Kappel

Bei der zweiten «KappelART» steht die kulturelle Identität des Dorfes im Zentrum

Dorfchronist Stephan Hänggi und Präsidentin Barbara Keller vor dem Alt Salzmanns-Spycher.

Nach der Premiere im Mai 2016 startet diesen Freitag die zweite «KappelART» in der Untergäuer Gemeinde. «Der letzte Anlass war ein voller Erfolg», sagt Barbara Keller. Laut der Präsidentin der Kulturkommission seien Rückmeldungen der Bevölkerung durchwegs positiv gewesen. «Deswegen wollten wir die Kulturveranstaltung weiterführen.» Seit einem Jahr organisiert sie in einem vierköpfigen OK den fünftägigen Anlass im Unterdorf. «Im Vergleich zum letzten Anlass wird dieser viel grösser und lebendiger», erzählt Keller. Vor drei Jahren stellten vier Berufskünstler ihre Werke im frisch renovierten Gemeindehaus aus. «Den diesjährigen Anlass haben wir vor allem für Hobby-Künstler geöffnet und möchten ihnen und unseren Musikvereinen eine Plattform bieten.» Insgesamt 14 Kunstschaffende aus allen Kultursparten präsentieren bei der zweiten «KappelART» ihre Werke.

«Es sind alles Leute, die einen Bezug zu Kappel haben», betont Dorfchronist und OK-Mitglied Stephan Hänggi. Der 69-Jährige wird selbst im Rahmen einer Dia-Vorführung «Kappel einst und jetzt» am 24. Mai den Kappelern einen Einblick in die fotografische Vergangenheit ihres Dorfes gewähren. «Laut Definition ist alles, was der Mensch hervorbringt, Kultur – das beinhaltet neben Musik und Malereien auch Bauwerke und die Architektur», sagt Hänggi.

Aus diesem Grund finden die Ausstellungen und Präsentationen jeweils an unterschiedlichen Standorten, in historisch wertvollen Gebäuden im ehemaligen Dorfkern statt. Die Hofstatt sei eine davon, in welchem diesen Samstag das Musikalische Dorffest stattfindet. Aber auch der Born als historischer Treffpunkt der Kappeler ist nicht in Vergessenheit geraten. «Am Ende des Musikalischen Dorffestes führen unsere vier Musikvereine zum ersten Mal gemeinsam unser Heimatliedchen ‹Öise Born› auf», erzählt die Präsidentin der Kulturkommission begeistert. Das Gedicht, das später zu einem Lied vertont wurde, sei vom ehemaligen Dorfchronisten vor 150 Jahren geschrieben worden.

Neben dem Rahmenprogramm stellen verschiedene Kunstschaffende in unterschiedlichen historischen Gebäuden im Unterdorf aus.

Der Übersichtsplan der zweiten KappelART

Neben dem Rahmenprogramm stellen verschiedene Kunstschaffende in unterschiedlichen historischen Gebäuden im Unterdorf aus.

Die zweite «KappelART» soll eine Art Kultursammlung werden und die Identität des Dorfes wiederspiegeln. «Wir wollten einen Anlass auf die Beine stellen, der ‹vo Chappeler för Chappeler› ist», sagt Keller. Die Veranstaltung sei als Gegengewicht zur «Chilbi» zu verstehen: Das Programm schliesst den Metzger, den Elternverein und das Hoflädeli mit ein, die an verschiedenen Tagen der Veranstaltung für Verpflegung sorgen. «Das Programm soll zum Verweilen einladen», so Keller.

Im Gegensatz zur Chilbi, wo die Kappeler fast durchgehend mit ihrem Stand beschäftigt sind, dürfen sie bei der «KappelART» für einmal geniessen.
Nebst dem Rahmenprogramm finden die Besucher Ausstellungen verteilt im ganzen Unterdorf, so beispielsweise die Bilder von Fritz Brack und Paul Wyss im Alt Salzmanns-Sypcher. «Das Ziel ist, die Leute mit unserem Angebot anlocken zu können. Wir wollen die Alteingesessenen mit den Neuzuzügern verbinden und alle zusammenbringen.»

Eine vergleichbare Veranstaltung könne Barbara Keller sich erst wieder in drei bis vier Jahren vorstellen. «In dieser Form ist es kaum mehr zu toppen für uns», sagt sie. Das sei nur mit der kräftigen Unterstützung des ganzen Dorfes möglich gewesen. «Die Leute haben durchwegs ja zum Anlass gesagt. Das hätte ich nicht für möglich gehalten.»

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