Kestenholz
Beste Unterhaltung mit guter Blasmusik und viel Humor

Unter dem Motto «Johrus – johri … s wird immer so si» wollten die Musikantinnen und Musikanten ihren Gästen auf unterhaltsame Art zeigen, wie ein Vereinsjahr der Eintracht so abläuft.

Hans Leu
Merken
Drucken
Teilen
Die MG Eintracht Kestenholz spielt zum Motto «johrus-johrii» das Stück aus dem Appenzellerland « Bi üs dehäm» von Hans Kast.

Die MG Eintracht Kestenholz spielt zum Motto «johrus-johrii» das Stück aus dem Appenzellerland « Bi üs dehäm» von Hans Kast.

Markus Müller

Entsprechend gespannt und mit hohen Erwartungen freute sich das gut gelaunte Publikum auf einen gemütlichen Konzertabend. Und diese Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Schon die Konzert-Eröffnung durch die Young Concert Band Oensingen-Kestenholz mit Marco Zehnder am Dirigentenpult war ein voller Erfolg. Mit tollem Sound, grossem Einsatz und viel Spielfreude trugen die über 30 Jugendlichen drei Stücke aus der Welt der Popmusik vor und zwar «Left Outside Alone» von Anastacia, «Just Give Me A Reason» von Pink und ein Medley mit den bekanntesten Melodien der amerikanischen Kult-Band «The Blues Brothers». Für ihre Super-Leistung wurde die Concert Band mit riesigem Applaus belohnt.

Ab auf die Zeitreise

Nachdem sich dann die etwas älteren Semester (unter ihnen aber auch erfreulich viele Junge) in Bigband-Formation auf der Bühne eingerichtet hatten, konnte die versprochene Zeitreise beginnen, wobei jedem Ereignis ein bestimmtes Stück gewidmet wurde. So symbolisierte die Eröffnungs-Nummer, der «Radetzky-Marsch» von Johann Strauss Vater, die über 100-jährige Tradition des Neujahrsblasens. Dabei überbringt die Eintracht am Neujahrstag der Kestenholzer Bevölkerung mit verschiedenen Quartierständchen die besten Wünsche zum neuen Jahr. Nach dem Jahreskonzert am letzten Januar-Wochenende gelten die Proben dann der Vorbereitung auf den Musiktag im Juni, wo strenge Juroren die musikalischen Leistungen bewerten. Dabei werden oft Ouvertüren vorgetragen, wie etwa «Chicago Festival» von Markus Götz.

Am darauffolgenden Jubilaren-Konzert erfreuen sich die Gäste an leichter Unterhaltungsmusik, vor allem an Märschen, Walzern und Polkas, wie «In der Weinschenke» von Robert Payer. Natürlich ist die Dorfmusik auch an jeder 1.-August-Feier bei der St.-Peter-Kapelle mit dabei und spielt dort echte Schweizer Kost, etwa «Bi üs dehäm», ein Appenzeller Zäuerli mit Talerschwingen von Hans Kast. Ende August laden verschiedene Musikgruppen und Chöre aus Kestenholz und der Umgebung zur Serenade beim Pfarreiheim ein. Dort zeigen sich die Eintracht-Musikantinnen und Musikanten zusammen mit der Young Concert Band von ihrer modernen Seite und begeistern das Publikum mit Rock-Baladen wie «Purple Rain» von Prince. Damit waren die musikalischen Höhepunkte des Vereinsjahres vorbei und mit ihnen auch der erste Konzertteil.

Dialoge – Spielszenen

Aber das neue Jahr kommt bestimmt. Und dass die Vereinsjahre zwar ähnlich aber nicht genau gleich ablaufen, zeigte der zweite Konzertteil mit humorvollen Dialogen und kleinen Spielszenen. So geriet der Radetzky-Marsch am Neujahrsblasen diesmal etwas aus den Fugen. Dafür waren aber nicht etwa verkaterte Musikanten verantwortlich, sondern der Komponist Franz Xaver Lecheler, der in seinem Medley «Marsch-Konfetti» Themen aus vielen bekannten Märschen wild durcheinander wirbelt. Am Musiktag sollte für einmal etwas ganz Besonderes geboten werden, eine «hochkomplexe» Komposition des Dirigenten Thomas Maritz. Das aus vielen Geräuschen, wie Husten und Niesen bis zum Sprechgesang bestehende Werk löste im Publikum wahre Lachsalven aus. Wie fast alle Jahre lief dann das Jubilaren-Konzert ab, denn zum x-ten Mal verlangten die Gäste nach «La Montanara» vom Musiker und Bergsteiger Toni Ortelli. An der 1.-August-Feier gabs dann wieder eine kleine Neuerung.

Psalm als Rockversion

Nach der «gehaltvollen» Ansprache intonierte die Eintracht eine rockige Version des Schweizer Psalms von Mario Bürki und liess ihren Vortrag durch eine Fahnenschwinger-Gruppe optisch etwas aufwerten. Ob dieses Trio am nächsten Eidgenössischen allerdings ganz vorne mitmischen wird, ist noch nicht ganz sicher.

Mit der Serenade ging auch dieses Vereinsjahr zu Ende und mit dem Stück «The Living Years» von Mike & the Mechanics wollten die Musikantinnen Abschied nehmen von vergangenen Zeiten und vom begeisterten Publikum. Mit grossem, lang anhaltendem Applaus liessen sie sich aber zu zwei Zugaben bewegen und zeigten dabei in «Happy» von Pharell William, dass sie auch als Chor gute Figur machen, bevor sie mit dem «Solothurner Marsch» ihren bestens gelungenen Unterhaltungs-Abend wirklich beendeten.