Härkingen
Bei der 20. Ausgabe der Chlausenparty in Neuendorf gab es zwei Zwischenfälle

Der FC Härkingen schafft es jedes Jahr, mit seiner Chlausenparty die Dorfhalle in Neuendorf zu füllen. Das ist das Geheimnis des Fussballclubs.

Myriam Sperisen
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Die Chlausenparty in der Dorfhalle in Neuendorf stand im Zeichen des 20-jährigen Bestehens. Patrick Lüthy

Die Chlausenparty in der Dorfhalle in Neuendorf stand im Zeichen des 20-jährigen Bestehens. Patrick Lüthy

Patrick Luethy;Patrick Lüthy;

Was zunächst für Aussenstehende nach einem Fest im vertrauten Vereinszirkel klingt, ist seit Jahren eine grosse Party mit über tausend Leuten: die Chlausenparty des FC Härkingen. Am Samstagabend ging sie bereits zum 20. Mal in der Dorfhalle Neuendorf über die Bühne. Am Samstagmittag waren es über 600 Leute, die sich via Facebook als «interessiert» vernehmen liessen.

Und junge Leute, die sich gegenseitig auf die Party aufmerksam machten, etwa mit den Worten: «Das könnte lustig werden heute Abend.» Aber das heisst ja noch gar nichts, werden jetzt Kritiker entgegnen. Dennoch: Bereits um 23 Uhr konnten die Veranstalter keine zusätzlichen Partygäste mehr einlassen, das feuerpolizeiliche Limit von 1390 Leuten für die Dorfhalle Neuendorf war erreicht.

Kantonspolizei rückte zweimal wegen Vorfällen aus

Die 20. Chlausenparty in Neuendorf ist grösstenteils friedlich verlaufen. Dennoch musste die Polizei Kanton Solothurn zweimal ausrücken. Dies bestätigte der Mediendienst der Kantonspolizei auf Anfrage. Der erste Einsatz erfolgte kurz nach elf Uhr, als vier Personen aneinandergeraten waren. Laut Kantonspolizei lief die Intervention bereits in der Dorfhalle Neuendorf durch die Security-Leute sehr professionell ab, die dann noch die Polizei alarmierten, damit Atemtests durchgeführt werden konnten.

Weiter kam es um etwa halb eins Uhr morgens zu einem weiteren Polizeieinsatz, der etwa ähnlich abgelaufen sei. Offenbar kam es zu Pöbeleien von alkoholisierten Partygängern. Zu Festnahmen oder Verhaftungen sei es an diesem Abend nicht gekommen, hiess es vonseiten der Polizei weiter.

Daniel Pfluger vom FC Härkingen bestätigt diese Vorfälle und bedauert es: «Leider ist immer irgendwas, wenn man eine Party mit so vielen Leuten veranstaltet, und dann ist da noch der Alkohol.» Gemäss Pfluger waren am Samstag 14 Security-Leute auf dem Gelände der Dorfhalle beschäftigt, die ihren Job offensichtlich sehr ernst nahmen. (my)

Daniel Pfluger, OK-Präsident und Mitglied des FC Härkingen, bestätigt auf Anfrage: «Es hatte sich schon am Nachmittag per Facebook abgezeichnet, dass die Party wieder ein grosser Erfolg werden wird.» Die sozialen Medien böten daher eine willkommene Werbeplattform, die erst noch gratis sei. Dennoch sei man als Organisator aufgeregt und denke sich kurz vor Türöffnung: «Kommen wirklich genug Leute?»

Pfluger stellte in den letzten paar Jahren zudem fest, dass sich der Altersdurchschnitt der Partygäste nach oben verschob. Galt die Party lange als Teenieanlass, so kämen heute Partygäste ab 18 Jahren. Über 30-Jährige wurden übrigens am Samstag gratis hineingelassen.

Das Geheimnis der Party

Doch was ist das Geheimnis des FC Härkingen? Wie schafft es der Verein, dass diese Chlausenparty alle anderen Weihnachts-Events in der Region besucherzahlmässig abhängt? Laut Pfluger war die Chlausenparty vom ersten Tag an erfolgreich, also bereits seit 20 Jahren. «Vielleicht weil der FC Härkingen auf vielen Ebenen engagiert ist und dadurch populär», vermutet Pfluger, der seit acht Jahren als OK-Präsident agiert.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass jedes Jahr namhafte DJs engagiert werden, wie diesmal etwa «Remady & Manu-L», die seit Jahren Millionen von Clicks auf Youtube verzeichnen können. Um an diese prominenten Acts zu kommen, muss das OK des FC Härkingen bereits ab Februar wieder Buchungen für die nächste Chlausenparty vornehmen. Die Kosten werden jeweils vorgängig vom FC Härkingen genehmigt.

Früher, das heisst vor mehr als zwanzig Jahren, habe die Party noch in Härkingen stattgefunden. Zudem sei es damals noch eine Silvesterparty gewesen. «Aber dann wollten immer weniger Helfer an Silvester anpacken», so Pfluger. Darauf sei man auf die Idee gekommen, anstelle der Silvesterparty eine Chlausenparty zu veranstalten.

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