Balsthal
Bereits der dritte Weiher in der Lobisei gebaut

Die Lobisei bei Balsthal entwickelt sich zu einer Amphibien-Hochburg. Bereits wurde der dritte Weiher gebaut - zwei wurden in diesem Jahr eingeweiht.

Peter Wetzel
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Bei der Übergabe (v.l.) Jonas Lüthy (Projektleiter Amt für Raumplanung), Anton Wüthrich (Bauverwalter), Patrick Infanger (BFS AG), Arnold Müller und Christoph Kohler (Paul Fluri AG), Urs Probst (Pächter).

Bei der Übergabe (v.l.) Jonas Lüthy (Projektleiter Amt für Raumplanung), Anton Wüthrich (Bauverwalter), Patrick Infanger (BFS AG), Arnold Müller und Christoph Kohler (Paul Fluri AG), Urs Probst (Pächter).

Peter Wetzel

Die Bauarbeiten für den Neubau eines Amphibienweihers auf der Balsthaler Seite des Lobisei begannen am 7. September dieses Jahres, jüngst fand die Schlussabnahme statt. Der neue, 80 Meter lange und rund 20 Meter breite Weiher wurde im Auftrag des Kantons gebaut.

Wenn man von St. Wolfgang aus in Richtung Mümliswil fährt, befindet sich der Weiher auf der Wiese zwischen dem Mümliswilerbach, der ehemaligen Bernasconi-Grube und dem Waldweg, der in Richtung Holzfluhsattel führt.

Das benötigte Land gehörte der Saber SwissQualityPaper AG und konnte durch Vermittlung von Hugo Roth (NVB) vom Kanton erworben werden. Pächter der Wiese bleibt Urs Probst. Die Gesamtkosten für den Bau des neuen Amphibienweihers beliefen sich auf 190 000 Franken. Für den Kanton würden sich erfreulicherweise keine Kosten ergeben, sagte Jonas Lüthy, Projektleiter vom Amt für Raumplanung (Abteilung Natur und Landschaft). Das Projekt werde vollständig finanziert durch Beitragszusicherungen des Bundesamtes für Umwelt und dem Fonds naturemade star KW Ruppoldingen der Alpiq Hydro Aare AG.

Von nationaler Bedeutung

Der neue Weiher im Lobisei ist bereits der zweite, welcher in diesem Jahr «eingeweiht» werden konnte. Nördlich der Ruine Neu-Falkenstein wurde im Frühling auf dem Land von Thomas Winistörfer vom Naturpark Thal ebenfalls ein Amphibienweiher erstellt, dies im Rahmen des Förderprogramms «Weiher».

In der einstigen Steingrube der Baufirma Bernasconi im Lobisei wurde 1991 vom Natur- und Vogelschutzverein (NVB) ein Weiher angelegt. Dieser Weiher mit seiner für die Natur wertvollen Umgebung wurde von der Einwohner- und der Bürgergemeinde Balsthal zum Gedenken an «700 Jahre Eidgenossenschaft» gebaut. Eine Inschrift auf einer Metalltafel in der Nähe des Weihers erinnert an dieses Jubiläum.

Die ständige Pflege dieses Lebensraumes durch den NVB ermöglichte die Entwicklung einer aussergewöhnlich grossen Population der stark gefährdeten Geburtshelferkröte (Glögglifrosch). Aber auch zahlreichen andern Arten von Amphibien gefällt es in der «Grube», sodass dieser Standort als neues Objekt in das Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen wird. Aber auch Reptilien fühlen sich in der Bernasconi-Grube heimisch.

Speisung durch Grundwasser

Aus diesem Grund beschloss das Amt für Raumplanung, die Situation des Laichgewässers in diesem Gebiet noch zu verbessern. Ein Weiher mit örtlicher Speisung und natürlicher Wasserführung (ohne künstliches Abdecken) konnte auf der benachbarten Parzelle erstellt werden. Der neue Weiher im Lobisei wird nur mit Grundwasser gespeist, dieses fliesst vom nördlichen Becken in die vordere der drei Mulden.

In den drei tiefsten Stellen soll permanent Wasser stehen. Die Böschungen sind flach ausgebildet. Für die verbleibende Wiesenfläche ist eine Nutzung als «Wiese am Bach» gemäss kantonalem Mehrjahresprogramm Natur und Landschaft vorgesehen.

Bauführer Christoph Kohler und Jonas Lüthy lobten anlässlich der Schlussabnahme die gute Zusammenarbeit sämtlicher Beteiligten. Es wurde erwähnt, dass rund 1800 Kubikmeter Schutt abgeführt werden musste. Verantwortlich für die Planung des nachhaltigen Projektes war das Büro Bernasconi, Felder Schaffner AG Balsthal.