Laupersdorf

Bauer züchtet in Laupersdorf Bio-Freilandschweine – eine Seltenheit in der Region

Eine artgerechte Tierhaltung gehört mittlerweile zum Standard in der Produktion von Fleisch, zumindest in der Schweiz. Trotzdem verbringen viele Tiere, insbesondere Schweine, die meiste Zeit ihres Lebens in einem Stall oder Gehege, bis sie geschlachtet werden. Doch bei André Flück auf dem Chäppelisacker in Laupersdorf sieht das anders aus.

Hier leben zwischen Hof und Thalstrasse seit ungefähr zwei Monaten Freilandschweine auf der Wiese. Laut Bauer André Flück sind diese Schweine in der Region eine Seltenheit. «Es sind Bio-Freilandschweine. Wir sind fast die Einzigen mit einer solchen Herde», sagt Flück. Insgesamt sind es zehn Schweine, die alle derselben Gewichts- und Altersklasse angehören.

Durch Freiland weniger schnell zum Schlachthof

Doch weshalb hält der Laupersdörfer seine Schweine auf diese Art und Weise? Im Vordergrund steht, dass die Freilandhaltung sehr viel tierfreundlicher ist als die herkömmliche, sagt der Landwirt. Allerdings gibt es auch einen einfacheren Grund: «Ich habe um das Haus herum kaum Platz, weshalb ich die Schweine der Einfachheit halber auf dem Freiland halte.» Auch ist eine solche Zucht viel kostengünstiger, da keine Unterhaltskosten für ein Gebäude entstehen. Die Haltung der Freilandschweine hingegen schildert der Thaler Bauer als sehr speziell, vor allem weil die Tiere tun und lassen können, wie es ihnen beliebt. Am Tag hocken sie meistens im Schatten, gegen Abend werden sie laut Flück aber etwas aktiver. «Sie fressen Gras. Regelmässig spritze ich Wasser auf den Boden, und die Schweine suhlen sich dann im Dreck», erzählt der Laupersdörfer lächelnd.

Die Schweine, die zu Beginn ein durchschnittliches Gewicht von 25 Kilogramm auf die Waage brachten, hat er ungefähr vor zwei Monaten gekauft. Seitdem werden die Paarhufer gemästet, bis sie ein Gewicht von zirka 100 Kilogramm erreichen und für die Schlachtung bereit sind.

Produziert werden sollen neben Würsten unter anderem auch Nierstücke, Ragout oder Steaks. Aber noch haben die meisten Schweine erst die Hälfte ihres vorgesehenen Schlachtgewichts erreicht. Im Gegensatz zu anderen Mastschweinen brauchen die Freilandschweine etwas mehr Zeit, bis sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben. Nachwuchs ist beim Laupersdörfer aber nicht geplant, diese Schweine hier sind gemäss Flück nur zum Mästen gedacht.

Über Nacht in die Unterkunft

Auch wenn die Schweine den ganzen Tag oder am Abend auf der Wiese herumtollen und sprichwörtlich die Sau rauslassen dürfen, so können sie nicht die ganze Zeit im Freien sein. «Am Abend schliesse ich das Mobil, in dem die Schweine übernachten, damit sie nicht in Konflikt mit Wildschweinen
geraten», sagt Flück. Als weiteren Grund, die Schweine nicht die ganze Zeit draussen halten zu können, nennt Flück das Wetter. Im Winter verzichtet der Bauer auf eine Freilandhaltung. «Dann wird es zu aufwendig, besonders wenn das Wasser oder der Boden zufriert.»

Auch wenn sie Freilandschweine heissen: Eine eigenständige Rasse bilden sie durch die Bezeichnung nicht. Flück sagt, er könne sich durchaus vorstellen, einmal Duroc-Schweine zu halten, deren schmackhaftes Fleisch besonders unter Fleischkennern und Gastronomen sehr gefragt ist, wobei diese Tiere in sehr wenigen Betrieben gezüchtet werden. Flücks Schweinefleisch kann vorbestellt werden.

Meistgesehen

Artboard 1