Egerkingen

Berufsausbildung wird gross geschrieben – Besuch in der Härterei Gester

Bildungsdirektor Remo Ankli (rechts) bei seinem Besuch der Gerster AG.

Bildungsdirektor Remo Ankli (rechts) bei seinem Besuch der Gerster AG.

Landammann Remo Ankli zeigt sich bei einem Besuch der Härterei Gerster AG beeindruckt vom Engagement der Firma für die Berufsausbildung.

Einen aussergewöhnlichen Tag erlebten kürzlich die Lernenden der Härterei Gerster AG in Egerkingen: Landammann Remo Ankli hatte seinen Besuch angekündigt, um sich als Bildungsdirektor ein Bild über die Lehrlingsausbildung im Betrieb zu machen. Begleitet von Martina Gerster, der Vorsitzenden der Geschäftsleitung, sowie den jeweiligen Ausbildungsverantwortlichen besuchte er die Lernenden an ihren Arbeitsplätzen.

Qualitätssicherung im Labor

Erste Station war das Labor, wo Nicolas Bart mit dem Mikroskop Arbeitsproben analysierte und dokumentierte. «Ich war schon nervös», gesteht der Lernende, der letzten Sommer seine Lehre als Physiklaborant begonnen hatte. Am Mikroskop zeigte er dem Regierungsrat, wie er die Messwerte der gehärteten Teile überprüft, die innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite liegen müssen. Arbeitskollegin Aline Fritsch, Physiklaborantin im 3. Lehrjahr, zeigte auf dem Rundgang, wie ein Ofen ausgemessen wird, in dem Teile gehärtet werden. Diese Ausmessung dient der Qualitätssicherung, um sicherzustellen, dass überall die gleiche Temperatur herrscht. Nur so kann ein gleichmässiges Härten sichergestellt werden.

Danach ging es in die betriebseigene Lehrwerkstatt, wo die Produktionsmechaniker Argjend Berisha (2. Lehrjahr) sowie Jason Herzig und Gencay Yigit(1. Lehrjahr) ihre Ausbildung mit der Fachrichtung Wärmebehandlung absolvieren. Jason Herzig arbeitet seit Sommer 2016 im Betrieb, nachdem ihn die Firma Gerster von der Stahl Gerlafingen nach der Lehrwerkstatt-Schliessung übernommen hatte. Die Lernenden zeigen stolz auf, dass sie nicht nur Übungsstücke, sondern auch produktive Teile für den Betrieb herstellen und im Unterhalt oder auch gleich selber in den Abteilungen tatkräftig mithelfen.

Neue Berufsbilder eingeführt

2009 hat die Härterei Gerster zwei Berufsbilder in der Ausbildung eingeführt, nämlich Produktionsmechaniker EFZ mit Fachrichtung Wärmebehandlung sowie Physiklaborant EFZ mit Fachrichtung Werkstoff. Ein Beweggrund für diesen Schritt war der Fachkräftemangel. Gleichzeitig möchte die Firma ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und einen Beitrag zur Berufsbildung leisten. Gerster engagiert sich nicht nur im Betrieb, sondern auch an Berufsmessen, um Jugendliche für die Berufsbildung zu begeistern. Nach der erfolgreichen Teilnahme an der tunSolothurn im November 2016 steht nächstes Jahr die Berufsinfomesse in Olten auf dem Programm.

Ein Engagement, das sich auszahlt, ist Martina Gerster überzeugt: «Wir sind stolz auf unseren Berufsnachwuchs. Bisher haben alle Lernenden ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, und zwei ehemalige Produktionsmechaniker-Lehrlinge arbeiten bei uns als Anlagenführer. Ebenfalls konnten wir einen Physiklaborant-Lehrling nach dem Abschluss für uns gewinnen und einstellen.»

Schnupperwochen breiter fächern

Ankli zeigte sich beeindruckt von der Freude, welche die Jugendlichen bei ihren Aufgaben ausstrahlten und von der Berufsausbildung im Betrieb. «Firmen wie die Härterei Gerster AG tragen zu einem starken Berufsbildungskanton Solothurn bei», bemerkte der Regierungsrat. Als konkretes Anliegen nahm Ankli entgegen, dass die Aktivitäten der Schulen im Zusammenhang mit der Berufswahl besser koordiniert werden sollten. So könnten «Schnupperwochen» konzentriert für mehrere Interessierte angeboten werden, was die Organisation für die Betriebe enorm vereinfachen würde. (mgt)

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