Asylzentrum
BDP ist irritiert über SVP-Aussagen zur Villa Marti

Die BDP Kanton Solothurn zeigt sich in einer Medienmitteilung schockiert über die Äusserungen von SVP-Kantonalpräsident Silvio Jeker betreffend die Unterbringung von 15 Asylsuchenden in einem 6-½-Zimmer-Haus in Oensingen.

Merken
Drucken
Teilen
In Kajütenbetten leben in der «Villa Marti» bald 15 Menschen. Ist das eine Luxuslösung, wie die SVP kritisiert?

In Kajütenbetten leben in der «Villa Marti» bald 15 Menschen. Ist das eine Luxuslösung, wie die SVP kritisiert?

Erwin von Arb

«In den Äusserungen der SVP hat die Menschenwürde keinen Platz», schreibt die BDP. Die Mittepartei stört sich an den Aussagen der SVP, die Unterbringung im 6-1⁄2-Zimmer-Haus müsse für die Asylsuchenden wie ein «Paradies auf Erden» wirken.

«Wenn man unter ‹Paradies auf Erden› versteht, dass man aus der Heimat vertrieben, in einem fremden Land, in dem man nicht willkommen ist, zusammen mit 14 anderen, wildfremden Personen, welche nicht mal die gleiche Sprache sprechen, in einem Haus untergebracht wird, dann möchten wir von der BDP nie im Paradies ankommen», hält BDP-Kantonalpräsident Markus Dietschi fest und verweist auf seine Wohngemeinde Selzach.

Dort würden schon seit Jahren Asylsuchende in der ehemaligen «Schläfli-Villa» untergebracht. «Wir kennen niemanden, der mit diesen Leuten tauschen und in diese ‹Villa› einziehen möchte.» Die BDP sei der Meinung, dass Oensingen eine gute Lösung für die Unterbringung von Asylsuchenden gefunden habe.

Gleichzeitig fordert die BDP beschleunigte und konsequentere Asylverfahren, «sodass die Schengen-Dublin-Fälle möglichst rasch in das Erstasylland zurückgeführt und ungerechtfertigte Gesuche rascher abgewiesen werden können». (SZR)