Was zunächst für Aussenstehende nach einem Fest im vertrauten Vereinszirkel klingt, ist seit Jahren eine grosse Party mit über tausend Leuten: die Chlausenparty des FC Härkingen. Am Samstagabend ging sie bereits zum 20. Mal in der Dorfhalle Neuendorf über die Bühne. Am Samstagmittag waren es über 600 Leute, die sich via Facebook als «interessiert» vernehmen liessen.

Und junge Leute, die sich gegenseitig auf die Party aufmerksam machten, etwa mit den Worten: «Das könnte lustig werden heute Abend.» Aber das heisst ja noch gar nichts, werden jetzt Kritiker entgegnen. Dennoch: Bereits um 23 Uhr konnten die Veranstalter keine zusätzlichen Partygäste mehr einlassen, das feuerpolizeiliche Limit von 1390 Leuten für die Dorfhalle Neuendorf war erreicht.

Daniel Pfluger, OK-Präsident und Mitglied des FC Härkingen, bestätigt auf Anfrage: «Es hatte sich schon am Nachmittag per Facebook abgezeichnet, dass die Party wieder ein grosser Erfolg werden wird.» Die sozialen Medien böten daher eine willkommene Werbeplattform, die erst noch gratis sei. Dennoch sei man als Organisator aufgeregt und denke sich kurz vor Türöffnung: «Kommen wirklich genug Leute?»

Pfluger stellte in den letzten paar Jahren zudem fest, dass sich der Altersdurchschnitt der Partygäste nach oben verschob. Galt die Party lange als Teenieanlass, so kämen heute Partygäste ab 18 Jahren. Über 30-Jährige wurden übrigens am Samstag gratis hineingelassen.

Das Geheimnis der Party

Doch was ist das Geheimnis des FC Härkingen? Wie schafft es der Verein, dass diese Chlausenparty alle anderen Weihnachts-Events in der Region besucherzahlmässig abhängt? Laut Pfluger war die Chlausenparty vom ersten Tag an erfolgreich, also bereits seit 20 Jahren. «Vielleicht weil der FC Härkingen auf vielen Ebenen engagiert ist und dadurch populär», vermutet Pfluger, der seit acht Jahren als OK-Präsident agiert.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass jedes Jahr namhafte DJs engagiert werden, wie diesmal etwa «Remady & Manu-L», die seit Jahren Millionen von Clicks auf Youtube verzeichnen können. Um an diese prominenten Acts zu kommen, muss das OK des FC Härkingen bereits ab Februar wieder Buchungen für die nächste Chlausenparty vornehmen. Die Kosten werden jeweils vorgängig vom FC Härkingen genehmigt.

Früher, das heisst vor mehr als zwanzig Jahren, habe die Party noch in Härkingen stattgefunden. Zudem sei es damals noch eine Silvesterparty gewesen. «Aber dann wollten immer weniger Helfer an Silvester anpacken», so Pfluger. Darauf sei man auf die Idee gekommen, anstelle der Silvesterparty eine Chlausenparty zu veranstalten.