Neuendorf
Beim Heimspiel waren die Kirchenbänke voll besetzt

Der Plan der Phoenix Brass Band ging auf. Mit traditionellen Darbietungen berühren sie auch das anspruchsvolle Publikum.

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Die Phoenix Brass Band Neuendorf beim Auftritt in der heimischen Kirche. zvg

Die Phoenix Brass Band Neuendorf beim Auftritt in der heimischen Kirche. zvg

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Mit der Idee, traditionelle Brass-Band-Literatur in neuem Glanz erscheinen zu lassen, scheint Phoenix Brass auch in der 3. Auflage das Herz des anspruchsvollen Publikums berührt zu haben. So verwöhnte die Band unter der Direktion von Pascal Eicher ihre Zuhörer wiederum mit Trouvaillen, welche die Brasser-Herzen höher schlagen liessen. Durch ihren fulminanten Einzug mit dem Earl of Oxford’s March eröffnete Phoenix Brass das Konzert. Mit «Spring» von Edvard Grieg zeigten die Bläser ihr Gespür für leise Töne und elegische Klänge. Gerade in einem Repertoire, das sich der traditionellen Brass-Band-Literatur verschrieben hat, sollte ein Werk des Komponisten Eric Ball niemals fehlen. Ein grosser Name in der Heilsarmee- und Brass-Band-Szene. Ein unvergessener Komponist, verdienter Dirigent und Pädagoge. Mit seiner unermüdlichen Tätigkeit hat der 1989 verstorbene Komponist wesentlich die gesamte Entwicklung des Brass-Brand-Wesens in Grossbritannien geprägt. Aus seiner Feder stammte denn auch der nächste Programmpunkt, «Torch of Freedom».

Ein Highlight bot der Mitgründer der Phoenix-Brass und Soprano-Solist Erich Hess mit seinem Intermezzo aus «Cavalleria Rusticana». Mit grosser Virtuosität vermochte er die Dramatik der Mascani-Oper musikalisch zu interpretieren.

Klangvolle musikalische Reise

Mit dem opulenten Meisterwerk La Forza del Destino von Giuseppe Verdi ging es weiter. Ein Hauch Romantik vermittelte die «Elisabethan Serenade», deren optimistische Grundstimmung die Hoffnung des goldenen, Elisabethaner-Zeitalters zum Ausdruck brachte. Ein weiterer Höhepunkt des Konzertabends folgte mit «Mr. Lear’s Carnival». Bei der Variation des Volksliedes «Mein Hut, der hat drei Ecken» von W. Hogarth Lear wurden buchstäblich sämtliche Band-Register gezogen.

Eine klangvolle musikalische Reise durch das wildromantische Südengland boten die Musiker mit «Calling Cornwall». Ein würdiger Konzertabschluss bot die Phoenix Brass mit der Toccata aus Suite Gothique. Mitgerissen von der Spielfreude der 28 Musiker und der Intensität und unglaublichen Bühnenpräsenz des Dirigenten Pascal Eicher hielt es nun auch das Publikum nicht mehr auf den voll besetzten Kirchenbänken. Mit Applaus und Standing Ovations forderten sie Zugaben, welche ihnen die Band mit einer feurigen Version des «Czardas» und einem der bekanntesten Heilsarmee-Märsche, The Red Shield, gerne gewährten.

Wie Ernst Herzig, der von den letzten beiden Konzerten bekannte Moderator, bereits erwähnte, bleibt zu hoffen, dass «der Phoenix das Feuer weiter am Brennen hält». (mgt)