Wolfwil
Bei dieser Ausstellung trifft der Big Ben auf brasilianischen Fussball

Am Samstag präsentierten die Sekundarklassen der Kreisschule Gäu in den Schulzimmern und in der Mehrzweckhalle ihre Projekte in Form einer Ausstellung zum Thema «Länder der Welt».

Fabian Jäggi
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Der hölzerne Nachbau des Big Ben bedeutete viel Arbeit.

Der hölzerne Nachbau des Big Ben bedeutete viel Arbeit.

Bruno Kissling

Während fünf Wochen haben die Schüler in Vierergruppen an ihren Projekten gearbeitet, drei Lektionen pro Woche. Projektbegleiter Pascal Frieder erzählt von den Anfängen: «Wir machen die Projektwochen dieses Jahr zum ersten Mal, sie wurden mit der Schulreform eingeführt. Eine Arbeitsgruppe hat als Thema ‹Länder der Welt› ausgesucht. Daraus konnten die Schüler dann ein Land und die Art ihrer Arbeit auswählen. Die meisten wollten natürlich eine praktische Arbeit», schmunzelt der Lehrer.

Die Hingabe sei dafür auch umso grösser gewesen: «Einige haben zu wenig Zeit eingeplant, bei anderen war schon im Voraus klar das die Zeitvorgabe nicht reicht. Letztere waren von Anfang an bereit, ausserhalb der Schulzeit daran zu arbeiten. Engagement und Ehrgeiz waren im Allgemeinen sehr gross», berichtet Frieder. Er selbst finde die Idee von Projektwochen dieser Art sichtlich effektiv: «Ich finde das sehr gut. Die Schüler lernen viel über Planung und selbstständiges Arbeiten. Das ist sehr wichtig für ihre berufliche Zukunft.»

Big Ben aus Holz

Mit dem Thema England haben sich Roman Flury und Manuel Stutz mit zwei Klassenkameraden beschäftigt. Roman Flury erzählt vom ursprünglichen Plan: «Wir wollten eigentlich den ‹Big Ben› aus Zuckerwürfeln nachbauen. Als Wahrzeichen von London war das natürlich perfekt. Die Idee mit den Zuckerwürfeln haben wir aber schnell verworfen», grinst der 15-Jährige. Sein Kollege Manuel hatte dann die rettende Idee: «Nach der Schule will ich eine Lehre als Schreiner machen. Da lag es natürlich nahe, den Turm aus Holz nachzubauen.»

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn die Gruppe Zeitprobleme hatte: «Wir hatten insgesamt nur 15 Lektionen Zeit. Das ist schon etwas wenig», erzählt Roman. Sie hätten deswegen auch zu Hause an dem Projekt gearbeitet. Trotzdem blicken sie auf eine gute Zeit zurück: «Es war eine gute Sache, mal was anderes als der Schulalltag», lachen die beiden.

Den brasilianischen Fussball näherbringen

Zum Sujet Brasilien haben Leonardo und Henrique de Castilho und ihre beiden Kollegen Simon Keller und Luis Do Aido eine Torwand gebaut. Für sie sei von Anfang an klar gewesen, welches Land sie haben wollen: «Ich und Leonardo sind beide Brasilianer. Die Wahl fiel also nicht schwer. Uns gefällt das Land, ausserdem ist der brasilianische Fussball sehr bekannt», so der 15-jährige Henrique. Sein portugiesischer Kollege Luis hätte zwar Portugal lieber gehabt.

Trotzdem habe ihm das Projekt gefallen: «Es war cool, mal mit Kollegen zu arbeiten.» Aber auch bei ihnen habe es Anfangsschwierigkeiten gegeben: «Wir wollten erst berühmte Goals nachspielen, das hat aber nicht so richtig geklappt. Deswegen haben wir jetzt einige Tore zusammengeschnitten und spielen sie auf einem Beamer neben der Torwand ab», so der 15-jährige Luis.

Nachbau des "Arc de Triomphe"

Der ‹Arc de Triomphe› in Paris war die Aufgabe von Natalie Gerber und Lara Büttiker und zwei ihrer Kolleginnen. Die 15-jährige Natalie erzählt, wie es dazu kam: «Eigentlich haben wir das Thema wegen mir genommen. Ich bin im Jura geboren und spreche Französisch.» Kollegin Lara präzisiert: «Zwei wollten Frankreich, zwei wollten Sri Lanka.

Da wir keine Zweiergruppen machen durften, mussten wir uns entscheiden.» Die Entscheidung fiel also auf einen Nachbau des Triumphbogens in Paris. Die 14-jährige Lara beschreibt die Konstruktion: «Wir haben den ‹Arc de Triomphe› in Miniatur aus Beton nachgegossen und einige Autos rundherum verteilt. Trotz der Grösse wiegt das Modell noch über sieben Kilo.»

Der Anlass war gut besucht, viele Eltern schauten sich voller Stolz die Arbeit ihrer Kinder an. Zu Gast war auch der designierte Direktor der Kreisschule Gäu, Christoph Kohler. Er zeigte sich sehr erfreut über die kreativen Arbeiten der Schüler.