St.Peter at Sunset

Beatrice Egli bringt «pure Lebensfreude» nach Kestenholz

Volkmusikstars Beatrice Egli und Semino Rossi begeistern am Donnerstag bei St. Peter at Sunset. Die Schlagerfans des Festivals schunkeln und singen, was das Zeug hält.

Sie kann etwas und zeigt dies nicht nur diesen Samstagabend in ihrer ersten eigenen (aufgezeichneten) TV-Show: Beatrice Egli begeisterte am Donnerstag auch live mit eigener Band am Volksmusikabend des Festivals St. Peter at Sunset. «Auf die Plätze fertig, ins Glück»: Gleich der erste, temperamentvoll vorgetragene Hit riss die rund 3000 Besucher des Schlagerabends von den Sitzen.

Pure Lebensfreude

Beatrice Egli ist ein Star am deutschen und Schweizer Schlagerhimmel und hat in den letzten Jahren ein halbes Dutzend erfolgreiche Alben veröffentlicht. Und als Star tritt sie denn auch mit zwei Background-Vokalistinnen auf, wechselt in kurzen Umziehpausen ihre Kleidung, zeigt eine durchgestylte Bühne mit Light- und Videoshow, Fontänen und Trockeneisnebel.

Sie ist vor allem deshalb gut, weil sie weiss, was sie kann und das auch konsequent und perfekt, vor allem aber authentisch anbietet: Sie singt deutsche Schlager und vermittelt «pure Lebensfreude», wie sie versprochen hat. Neben ihren Hits stellt sie zwischendurch auch ein neues Lied vor, «Wo bist du für mich?» beispielsweise, von dem sie erzählt, dass sie auch mitgetextet habe.

Fitness mit Rossi

Auch der argentinische Schmusesänger Semino Rossi ist ein grosser Star und mit Mitte 50 auf dem Höhepunkt einer Karriere, die er als Strassenmusikant in der Schweiz begonnen hat. In Kestenholz trat er ohne Band, mit Halb-Playback auf, aber immerhin begleitet von drei attraktiven Backgroundsängerinnen in hautengen, schulterfreien, knallroten Kostümen.

Rossi ist dann besonders gut, wenn er in seiner Muttersprache singt, «Besame mucho» beispielsweise: Die Vokale in den fremdsprachigen Liedern lassen sich mit viel mehr weichem Schmelz vortragen als die vielen «A» in seinen deutschen Hits. Den Schlagerfreunden in Kestenholz nahm er gleich zu Beginn seiner Show das Versprechen ab, tüchtig mitzumachen. Weil «viel Sitzen nicht gesund ist» liess er das Publikum oft aufstehen und gab ihm zu schunkeln, zu klatschen, mitzusingen und zwang ihm gar Atemübungen auf – Fitness mit Semino Rossi.

Stimmungskanonen

Vor den beiden Stars des Abends, durch den Sportmoderator Sascha Ruefer witzelnd und selbstironisch führte, gabs zwei weitere bekannte Acts aus der volkstümlichen Schlagerszene.

Der Zillertaler Sänger und Akkordeonist Marc Pichler entpuppte sich erneut als Stimmungskanone mit vielen eigenen, leicht rockig angehauchten eigenen Songs: Sein grösster Hit in 23 Bühnenjahren, «Sieben Sünden», durfte nicht fehlen so wenig wie die Zillertaler Schürzenjäger-Schnulze «Sierra Madre» oder ein Medley mit Chansons von Pichlers Landsmann Udo Jürgens.

Gut unterwegs

Gut unterwegs zu sein scheint auch die Sängerin und Ostschweizer TV-Moderatorin Linda Fäh mit Schlagern, die ebenfalls zum Schunkeln und Mitsingen verlocken. In Kestenholz waren ihr im Vorprogramm nur 20 Minuten in Halb-Playback zugestanden worden.

Sie wagte es allerdings, den Helene-Fischer-Superhit «Atemlos» als nachdenklich wirkende Ballade vorzutragen – in der Regel werden ja Cover-Versionen schneller als das Original gesungen. «Ich wollte etwas Eigenes daraus machen», sagte die sommerlich leicht bekleidete Ex-Miss-Schweiz. Ihren kurzen Auftritt nutzte auch sie, um einem dankbaren Publikum alles zu geben, was sie zu bieten hat – Fröhlichkeit, Heiterkeit und gute Stimmung.

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