Oensingen
Bauen wie anno dazumal: Das Fundament fürs TV-Bauernhaus steht schon

Das SRF-Projekt «Leben wie vor 500 Jahren» beim Schloss Neu-Bechburg in Oensingen nimmt Form an. Das Fundament für das Bauernhaus steht bereits, ebenfalls ist schon Getreide angesät.

Isabel Hempen
Merken
Drucken
Teilen
Aufbau zum «Schweiz-Aktuell»-Sommerprojekt «Leben wie vor 500 Jahren» in Oensingen hat begonnen
11 Bilder
Aufbau zum "Schweiz-Aktuell"-Sommerprojekt Leben wie vor 500 Jahren in Oensingen
Hier entsteht das Bauernhaus
Auch einen Acker gibt es
Der Bauernhof wird nordwestlich des Schlosses Neu-Bechburg aufgebaut
Die Strasse ist abgesperrt
Dieses Schild steht beim Gelände

Aufbau zum «Schweiz-Aktuell»-Sommerprojekt «Leben wie vor 500 Jahren» in Oensingen hat begonnen

Bruno Kissling

Die Kulisse wächst. Und zwar im Wortsinn. Für das SRF-Sommerprojekt «Leben wie vor 500 Jahren» sind derzeit die Aufbauarbeiten ob dem Schloss Neu-Bechburg in Gang. Auf dem Acker, den die – noch nicht bekannt gegebene – Bauernfamilie bestellen wird, spriessen bereits Emmer und Einkorn. «Alte Getreidesorten, die wir mit Pro Specie Rara ausgesucht haben», wie SRF-Projektleiter Matthias Thomi erklärt.

Kestenholzer Familie am SRF-Casting
6 Bilder
Samuel Schmid, Projektleiter Radio mit der Familie
Welche Waren und Lebensmittel gab es 1517 schon und welche nicht? Dies war ein Posten beim Casting.
Marlis Dürst erklärt den Flachs
So wird Flachs getrocknet, unter dem Blech ist Feuer.
So sieht der Flachs verarbeitet aus

Kestenholzer Familie am SRF-Casting

Hansjörg Sahli

Auch Erbsen sind gepflanzt: «Damit die Familie was zu tun hat», meint Thomi verschmitzt. Und natürlich Zibeli, das muss in Oensingen schon sein. Die Saat sei schon lange im Boden, sagt Thomi. «Nun hoffen wir, dass das Regenwetter nicht zu viel Schaden angerichtet hat.» Es sehe aber glücklicherweise nicht danach aus. Die Bauernfamilie soll schliesslich eine Ernte einbringen können.

Eigenleistungen für 40'000 Franken

Der Gemeinderat Oensingen unterstützt das SRF-Projekt «Leben wie vor 500 Jahren» mit einen Sponsoring-Beitrag in der Höhe von 40'000 Franken. Geleistet wird dieser Beitrag mit Eigenleistungen in den Bereichen Infrastruktur und Sicherheit. 22'500 Franken für geschätzte 250 Arbeitsstunden entfallen auf den Werkhof für die Installation von Signalisationen und Absperrungen. Dazu kommen 5000 Franken für die Anschaffung und den Bau einer Wasserleitung zum SRF-Bauernhof beim Schloss sowie 5000 Franken Materialkosten für die Beschriftungen der Parkplätze. 4000 Franken wurden für die Dienste der Feuerwehr und 3500 Franken für den Aufwand des Sekretariats eingesetzt. Weitergehende Kosten als der vom Gemeinderat bewilligte Nachtagskredit von 40'000 Franken, etwa für einen Secutritydienst oder für die Verkehrseinweisung, werden dem OK «Leben wie vor 500 Jahren» in Rechnung gestellt. (eva)

Auch das Fundament für das Haus, das die Familie bewohnen wird, ist bereits gelegt. Spätestens bis zum Sendungsbeginn am 17. Juli muss auch der Rest stehen. Für den Bau hat das Schweizer Fernsehen das Unternehmen Ryf Holzbau Bedachungen aus Oensingen engagiert. «Wir legen Wert darauf, mit Leuten aus der Region zusammenzuarbeiten», so Thomi.

Die Firma Ryf habe überzeugt, da sie das Haus wie anno dazumal aus ganzen Baumstämmen zimmern wird. «Da darf auch mal einer schräg liegen oder eine Ritze in der Wand sein», meint er lachend. Derzeit werden die Balken für den Bau zugesägt.

Auf Alt getrimmt

«Das Problem dabei: Das Ganze soll nicht neu aussehen», sagt Thomi. Deshalb würde das Holz der Witterung ausgesetzt. Später werde noch die Oberfläche abgebrannt, damit es einen dunkleren Ton erhalte. Als ob es schon Jahrzehnte dem Wetter und der Sonne getrotzt habe. Das fertige Haus wird laut Thomi eine Fläche von 6 auf 8 Quadratmetern haben.
Neben den sichtbaren Bauarbeiten wird die Sendung derzeit auch inhaltlich konzipiert. So wird die Familie ein Auskommen finden müssen, indem sie ihre Produkte etwa auf dem Markt feilbietet. Denn sie wird der Obrigkeit auch einen Zehnten abgeben müssen. Damit sie sich auch unter den Bedingungen von vor 500 Jahren schlägt, wird ihr im Laufe der Dreharbeiten altes Handwerk beigebracht.

Sobald die Familie einzieht und die Sendung im Fernsehen übertragen wird, ist es möglich, dem Geschehen als Zuschauer von der Burg aus beizuwohnen. Vorher jedoch sind Besucher nicht erwünscht, wie Thomi betont. «Uns ist wichtig, dass die Kulisse historisch korrekt belassen bleibt und nichts beschädigt wird», sagt er. Beim Schauplatz handle es sich zudem um Privateigentum, das nicht ohne Erlaubnis betreten werden darf.

Die Sendung wird vom 17. Juli bis zum 4. August 2017 jeweils von Montag bis Freitag auf SRF ausgestrahlt; die Sendezeit beträgt rund 16 Minuten täglich. Anfang Juni wird mitgeteilt, welche Familie in den Bauernstand treten wird.