Gunzgen

Begegnungszone ist ein grosser Wunsch der Gunzger Bevölkerung

Geleitet von Vertretern des BSB-Planungsbüros (links sitzend Monika Kuster) diskutierten und notierten die Gunzgerinnen und Gunzger Lob (Grün), Kritik (Rot) und Zukunftswünsche (Schwarz) für die Gemeinde.

Geleitet von Vertretern des BSB-Planungsbüros (links sitzend Monika Kuster) diskutierten und notierten die Gunzgerinnen und Gunzger Lob (Grün), Kritik (Rot) und Zukunftswünsche (Schwarz) für die Gemeinde.

Rund 30 Personen diskutierten an der «Zukunftswerkstatt» in Gunzgen das räumliche Leitbild. Bis in drei Jahren soll nun eine Ortsplanung vorliegen, die alle zufrieden stellt. Alle wünsche der Bevölkerung zu realisieren wird aber nicht möglich sein.

Präsident Hansruedi Krähenbühl hiess am Mittwochabend 30 Personen zur Mitwirkungsveranstaltung für das künftige räumliche Leitbild der Gemeinde willkommen. Unter dem Motto «Zukunftswerkstatt» warfen die Gunzgerinnen und Gunzger, gemeinsam mit den Behördenvertretern, einen Blick in die letzten und nächsten 20 Jahre der Gemeinde.

Als Moderatoren und Protokollführer wirkten Simon Friedli, Tobias Stüdi, Monika Kuster und Thomas Ledermann vom Oensinger Planungsbüro BSB. Sie wollten den Puls der Gunzgerinnen und Gunzger fühlen und deren Eingaben notieren, um sie in die Ortsplanungsrevision einfliessen zu lassen, «damit wir in etwa drei Jahren eine Ortsplanung vorliegen haben, die für alle zufriedenstellend ist, so Krähenbühl. «Alles werden wir aber nicht realisieren können.»

Mit dem neuen räumlichen Leitbild beziehungsweise der Ortsplanungsrevision steige man «in eine neue Ära», hielt Simon Friedli fest. «Es wird sich Einiges ändern.» Er bezeichnete das Leitbild als «gute Grundlage für die Ortsplanungsrevision. Wir wollen nicht, dass sich die Gemeinde zufällig entwickelt, sondern uns bewusst mit der Zukunft befassen und damit ihre Entwicklung steuern und beeinflussen.»

Und die anwesenden Einwohner/-innen gaben den Gemeinde- und Planungsbürovertretern kräftig Input. Im ersten Teil waren Lob und Kritik an der Reihe. Als positiv und schön wurden die ländliche Struktur und Optik des Dorfes bezeichnet, die intakte Infrastruktur, das Verhältnis zwischen Wohnblöcken und Häusern, die eigene Schule mit Anlagen, vorhandene Einkaufsmöglichkeiten inklusive eigener Post und Bank, die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, die funktionierende Gemeinschaft ohne Anonymität, die politische Ruhe sowie die Nähe zu Natur/Naherholungsgebiet, Stadt/Zentrum und Autobahn. Den Gunzgerinnen und Gunzgern gefällt auch die Aktivität der Senioren, die regionale Zusammenarbeit sowie die finanzielle Situation Gunzgens.

Kritisiert hingegen wurden die mangelnde Jugendarbeit und Sicherheit in den Quartierstrassen inklusive teilweise falsch platzierter Fussgängerstreifen sowie die zunehmenden Verkehrsaufkommen, Lärm, Immissionen und Emissionen.

Die Gunzgerinnen und Gunzger stört zudem das Fehlen von Begegnungszone und Lärmschutz, eine dorfeigene Oberstufenschule, die nicht frei zugängliche Kiesgrube, der Kindermangel und die nicht zufriedenstellende Industriequalität.

Als weiterer Kritikpunkt wurde die Hortung beziehungsweise Verschwendung von Bauland angegeben.

Siedlungsentwicklung nach innen

Die Anwesenden waren auch aufgefordert, ihre Zukunftsvorstellungen und Visionen anzugeben. So wünschten sie sich eine Kernzonenerweiterung, die Schaffung einer Begegnungszone mit Café, eine traditionelle Dorfbeiz, Freibad oder Badesee, Genossenschaftsbauten, betreutes Wohnen für Senioren sowie medizinische und zahnärztliche Versorgung im Dorf.

Gefördert werden sollen im Weiteren die Schulwegsicherung, die Verkehrsplanung auf der Kantonsstrasse, das Auffüllen von Schulklassen, die Schaffung einer betreuten, autonomen Jugendplattform sowie ÖBA-Reserven (öffentliche Bauten), die Umgestaltung des Kieswerkes, eine Erhöhung der Arbeitsplatzqualität und ein moderates Bevölkerungswachstum auf etwa 2000 Personen.

Dazu hoffen die an der «Zukunftswerkstatt» Teilnehmenden auf eine saubere Bauzonenplanung. «Die Bevölkerung will keine Siedlungsentwicklung nach aussen, sondern eine nach innen und hätte am liebsten keine Kantonsstrasse mehr durchs Dorf», fassten die BSB-Planer zusammen.

«Ein Begegnungsplatz mit gewisser Infrastruktur scheint den Leuten am Herzen zu liegen», stellte Gemeindepräsident Hansruedi Krähenbühl als Fazit des Abends fest. Er versprach den Anwesenden, dass «der Faden in der Arbeitsgruppe weitergespannt» werde.

BSB-Vertreter Simon Friedli zeigte nach rund anderthalbstündiger Diskussion das weitere Vorgehen auf. Nach der Prüfung von Lösungen und Ideen soll ein Leitbildentwurf erarbeitet werden, der vom Amt für Raumplanung vorgeprüft wird.

Anschliessend stehen die nächste Bevölkerungsinformation, die Verabschiedung des Leitbilds durch die Gemeindeversammlung, angedacht im Frühjahr 2015, sowie die Umsetzung bei der Nutzungsplanung im Rahmen der Ortsplanungsrevision auf dem Programm.

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