Oberbuchsiten
Besser informiert dank Neuerungen an der Primarschule

Schulleiterin Susanne Carrard ortet nach roten Ampeln an der Primarschule Oberbuchsiten positive Veränderungen. Auch die Eltern zeigen sich zufrieden mit den Neuerungen im Bereich der Kommunikation.

Lucien Rahm
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Lucien Rahm

Schlechte Noten erhielt die Primarschule Oberbuchsiten, als vor rund zweieinhalb Jahren eine externe Schulevaluation veranlasst wurde. Insbesondere hinsichtlich der Schulleitung, dem Kontakt zu den Eltern und dem Qualitätsmanagement wurden Mängel festgestellt, wofür die Schule drei sogenannte «rote Ampeln» erhielt.

In der Folge wurde die Schulleitung ausgewechselt. Seit zwei Jahren ist es nun Susanne Carrard, die Kindergarten und Primarschule leitet. Seither scheint sich einiges verbessert zu haben.

Die heutigen Kommunikationsaktivitäten der Schule stellen offenbar viele Eltern zufrieden – wenn auch nicht restlos. Hierzu befragte Teilnehmerinnen und Teilnehmer des am Donnerstag durchgeführten Elterninformationsabends – ebenfalls eine Folge der neuen Kommunikationsbemühungen – zeigten sich generell befriedigt durch die derzeitige Situation.

Auch wurde die Phase vor der Auswechselung der Schulleitung nicht von allen gleich wahrgenommen. «Unsere Kinder waren damals noch in den ersten Stufen, da lief die Kommunikation eigentlich gut», so die Mutter zweier Schulkinder. «Grundsätzlich ist es in den letzten zwei Jahren schon besser geworden», findet eine andere Mutter. Mehr oder weniger funktioniere es heute. «Manche Informationen erhalten wir aber relativ kurzfristig», findet sie.

Noch mehr Infoanlässe gewünscht

Schulleiterin Susanne Carrard selbst zieht eine positive Bilanz zu den bisher von ihr umgesetzten Massnahmen. Als einen der ersten Schritte habe sie sofort einen Quartalsbrief lanciert. Darin weist sie die Eltern auf anstehende Neuerungen hin und listet wichtige Termine auf, die im nächsten oder gar übernächsten Quartal stattfinden werden. Dies habe bereits zu vielen guten Reaktionen geführt.

Dass dennoch manche Eltern der Meinung sind, die Informationen erreichten sie zeitlich zu knapp, kann Carrard verstehen. «Für Eltern, die in Schichtbetrieben tätig sind oder ihre Ferien sehr früh planen müssen, kommen die Infos immer zu spät.» Einer wetterabhängigen Wanderung frühzeitig ein genaues Datum zuzuweisen, sei aber halt beispielsweise nicht möglich. Sie versuche, hier aber zu machen, was möglich sei, sagt Carrard.

Marcel Jenni, Vater zweier Kinder, die bereits vor der negativen Evaluierung an der Oberbuchsiter Primarschule waren, zeigt sich ebenfalls zufrieden mit den bisherigen Veränderungen. Seit dem Schulleitungswechsel sei einiges gegangen. «Als Elternperson fühle ich mich heute wesentlich mehr involviert als zuvor.» Auch Informationsanlässe wie jenen vom Donnerstag begrüsst Jenni und würde sich mehr davon wünschen.

Hausaufgaben für die Eltern

Thema dieses letztwöchigen Info-Abends war die Gewaltprävention, welche die Schule mithilfe eines speziellen pädagogischen Programms verfolgt. Das sogenannte «Pfade» (Programm zur Förderung Alternativer Denkweisen) ist ein auf einem US-amerikanischen Präventionsprogramm basierendes Modell, das von der Universität Zürich an die schweizerischen Verhältnisse angepasst wurde und nun schweizweit an diversen Schulen implementiert sei.

Fachleute der Uni schulen Lehrpersonen bei der Anwendung des Programms, so auch in Oberbuchsiten. Sandra Näf, Pfade-Expertin der Uni Zürich, stellte denn auch persönlich die diversen Programmbestandteile den anwesenden Eltern vor. Neben einem Einblick in die tägliche Umsetzung des Programms in der Schule erhielten die Eltern auch gleich freiwillige «Hausaufgaben».

Auch die Eltern könnten ihre Kinder nämlich bei der Erlernung der Programminhalte unterstützen. Zentral seien etwa das Aufstellen und Einhalten von Regeln. Wichtig sei hierbei, dass man die Kinder bei der Erarbeitung der Regeln einbeziehe, so Näf. Dann seien diese auch verbindlicher.

Anlässe wie diese gebe es mindestens einmal im Jahr, sagt Carrad. Wenn die Lehrpersonen es wünschten und auf spezifische Themen aufmerksam machen möchten, könnten es auch mehr sein. Auch von der aus Eltern, Lehrpersonen und Schulleiterin bestehenden Arbeitsgruppe, die sich im Zuge des neu initiierten Dialogs gebildet hat, würden entsprechende Anregungen kommen. Der Anlass am Donnerstag wurde von der Arbeitsgruppe organisiert.

Nebst der kontinuierlichen Anwendung des erwähnten Pfade-Programms sei die Schule derzeit unter anderem auch daran, den Lehrplan 21 einzuführen, sagt Carrard. Viel getan habe sich hinsichtlich der Schulqualität zudem im Bereich des Informatikunterrichts. Die Gemeinde habe nach dem Evaluationsbericht 150 000 Franken in die IT investiert. «Dort sind wir jetzt wirklich ganz gut aufgegleist.»

Ausserdem habe die Schulleitung nun ein Sekretariat erhalten, welches sich fortan um die administrativen Aufgaben kümmert. Carrard werde so entlastet und könne sich nun besser auf die Qualitätsentwicklung und die Personalführung konzentrieren, wie sie sagt.

Wie die bisherigen Entwicklungen bei den Experten ankommen, wird sich im Januar 2018 zeigen. Dann steht eine Nachevaluation durch die Pädagogische Hochschule der FHNW an. «Dieser schaue ich sehr zuversichtlich entgegen», so Carrard.