Balsthal

«Bauschtu im Fernsehdschungel» – die TV-Präsenz der Gemeinde war grosses Thema am Umzug

Am Umzug in Balsthal war die TV-Präsenz der Gemeinde ein grosses Thema bei den Fasnachtscliquen. Und erstmals gab es eine Plakettenpflicht für die Besucher.

14.05 Uhr setzte sich die lange Umzugsschlange in Richtung Dschungel in Bewegung. Das Motto «Ab i Dschungu» scheint viele Fasnachtsgruppen dazu animiert haben, am Umzug, der rund zwei Stunden dauerte, das Motto umzusetzen. Dabei scheint keine Rolle gespielt zu haben, welche Tiere nun genau in den Dschungel passten. Es waren zum Beispiel Huskys, Robben oder Eisbären zu entdecken. Im Dorfkern herrschte ein regelrechter Dschungel, wenn man einen Wirrwar als solchen bezeichnen darf. Es waren dieses Jahr sehr viele Heimweh-Bauschtler und Heimweh-Thaler auszumachen, die sich die fasnächtliche Stimmung nicht entgehen lassen wollten.

Vielleicht hat auch das Schweizer Fernsehen SRF 1 dazu beigetragen, dass der Name Balsthal in aller Munde war. Diese Sendungen haben die Balsthaler Macarenas zum Anlass genommen, einen entsprechenden Wagen zu bauen. «Bauschtu im Fernsehdschungel», lautete ihr Sujet. Zu sehen waren der bekannte Oldtimer der Feuerwehr, natürlich besetzt mit Stephan Berger, dem Sieger von «Mini Schwiiz - dini Schwiiz» und mit einer Jassgruppe aus dem «Donnschtig-Jass». Eine Neuerung, die mehrheitlich gutgeheissen wurde, war die gänzliche Sperrung der Umzugsroute. Der Präsident des Fasnachtskomitees, Sascha Spring, sagte: «Alle Besucher, die den Umzug geniessen wollen, müssen neu eine Fasnachtsplakette erstehen, zum Beispiel eine silbrige für 10 Franken. Mit diesem Geld können wir einen Teil der Kosten, welche die Durchführung und den Erhalt der Dorffasnacht garantieren, abdecken.» Erwähnenswert und zu loben ist in diesem Zusammenhang der Gestalter der Plakette, nämlich der Balsthaler Comic-Künstler Franz Zumstein.

«Bauschtu im Fernsehdschungel» – die TV-Präsenz der Gemeinde war grosses Thema am Umzug

  

Umzug wird vom Kornhausplatz aus moderiert

Der Umzug umfasste 35 Nummern. Davon sorgten sieben Guggenmusiken und eine Tambourformation für die nötige Stimmung, Die Namen der Guggen lassen erahnen, welchen Sound sie von sich geben: Trommelschläger, Heuwänder, Tönlifurzer, Bööge-Brätscher, Rohrspatzen, Bechburg-Schränzer oder Büttysuger. Begrüsst und vorgestellt wurden die einzelnen Nummern über Lautsprecher durch Daniel Peter alias DJ Gonzo vor dem Kornhausplatz. Angeführt wurde der Umzug durch die Gewinner der Maskenprämierung. Es waren die drei Ureinwohnerinnen, welche den Zuschauern, dem heutigen Trend folgend, allerlei Insekten und Würmer anboten. Dann verwandelten sich die unermüdlichen Aphronixen in einer Tanzeinlage in lebendige Dschungelpflanzen. Unglaublich, was die Wagenbauer für vorfasnächtlichen Aufwand treiben. Die Gruppe «Sack Zemänt» zum Beispiel hat mit ihrem imposanten Wagen bereits im Oktober angefangen. Sie stellten Safarijäger dar, welche auf Jagd exotischer Tiere waren. Ein furchteinflössender Gorilla im Käfig scheint ein erstes Opfer gewesen zu sein. Leicht politisch und gwundrig gaben sich die Paradiesvögel. Sie führten ein Riesen-Überraschungsei mit sich und fragten im Hinblick auf die Wahl des neuen Gemeindeverwalters: «Ei, ei, ei, letzte Chance vorbei – wer zieht jetzt in die Gemeindeschreiberei?»

Einige Thaler Gruppen machten auf originelle Art auf das kommende Schwingfest in Matzendorf aufmerksam. Weiter waren angsteinflössende Kannibalen unterwegs, die bereits fündig geworden waren. Ebenfalls auf Nahrungssuche, sprich «Bier», waren die Chnuppesager. Als Neander- Chnuppis bildeten sie den Abschluss des vielseitigen und langen Umzugs.

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