«Ach was? Heute ist Tag der Nudel?», sagt Marc Pergher, Geschäftsleiter der Solomania in Welschenrohr. «Das wusste ich gar nicht. Bei uns ist halt jeder Tag ein Nudeltag», lacht er. In der Tat führt er zusammen mit seinen Geschäftspartnern Dominique Becht und Remo Sutter die Solomania bereits seit sieben Jahren. Es werden dort Teigwaren aus Hartweizen und Urdinkel unter der Marke Solo Pasta hergestellt. «Zunächst arbeiteten wir in Aedermannsdorf. Seit 2015 konnten wir unsere neue Halle, in der mehr Platz zur Verfügung steht, in Welschenrohr beziehen.»

War zu Beginn das Dörren von Früchten und vor allem von Bohnen ein Nischengeschäft neben der Pastaproduktion, so hat sich das heute umgekehrt. «Die Solo Pasta machen heute noch rund 20 Prozent unserer Produktion aus», sagt Pergher. Speziell an den Urdinkel-Teigwaren aus Welschenrohr sei die Herkunft der Rohstoffe. «Wir verwenden dazu ausschliesslich Freiland-Eier und Urdinkel aus der Region. Dazu werden die Teigwaren mit viel Liebe und Herzblut in Handarbeit hergestellt. Nach dem Walzen und Formen wird die Pasta bei einer Temperatur zwischen 40 und 50 Grad getrocknet. «Ein langsames Verfahren also, das grosse Teigwarenhersteller, die unter Zeitdruck arbeiten, nicht mehr anwenden können», erklärt Pergher.

Pasta ist in Italien bereits seit dem 3. Jhd. v. Chr. bekannt. Das Trocknen der Teigwaren wurde vermutlich später von den Arabern nach dem 9. Jahrhundert wieder eingeführt. Seit dem 17. Jahrhundert gehört Pasta in der ganzen Welt zu den Grundnahrungsmitteln. Zur Feier des Weltnudeltags soll am 25. Oktober vor allem Schleifen-Pasta gegessen werden. (mgt)

Bei Solomania können auch Spezialwünsche realisiert werden: Teigwaren mit Lebkuchengeschmack, aus Hanffrüchten, dem sogenannte THC-freien Nüssli oder Pasta aus Süsskartoffeln. «Daran tüfteln wir momentan», sagt der Geschäftsleiter, der mit seiner Familie in Welschenrohr lebt. «Da bei uns Teigwaren in der Regel mit Saucen gegessen werden, soll die Pasta selbst einen nicht zu dominanten Eigengeschmack aufweisen». Ebenso sind alle möglichen Formen machbar: Kühe-, Auto-, Blumenteigwaren. «Am beliebtesten sind aber unsere 9 mm Hartweizennudeln», so der Chef.

Dörren im Trend

In den Zeiten von Food-Waste hat das Haltbarmachen von Früchten und Gemüsen mittels Dörrverfahren wieder mehr Beachtung gefunden. Diesen Trend spürt auch die Solomania in ihrem Dörrbereich. «Wir sind mittlerweile die Einzigen, die in der Schweiz dieses Verfahren in professionellem Stil anbieten», sagt Pergher. Entsprechend sei das Hauptgeschäft der Firma heute das Dörren, speziell das Dörren von Bohnen.

Alle Grossverteiler und auch einige kleinere Läden beziehen Dörrbohnen aus Welschenrohr. «Dazu dörren wir Apfelringli, Zwetschgen, Bananen, Tomaten, Süsskartoffeln, Randen – eigentlich jede Frucht und jedes Gemüse», erzählt der Geschäftsleiter. «Ausser Kiwi. Die sind nach dem Dörren nicht geniessbar.»

Die Rohstoffe, welche die Solomania fürs Dörren verwendet, sind einwandfreie Tafelware, werden in den Läden allerdings nicht mehr angeboten. «Hat ein Kunde vielleicht zu viele Tomaten oder Bananen eingekauft und bringt sie wegen Überreife nicht mehr an den Endkunden, ist Dörren eine sinnvolle Alternative. Denn genau in diesem Stadium eignen sie sich fürs Dörren. Sie können als Lebensmittel weiterverwendet und müssen nicht entsorgt werden.»

Arbeiten mit Zufriedenheit

Die Solomania beschäftigt mittlerweile in Welschenrohr 14 festangestellte Mitarbeitende, dazu kommen zu Spitzenzeiten gut zehn weitere dazu. «Wir sind sehr darauf angewiesen, dass unsere Mitarbeiter auch mal bereit sind, flexibel zu arbeiten», schildert Pergher. «Denn einerseits verlangen unsere Produkte rasches und zeitnahes Verarbeiten; andererseits schätzen und beanspruchen die Kunden auch unsere Flexibilität.» Vieles wird in Welschenrohr noch von Hand gemacht, obwohl man dafür auch Maschinen einsetzen könnte.

Pergher meint dazu: «Ich finde es sinnvoll, dass auch niederschwellige Arbeitsplätze angeboten werden. Natürlich soll ein Unternehmen Gewinn abwerfen, doch genauso wichtig ist die Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeitenden, die soziale Komponente. Wir wollen Freude an unserer Arbeit und an unseren Produkten haben.» Und wenn dann auch gar mal Fanbrief eines Endverbrauchers im Briefkasten der Firma landet, beweist das doch, dass die Welschenrohrer auf dem richtigen Weg sind.