Oensingen
Bell verlagert Arbeitsplätze aus Chesaux (VD) ins Gäu

Bell schliesst Ende 2017 in Cheseaux (VD) die Fleischproduktion. Ein Teil der Arbeitsplätze wird nach Oensingen verlagert.

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Mitarbeiter einer Grossmetzgerei des Fleischverarbeiters von Bell. (Archiv)

Mitarbeiter einer Grossmetzgerei des Fleischverarbeiters von Bell. (Archiv)

Keystone/GAETAN BALLY

Weil Bell per Ende des kommenden Jahres in Cheseaux bei Lausanne die Fleischproduktion einstellen wird, entstehen in Oensingen neue Arbeitsplätze. Bell-Mediensprecher Davide Elia bestätigte entsprechende Meldungen der Nachrichtenagentur sda und des Westschweizer Regionalfernsehens «La Télé».

Von der Schliessung sind laut Bell weniger als 100 Arbeitsplätze betroffen. Wie viele davon nach Oensingen verlagert werden und in welchen Bereichen die Leute eingesetzt werden, ist noch offen, wie Elia bemerkt. Bis Ende 2017 könne sich zahlenmässig noch viel verändern.

Jedem Mitarbeiter soll ein neuer Arbeitsplatz angeboten werden. Die Schliessung sei bewusst so früh kommuniziert worden, um verschiedene Optionen für die Mitarbeiter prüfen zu können. Dazu gehöre auch, dass ein gewisser Teil der Leute weiter in der Westschweiz beschäftigt werden könnte. Dort verfüge Bell über mehrere Standorte und in Cheseaux befinde sich zudem auch noch eine Charcuterie, die ausgebaut werden soll.

Stärkung in Oensingen und Basel

Die Schliessung der Fleischproduktion in Cheseaux begründet Bell mit der aktuell laufenden Reorganisation der Produktionsstandorte in der Schweiz. Gestärkt werden sollen künftig die Standorte Oensingen und Basel. Im Rahmen des bis 2025 laufenden Investitionsprogramms soll Oensingen zum schweizweit wichtigsten Standort für Frischfleisch ausgebaut werden.

Auf der 65000 m2 grossen Parzelle Holinden an der Südringstrasse will Bell die aktuell noch in Basel befindliche Schweinezerlegerei neu ansiedeln. Vorgesehen ist ferner der Bau eines Werkes für die Aufbereitung und Kommissionierung von Frisch- und Tiefkühlprodukten. Im Gegenzug sollen in Basel neue Werke für Charcuterie, Seafood sowie ein neues Verwaltungsgebäude gebaut werden.

Für das Gesamtprojekt wird mit Kosten von rund 500 Mio. Franken gerechnet. Auf den Stand des Projekts angesprochen bemerkt Elia, dass noch keine wichtigen Grundsatzentscheide gefällt worden seien.

700 Arbeitsplätze in Oensingen

Einen Neubau will Bell übrigens auch im Rahmen der geplanten Sanierung und Modernisierung des bestehenden Produktionsbetriebs an der Dünnernstrasse in Oensingen realisieren. Dieser Betrieb wurde seit 1971 mehrfach erneuert und ausgebaut. Zuletzt im Jahr 2005, einhergehend mit der vollständigen Ausrichtung auf die Verarbeitung von Rindfleisch.

Insgesamt beschäftigt Bell in der Schweiz rund 1000 Mitarbeitende. Rund 700 davon arbeiten in Oensingen. (eva)