Wahlgeschäfte und das Budget 2018 standen im Mittelpunkt der konstituierenden Sitzung der Delegiertenversammlung des Zweckverbandes Kreisschule Gäu in Neuendorf. Der siebenköpfige Vorstand wurde stark erneuert, da mit Präsident Beat Nützi (Wolfwil), Vizepräsident Alex Heim (Neuendorf) und Kurt Steiner (Härkingen) drei Vorstandsmitglieder per Ende Oktober demissionieren; auf Ende Jahr tritt auch noch Yvonne Berger (Niederbuchsiten) zurück.

Neuer Vorstand

Neu setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen: Dominik Studer, bisher (Egerkingen), Gisela Barrer, bisher (Fulenbach), Philipp Fluri, neu (Härkingen), Michael Steiner, neu (Neuendorf), Yvonne Berger, bisher (Niederbuchsiten), Stefan Wick, bisher (Oberbuchsiten), Oliver Junker, neu (Wolfwil). Die Vorstandsmitglieder wurden auf Vorschlag der Verbandsgemeinden von den Delegierten einstimmig gewählt.

Ebenso einhellig erfolgte die vom Vorstand vorgeschlagene Wahl des neuen Präsidenten Dominik Studer. Der 43-jährige Familienvater und kantonale Prüfungsleiter im Berufsbildungswesen gehört dem Vorstand seit vier Jahren an. Der neue Vorstand nimmt seine Tätigkeit offiziell am 1. November 2017 auf.

Lob und Dank

Beat Nützi, der dem Vorstand 20 Jahre angehörte, davon 16 Jahre als Präsident, dankte den Delegierten für das dem Vorstand und ihm in all den Jahren entgegengebrachte Vertrauen. Das habe sich jeweils an den Delegiertenversammlungen widerspiegelt: An allen 33 Delegiertenversammlungen seien sämtliche Entscheide einhellig gefallen. Gemeinsam dürfe man über das Erreichte stolz sein: Unter anderem auf den Bau der neuen Schulanlage Carpe Diem in Neuendorf und die damit einhergegangene Umgestaltung der Kreisschule, die reibungslose Umsetzung der grossen Schulreform Sek I, für die Nützi speziell auch der Schulleitung und der Lehrerschaft dankte, die Etablierung der Kreisschule als P-Standort sowie die Einführung der Schulsozialarbeit.

Dominik Studer würdigte den abtretenden Präsidenten als umsichtige Führungspersönlichkeit. Beat Nützi habe die Kreisschule immer vorausschauend sowie mit hohem Sachverstand, Engagement und Leidenschaft geführt. Unter seiner Führung sei die Schule hinsichtlich Führung, Organisation und Qualitätsstandards modern geformt worden. Nützi sei auch wegen seiner kollegialen und humorvollen Art sehr geschätzt worden. Er habe stets mit Kopf, Herz und Hand gehandelt.

Gemeinsam würdigten der alte und der neue Präsident auch das Wirken der beiden anderen abtretenden Vorstandsmitglieder Alex Heim, der dem Gremium seit 22 Jahren angehörte, zuletzt als Vizepräsident, und Kurt Steiner, der im Vorstand während 16 Jahren das Ressort Bau leitete.

Budget 2018

Unbestritten war ebenfalls das von der Verwalterin Brigitte Voegeli präsentierte Budget 2018, das mit einem Nettoaufwand von gut 6,5 Mio. Franken rund 3,5 Prozent unter dem Voranschlag des laufenden Jahres abschliesst. Zudem sieht das Budget für das nächste Jahr Nettoinvestitionen in der Höhe von zirka 115'000 Franken vor, hauptsächlich für Informatik und Schulmobiliar.

Im Weiteren orientierten Schuldirektor Silvan Jäggi und Beat Nützi die Delegierten über laufende Projekte. Dazu gehörten unter anderem die interne und externe Schulevaluation, ein neues Schulprogramm, die Einführung des Lehrplans 21, die Schulraumplanung im Zusammenhang mit der vorgesehenen Auflösung des Schulstandortes Wolfwil und die Statutenrevision. Hohe Priorität geniesse die Schaffung von neuem Schulraum im Zusammenhang mit der Auflösung des Schulstandortes Wolfwil und dem Bauboom, welcher dem Gäu ein enormes Schülerwachstum bringe.

Neuer Schulraum – Zeit drängt

Der Vorstand habe alles aufgegleist wie bei der Aufhebung des Schulstandortes Egerkingen vor 12 Jahren, unterstrich Nützi. Und der Vorstand erwarte, dass dieses Vorgehen, das mit dem Neubau des Carpe Diem erfolgreich verlaufen sei, wie damals auch heute von der Gemeindepräsidentenkonferenz Gäu aktiv unterstützt werde. Leider harze es hier etwas. So sei man mit der Projektarbeit, für welche die Delegiertenversammlung bereits einen Kredit von 450 000 Franken gesprochen habe, etwas in Rückstand geraten. Offen sei auch die längst hängige Frage, ob das Land in Neuendorf aufgezont werden könne.

Hier gehe es darum, das vorhandene Grundstück im Interesse der Schule und deren Zukunft optimal auszunützen. Optimal ausnützen könne auch bedeuten, dass durch eine höhere Bauweise möglichst viel Grünfläche verbleibe. Alle Beteiligten müssten nun rasch handeln, denn die Zeit dränge. Sämtliche Verbandsgemeinden sollten bei der Erarbeitung eines bedürfnisgerechten Raumprogrammes mitwirken können. Der kostenwirksame Planungsprozess solle erst gestartet werden, wenn alle Verbandsgemeinden mit dem Raumprogramm einverstanden seien.

Rechte ausbauen

Zur Statutenrevision stellte Beat Nützi fest, dass diese die Vorprüfung beim Kanton bereits bestanden habe. Und auch die Vernehmlassung bei den Verbandsgemeinden sei abgeschlossen. Aufgrund der eingegangen Stellungnahmen werde jetzt eine Überarbeitung vorgenommen. Unter anderem beinhalte die Revision eine Stärkung der politischen Rechte, die mit einem Initiativrecht und einem obligatorischen Finanzreferendum ausgebaut würden. Zur Diskussion stehe auch die Frage, ob der Gemeindepräsidentenkonferenz in den Statuten Rechte einzuräumen seien, was der Vorstand bisher abgelehnt habe.

Er vertrete die Meinung, ein Zweckverband sei ausschliesslich den Verbandsgemeinden verpflichtet. Die Gemeindepräsidentenkonferenz sei als Konsultativorgan nützlich. Wenn diese ihre Rolle nicht mehr so sehe, müsse das thematisiert und öffentlich diskutiert werden. (KSG)