Wolfwil
Beim Gäuer Fasnachtsumzug hängen VW-Abgase in der Luft

28 Fasnachtsgruppen kamen und feierten zusammen das 20-Jahr-Jubiläum des Gäuer Fasnachtsumzugs in Wolfwil.

Philipp Felber
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Morphis Gunzgen: Schaurig schön.
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Ohregröble Härkingen
Narrenzunft Walliswil/Wangen: Ab auf Hawaii mit dem alten Bus
FC Wolfwil: Tschau Sepp
Bäseschränzer Wolfwil – Ice Blue Baby
Gäuer Fasnachtsumzug in Wolfwil
Chräieschränzer Egerkingen (vorn) und Chräägeler Niederbuchsiten
TV Wolfwil (vorne) und Egerkingen hinten
Chräageler Niederbuchsiten
Chöpflivielharmoniker Kestenholz: Regenschutz und wasserfeste Schmincke

Morphis Gunzgen: Schaurig schön.

Hansruedi Aeschbacher

Freundlicherweise hatte der Regen ein wenig nachgelassen, als um 13.30 Uhr mit Karacho und lauter Musik die ersten Gruppen den Gäuer Fasnachtsumzug in Wolfwil in Angriff nahmen. 28 Sujets kamen zum 20. Fasnachtsumzug, ein Jubiläum, das zu feiern war, nach Wolfwil. Dabei liessen sich vor allem die gastgebenden Wolfwiler nicht lumpen und stellten gleich 13 Gruppen.

Popcorn und Süsses

Leider war der Regen zumindest für den Zuschaueraufmarsch wenig förderlich. Was aber der guten Stimmung unter den Fasnächtlerinnen und Fasnächtler keinen Abbruch tat. Gleich als erste Gruppe war die Duube Guuge aus Neuendorf an der Reihe und heizte den Zuschauern mal gehörig ein. Dahinter ein erstes Mal: die Fifa. Deren (noch oder ehemaliger) Chef Sepp Blatter ist zwar unbeliebt im richtigen Leben, aber als Fasnachtssujet beliebter denn je. Die «3 Aaregirls» Irene I., Agi I. und Esther I. nutzten derweil den Heimvorteil und zogen fröhlich durch ihr Dorf. Am dankbarsten für die Gruppen war der Zuschaueraufmarsch im Zentrum der Umzugsroute. Dort fanden die Süssigkeiten reissenden Absatz und wem es zu süss war, der bekam vom Egerkinger Naarerot frisch gebackenes Popcorn. Dem Egerkinger Fasnachtsoberhaupt Thömu I. schien der Umzug derart zu beflügeln, dass er gleich von Umzugsanfang bis zum Schluss durchtanzte.

Rauchende VWs

Von ennet der Kantonsgrenze kam die Narrenzunft Walliswil-Wangen nach Wolfwil. Sie haben in diesem Jahr etwas zu feiern. Ein kleines Präsent musste darum mit. Wie jedes Jahr unvergesslich war der Wagen der Morphis aus Gunzgen. Verziert mit viel Totenköpfen und ganz schön düster präsentierten sie sich, und wollten so dem Winter den Garaus machen. Einiges fröhlicher, bunter und überdies lauter war die Guggenmusik Ohregröble aus Härkingen. Sie nahmen ihren Nachwuchs gleich verkleidet mit und so wurde der Kinderwagen kurzerhand zum Fasnachtwagen umfunktioniert.

Allzu politisch ging es hingegen nicht zu und her, was aber nichts über die Qualität der Wagen aussagte. Riesengross und imposant der Wagen der Sänf-Duube-Zunft aus Neuendorf. Und die Chräägeler aus Niederbuchsiten bauten mit viel Liebe zum Detail einen Steinbock auf ihren Wagen, die Quöuebödeler aus Wynau liessen in diesem Jahr eine alte Sage auf ihrem Wagen aufleben. Für die nötige Prise Weltgeschehen sorgten neben dem Fifa-Skandal indes die VW-Spezialisten aus Wolfwil. Sie zogen mit ihrem Öko-Bus durch die Menge, stark rauchend, so wie es sich für einen VW gehört.

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