Gäu-Olten

Bei der Nitratreduktion ist Ausdauer gefragt

Verdiente Mitglieder der Nitratkommission: Von links Martin Würsten (Amt für Umwelt) , Sigi Meier (Olten), Arthur Berger (Kestenholz), Bernhard Strässle (Wallierhof), Rainer Hug (Amt für Umwelt), Hans Studer (Wolfwil), Werner Berger (Gunzgen), Norbert Caspar (sbo) und Roland Studer (Oberbuchsiten).

Verdiente Mitglieder der Nitratkommission: Von links Martin Würsten (Amt für Umwelt) , Sigi Meier (Olten), Arthur Berger (Kestenholz), Bernhard Strässle (Wallierhof), Rainer Hug (Amt für Umwelt), Hans Studer (Wolfwil), Werner Berger (Gunzgen), Norbert Caspar (sbo) und Roland Studer (Oberbuchsiten).

Seit 20 Jahren setzt sich die Nitratkommission Gäu-Olten für die Nitrat-Reduktion im Grundwasser ein. Ihr Erfolg ist ermutigend – viel bleibt noch zu tun.

«Wir müssen ehrlich sein, die Ziele der zweiten Projektphase wurden nicht erreicht.» Die Bemerkung des Präsidenten der Nitratkommission Gäu-Olten, Rainer Hug, verdeutlichte, wie komplex sich die Problematik des mit Nitrat belasteten Trinkwassers gestaltet. Immerhin: Die gute Nachricht an der kleinen Feier zum 20-jährigen Bestehen der Kommission war: Keines der drei Pumpwerke im Einzugsgebiet des Grundwasserstromes fördert Wasser in die Leitungen mit Nitratgehalt über dem Toleranzwert von 40 mg/Liter.

Das Qualitätsziel der Gewässerschutzverordnung lautet aber doch anders: 10mg/Liter nämlich. Davon ist man im Gebiet zwischen Oensingen und Olten noch ein schönes Stück entfernt. Aktuell liegen die Werte bei 38 mg/l (Neufeld Neuendorf), 32 mg/l (Zelgli Kappel) und 26 bis 28 mg/l im Pumpwerk Gheid Olten.

Hoffen auf weitere Verbesserung

Dass der Bund das Projekt jetzt in seine dritte Phase (bis ins Jahr 2020) mitfinanziert, ist in mehrfacher Hinsicht ein positives Zeichen. Zum einen ist man, wie Franziska Schwarz, Vizedirektorin des Bundesamtes für Umwelt, erklärte, vom langfristigen Erfolg des Projekts überzeugt, zum andern gehören alle Beteiligten im Projektgebiet schweizweit zu den erfolgreichsten diesbezüglichen Akteuren. Schwarz nannte das Vorhaben gar «ein Leuchtturmprojekt», dem grosse Bedeutung hinsichtlich einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Praxis zukomme.

Das Senken des Nitratgehalts sei nur durch auf Langfristigkeit ausgelegte Strategien zu erreichen. Als Zielsetzung haben die Verantwortlichen die zu erreichenden Werte bis zum Ende dieses Jahrzehnts definiert: Neufeld Neuendorf unter 35 mg/l, Zelgli Kappel unter 30 mg/l und Gheid Olten durchschnittlich 25 mg/l.

Explizit festgehalten wurde auch, dass die bisherigen Bemühungen in der Landwirtschaft dafür nicht ausreichten. Zwar sind 90 Prozent der Agrarfläche (1040 ha) zwischen Oensingen und Olten am Projekt beteiligt. Nun soll ein Grossteil der bewirtschafteten Fläche nach dem Vertrag «Nitratindex 23» genutzt werden; dieser sieht neu weit strengere Vorschriften bezüglich Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Winterbegrünung vor.

Zudem sollen für Landwirtschaftsbetriebe innerhalb des Perimeters, die bislang nicht freiwillig Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen haben, zu solchen durch das Bau- und Justizdepartement gedrängt werden, wie der Ausblick auf die kommenden Jahre verriet.

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