Die seit Jahren an der Dorfstrasse klaffende Baulücke gegenüber der Metzgerei Wyss soll schon bald der Vergangenheit angehören. Auffüllen will diese die Forelo Immobilen und Entwicklungs AG aus Thalwil ZH, wie Inhaber Jürg Bircher auf Anfrage bestätigt.

Beim geplanten Projekt handelt es sich um fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 44 Wohnungen, die auf einem rund 7000 Quadratmeter grossen Areal realisiert werden sollen.

Zufällig auf das Bauland gestossen

Das Investitionsvolumen für das vom Zürcher Planungsbüro Duksch + Anliker Architekten AG entworfene Projekt beträgt 18 Mio. Franken. Verbaut davon werden 14 Mio. Franken, der Rest wurde für den kürzlich getätigten Landkauf aufgewendet. «Das ist unser erstes Projekt im Kanton Solothurn», erklärt Bircher. Auf das Bauland im Gäu sei er zufällig im Internet gestossen. «Unser Job besteht darin, Projekte zu entwickeln und zu realisieren und die Objekte danach wieder zu verkaufen», so Bircher. Ob das auch in Neuendorf der Fall sein werde, sei noch offen.

Sorgen, dass die Wohnungen nicht oder nur schlecht vermietet werden könnten, macht sich Bircher keine. Er habe Kenntnis davon, dass die UBS-Pensionskasse im Banacker derzeit sieben Mehrfamilienhäuser baue. «Ich glaube, die Wachstumsregion im Gäu verträgt das, und wenn wir attraktiven Wohnraum zu günstigen Preisen anbieten können, finden wir Mieter.»

Fassaden zweiteilig gestaltet

Im noch bis 26. Oktober auf der Gemeindeverwaltung aufliegenden Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften ist ersichtlich, dass an der Dorfstrasse zwei grössere Mehrfamilienhäuser zu stehen kommen sollen, drei kleinere sind südlich davon vorgesehen. Die grösseren Gebäude verfügen über zwei Geschosse mit einem dritten Geschoss als Galerie. Die drei kleineren Mehrfamilienhäuser sind zweigeschossig und mit kleinen Flachdachanbauten geplant.

Auffällig ist die Gestaltung der Fassaden der zwei Mehrfamilienhäuser an der Dorfstrasse, welche optisch an die vorherrschenden Bauernhäuser an der Strasse erinnert. Erreicht wird dies, indem der dem Ökonomieteil nachempfundene Teil der Fassade in Holz ausgeführt wird. Verstärkt wird diese Optik mit einem für Bauernhäuser typischen Dachversatz. Mit dieser Gestaltung wird dem Umstand Rechnung getragen, dass sich die zwei Mehrfamilienhäuser in der Kernzone befinden. Die drei anderen ebenfalls mit Holzelementen versehenen Häuser liegen teilweise in der Kernzone oder in der Kernrandzone. Die daraus resultierenden Mehrkosten halten sich in Grenzen, wie Bircher dazu ausführt.

Ungefährliche Altlast

Keine grosse Kostensteigerung zur Folge haben dürfte die Altlast, welche sich im Gebiet Hostet im Boden befindet. Dabei handelt es sich um eine alte Deponie, in der bis 1965 sogenannte Siedlungsabfälle entsorgt wurden. Eine Gefahr geht von dieser Deponie mit einem Volumen von etwa 1200 Kubikmetern allerdings nicht aus, wie Martin Brehm vom kantonalen Amt für Umwelt erklärt. Handlungsbedarf bestehe nur, wenn an diesem Standort ein Aushub gemacht würde. Dieses Material müsste dann ordentlich in einer Deponie entsorgt werden.

Die Erschliessung der geplanten Wohnüberbauung soll über die Dorfstrasse realisiert werden. Darüber erfolgt auch die Einfahrt in die gemeinsame Einstellhalle im Untergeschoss der fünf Mehrfamilienhäuser mit 58 Parkplätzen und separaten Veloräumen. Oberirdisch sind sieben Besucher- und Kundenparkplätze geplant. Beheizt werden die Mehrfamilienhäuser mit Erdwärmepumpen. Vorgesehen ist ferner der Bau eines Fussweges zwischen der Dorfstrasse und dem Chäsiweg.

Baugesuch soll Ende Monat folgen

Nun hofft Bircher, bis Ende Oktober auch das Baugesuch einreichen zu können. Der Baubeginn soll im Frühjahr oder im Sommer 2016 erfolgen, je nach Ablauf des Bewilligungsverfahrens.

Der Gemeinderat habe Kenntnis vom Projekt und den Gestaltungsplan vorbehaltlich der Bewilligung durch den Regierungsrat verabschiedet, sagt Gemeindeverwalterin Regula Steccanella. Weiterhabe sich der Rat damit nicht beschäftigt.