlern eine Ausstellung zu gestalten, die als ein spannendes Ganzes wirkt. An der Vernissage von L'ACCROCHAGE am Kulturtag Thal waren viele ausstellende Künstler persönlich vor Ort.

Enges Labyrinth versteckt im Boden

Im Kommandoposten der Festungswerke in Mümliswil ging es abwärts in das verborgene Labyrinth. Im Eingangsbereich konnte mit einem Tretgenerator gleich selbst Strom für die Wandlampe erzeugt werden. Durch die Gasschleuse gelangte man in das Herz der Anlage mit den Arbeits- und Schlafräumen. «Der Kommandoposten bietet zirka 50 Leuten Platz. Bis vor drei Jahren wurde die Anlage noch von Offizieren genutzt», weiss Rudolf Profos vom Verein Festungswerke Solothurner Jura zu erzählen. Er zeigte den Besuchern den Garderoben- und Elektroanlagenbereich des Postens. Auch Franz Bürgi führte durch die Anlage. Zwei besondere Gäste waren blind und erlebten seine Führung durch den Untergrund auf ihre eigene Art. «Ausserdem reisten ziemlich viele Bunker-Spezialisten von weit her an, um den Kommandoposten zu besichtigen», so Bürgi.

Positive Bilanz und Ausblick 2014

Ausserdem boten ANSICHTEN in Aedermannsdorf, die Märlitante Barbara Burren in der Bibliothek Laupersdorf, der Poesieweg Holderbank und das Heimatmuseum Schloss Alt-Falkenstein am vergangenen Sonntag kulturelle Sonderprogramme im Naturpark Thal. «Der Kulturtag 2013 war ein gelungener Anlass durch und durch», so die Veranstalter in einer Mitteilung. Sogar der in Revision geglaubte Rote Pfeil der OeBB konnte Fahrt aufnehmen und brachte am Abend so manchen zufriedenen Gast aus dem Naturpark Thal hinaus. (mgt/mru)