Während dreier Tage besuchte ein Team von Fachexperten der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) im September 2012 die Schule Laupersdorf. Untersucht wurden die Arbeit und die Leistung der Schule sowie die Funktionstüchtigkeit und die Wirksamkeit des Qualitätsmanagements. Die Schule schnitt in allen wichtigen Bereichen mit guten Noten ab (siehe auch Bericht unten).

Über die Resultate sprach diese Zeitung mit GemeindepräsidentThomas Schwaller und Schulleiterin Kathrin Schmid-Bürgi.

Die externe Schul-Evaluation (ESE) hat ergeben, dass für den Kindergarten und die Primarschule Laupersdorf alle Ampeln auf Grün stehen. Haben Sie dies erwartet?

Kathrin Schmid: Ich habe erwartet, dass bei den Grundfunktionen alle Ampeln auf Grün stehen. Wir haben an unserer Schule ein gutes Schulklima basierend auf einem funktionellen Qualitätsmanagement. Doch wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen, müssen auf diesem Level weitermachen und gewisse Abläufe noch  optimieren.

Thomas Schwaller:
Mir war bewusst, dass Laupersdorf eine gute Schule hat, mit ESE wurde dies jetzt bestätigt. Es wurde durch die externe Evaluation umfassend evaluiert, alles wurde miteinbezogen und es wurden intensive Gespräche mit der Behörde, der Schulleiterin, der Fachkommission Schule, den Lehrpersonen, mit Eltern und mit Schülerinnen und Schülern aller Schulstufen geführt. Alle wurden miteinbezogen und sehr wichtig für mich ist, dass auch die Kinder zu Wort kamen.

Die Schule Laupersdorf verfügt über ein Qualitätsmanagement, dessen Elemente laut dem ESE-Bericht einzeln zwar teilweise wirksam, im Schulalltag aber noch zu wenig verankert sind. Wie versuchen Sie, dies in Zukunft zu verbessern?

Kathrin Schmid: Ich versuche, die einzelnen Elemente wie Teamsitzungen, Hospitationen, Q-Gruppen, schulinterne Weiterbildungen miteinander zu verknüpfen. Für die Lehrpersonen soll es nicht ein «Muss» von oben sein, sondern sie sollen erkennen, dass dies gewinnbringend für den Unterricht ist. Ich möchte den Nutzen erkennbar machen und ein erster Schritt ist nun das Mitmachen beim Unterrichtsentwicklungs-Projekt «Luuise» (Lehrpersonen unterrichten und untersuchen integriert, sichtbar und effektiv), ein Pilotprojekt der Fachhochschule Nordwestschweiz.

Im Rahmen der Sparmassnahmen des Kantons steht auch die Fortführung der externen Schulevaluation im Fokus. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Kathrin Schmid: Ich verstehe, dass es Diskussionen darüber gibt. Doch wird hier mit einer Aussensicht die Schule als Ganzes beurteilt. Es wird eine datengestützte Standortbestimmung aus objektiver Sicht vorgenommen und man kann Defizite erkennen. Grundsätzlich finde ich ESE eine gute Sache, über die Intervalle (im Moment alle fünf Jahre) kann man durchaus diskutieren.
Thomas Schwaller: Alle Steuerzahler und Steuerzahlerinnen haben ein Anrecht darauf zu erfahren, ob die Steuergelder in der Bildung effizient und wirksam eingesetzt werden. Ich finde es wichtig, dass eine externe Schulevaluation vorgenommen wird, im Vergleich gibt es ja diese auch in der Wirtschaft und Industrie.

Was wäre Ihre Meinung zu einem Elternrat?

Thomas Schwaller: Das dreistufige Schulleitungs-Modell (Schulleiterin, Fachkommission Schule und Gemeinderat) hat sich für Laupersdorf bewährt. Solange der Gemeinderat kein Ressortsystem hat, ist dies auch ein Modell für die Zukunft.

Kathrin Schmid:
Für mich ist eine Ansprechperson des Gemeinderates wichtig. Ein Elternrat würde die Fachkommission Schule ergänzen, jedoch nicht ersetzen, da die Aufgaben und Kompetenzen andere sind. Eltern könnten in gewissen Bereichen mitreden, etwas aufbauen, Aktivitäten entwickeln und in Erziehungsfragen mitdiskutieren.

Thomas Schwaller: Oftmals ist das Interesse für einen Elternrat nur vorhanden, solange die eigenen Kinder noch die Schule besuchen. Es müssen die Fragen geklärt werden, wie repräsentativ ein Elternrat wäre und wie man die Mitglieder eines Elternrats auswählen würde. Auch wären Erfahrungen von anderen Gemeinden nützlich.

Wie stehen Sie zur Speziellen Förderung (SF)? Diese wird ja von den Lehrpersonen als grosse Herausforderung erlebt und die Eltern machen sich Sorgen, dass ihre Kinder an einem Experiment beteiligt sind, dessen Ausgang unsicher ist.

Kathrin Schmid: Ich finde die SF grundsätzlich gut. Man kann relativ schnell fördern. Die Klassen sind heute heterogen und es gibt viel Förderbedarf. Auch die Begabtenförderung sollte nicht ausser Acht gelassen werden. Die SF bedingt jedoch einen guten Support vom Zentrum für Spezielle Förderung.

Welche Erkenntnisse für die Zukunft konnten Sie aus der ESE gewinnen?

Thomas Schwaller: Handlungsbedarf besteht noch bei den Klassenräten. Dies wird in den einzelnen Klassen noch unterschiedlich gehandhabt. In der Arbeit im Klassenrat wird die Sozial- und Selbstkompetenz gestärkt. Der Gemeinderat möchte von den Schülerinnen und Schülern noch mehr Anregungen für die Gemeinde erhalten, eine Option wäre die Schaffung eines Schülerrates. Laupersdorf hat ja das Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» und deshalb sind Mitsprache, die Mitentscheidung und die Mitgestaltung von Kindern zentrale Punkte.

Kathrin Schmid: Die Impulse im Evaluationsbericht werden längerfristig mit einem konkreten Massnahmenplan umgesetzt, was jedoch eine gute Planung voraussetzt.