Diese Kombination ist speziell. Das «Duo Euphorimba», das im Gäuer Forum der Schälismühle auftrat, verknüpfte Musikinstrumente, welche sonst kaum einmal zusammenspielen. Fabian Bloch blies das Euphonium und die Basstrompete, sein Partner Damien Darioli spielte auf dem Marimbafon. Die beiden Musiker kreuzten die Namen der Instrumente zu ihrem Markenzeichen Euphorimba, unter dem sie seit Juni 2018 gemeinsam durch die Schweiz touren.

Bloch dirigierte MG Winznau

Fabian Bloch ist in der Gegend kein Unbekannter. 2015 bis 2017 dirigierte er die Brass Band der MG Winznau. Der Wisner wählte bereits als Jugendlicher dieses Instrument. Mit diesem Blechinstrument, ein Mittelding zwischen Trompete und Tuba, tritt der 32-Jährige mit verschiedenen Formationen auf. Er unterrichtet zudem an den Musikschulen Horgen und Liestal. Fabian Bloch und Damien Darioli kennen sich seit langem. Darioli stammt aus dem Unterwallis und lebt heute in Genf.

Ein Tonmüsterchen: Duo Euphorimba mit Little Prayer

Auch er wird von verschiedenen Orchestern engagiert. Er unterrichtet Perkussion am Genfer Konservatorium. Sein Instrument ist das Marimbafon, ein übergrosses Xylofon aus Mittelamerika. Trotz seiner Grösse hatte das Schlaginstrument einen etwas schweren Stand gegen das lauter tönende Blechblasinstrument. Hingegen hatte Damien Darioli ganz zum Schluss das Gäuer Publikum in der Tasche mit seinen komödiantischen Einlagen. Bei der zweiten Zugabe, der weltberühmten Arie «Habanera» aus Georges Bizets «Carmen», machte er zuerst gespielt abschätzige Faxen zu Blochs Euphoniumspiel, dann sang er sogar mit Kopfstimme die Strophe «l’amour est un oiseau rebelle» in der Soprantonlage.

Diese Spässe konnte er sich leisten, nachdem er zuvor mit seinem Kompagnon höchst konzentriert und meisterhaft ein abwechslungsreiches Programm präsentiert hatte. Beim Adventskonzert im stimmigen Dachstock des Adam-Zeltner-Hauses der Schälismühle schlug das Duo den Bogen von Bach bis heute. Es eröffnete den Abend mit Zigeunermusik aus der Romantik, einem Ungarischen Tanz und einem Walzer von Peter Tschaikowsky.

Zur Melodica gewechselt

Beim folgenden «Youkali», einem langsamen Tango von Kurt Weill, wechselte Bloch zu seinem Wunderhorn, einer Basstrompete. Bereits vom Jazz beeinflusst sind die Tangos Nuevos des argentinischen Bandoneónspielers Astor Piazzolla. Darioli arrangierte dessen Filmmusik für das Duo, dabei legte er zwischendurch die Schlägel des Marimbafons kurz zur Seite und wechselte zum Blasinstrument, zur Melodica.

Während insgesamt Fabian Bloch etwa beim schnellen Türkischen Marsch «Rondo alla turca» von Mozart brillierte, lief Damien Darioli bei Erik Saties «Je te veux» und «A little Prayer» der berühmten schottischen Xylofonistin Evelyn Glennie zur Höchstform auf. Den Auftritt rundeten die beiden Musiker schliesslich mit Ohrwurm, dem Bolero «Lágrimas Negras» des Trios Matamoros ab.