Aedermannsdorf

«Bauen ist Vertrauenssache»: Chef von Bader Holzbau hält Qualität der Arbeit hoch

Mit dem Holz gewachsen: Beat Bader ist Geschäftsführer des Familienbetriebs mit 31 Mitarbeitenden.

Mit dem Holz gewachsen: Beat Bader ist Geschäftsführer des Familienbetriebs mit 31 Mitarbeitenden.

Die Bader Holzbau AG aus Aedermannsdorf wuchs mit Gesamtkonzepten vom Kleinbetrieb zur respektablen Mittelfirma.

Zwei Arbeitsplätze in einem Büroraum mit kleinem Sitzungszimmer im Erdgeschoss des Wohnhauses, am alten Panzerschrank kleben Fotos der fünf Grosskinder, die um die Wette strahlen. Die Atmosphäre erinnert an eine heimelige Stube, dabei ist es die «Schaltzentrale» der Bader Holzbau AG in Aedermannsdorf.

Beat Bader und seine Ehefrau Denise Bader arbeiten «Hand in Hand» und leiten den Familienbetrieb. Und Familienbetrieb ist hier nicht nur eine Phrase, sondern Realität. Denn die drei Söhne Matthias, Björn und Jonas führen das Unternehmen als Projektleiter tatkräftig mit.

«Grösster Arbeitgeber im Dorf»

Hinter der Bescheidenheit steckt ein inzwischen respektables Unternehmen mit 31 Mitarbeitenden. «Wir sind der grösste Arbeitgeber in Aedermannsdorf und einer der grössten Holzbetriebe im Dünnerntal», sagt Geschäftsführer Beat Bader. Tätig ist die Firma in den Bereichen Holzbau mit einem Umsatzanteil von rund 60 Prozent und der Schreinerei mit einem Anteil von 40 Prozent. Im Holzbau bietet die Firma neben Dach- und Fassadenarbeiten auch Systemhäuser an. «Wir sind in der Lage, den Elementbau von Beginn weg zu planen, zu konstruieren und zu montieren», erläutert der Unternehmer.

Jährlich seien es zehn bis zwölf Holzhäuser. In den Bereich Schreinerei fallen sämtliche Innenausbauten, von Möbeln, Türen bis hin zu Treppen. Insbesondere fertigt der Betrieb auch Fenster – «natürlich aus Holz», sagt Bader lachend. Auf dem Rundgang zeigt der gelernte Zimmermann mit Meisterprüfung den modernen Fensterautomaten, auf welchem Fenster in allen Ausführungen produziert werden.

Die Produktepalette ist nicht zufällig gewachsen, sondern ist Teil der Firmenphilosophie. «Wir bieten Gesamtkonzepte an, damit der Bauherr möglichst wenige Ansprechpartner hat», so Bader. Und: «Für uns ist die Planung eine Dienstleistung, welche dem Kunden einen Mehrwert verspricht.» Man versuche damit auch, sich von der Konkurrenz abzuheben. Und diese sei nicht klein. Zwar sei die seit Jahren gut laufende Baukonjunktur ein guter Treiber für die Geschäftsentwicklung, aber es herrsche trotzdem «ein enormer Preiskampf». Der Druck auf die Marge sei hoch.

Enormer Termindruck

Das habe auch mit den stetig steigenden Ansprüchen der Kunden zu tun. Dank dem Internet seien die Kunden viel besser informiert, in Sekundenschnelle könne der Bauherr heute selber 20 Grundrisse oder Fassadengestaltungen entwerfen – und dann müsse der Holzbauer besser gestern als morgen liefern. «Der Termindruck ist sehr hoch und Ziel muss sein, gleichzeitig die Qualität zu halten.» Beat Bader spricht von einer grossen Herausforderung. «Denn wir fertigen alle Elemente, Fenster und Inneneinrichtungen individuell – wir können nicht auf Lager vorproduzieren.»

Wegen des anhaltenden Preiskampfes kauft das Unternehmen auch mehr Vorleistungen ein. «Früher haben wir das Rohholz im Betrieb auf unserer eigenen Abbundanlage zugeschnitten, gehobelt und verleimt. Heute wird das Holz nach unseren Plänen und Angaben in den Sägereien bearbeitet und fixfertig direkt auf die Baustelle angeliefert.» Nur so könne man preislich konkurrenzfähig sein. «Denn letztlich schaut der Kunde auf die Zahl unten rechts in der Offerte.» Ebenfalls aus preislichen Gründen verbaue man auch nicht ausschliesslich Schweizer Holz, sondern vermehrt auch Rohstoffe aus Deutschland, Österreich oder Slowenien.

Prestigebauten am Weissenstein

Das Marktgebiet der Bader Holzbau AG erstreckt sich heute von Basel bis Bern, mit Schwergewicht Kanton Solothurn. Einzelne Aufträge seien auch schon im Tessin, im Wallis oder im Raum Zürich erledigt worden. «Für das Unternehmen in der heutigen Grösse wäre die nahe Region als Absatzmarkt zu klein», begründet der Geschäftsführer den nationalen Auftritt. So hat sich das Unternehmen in der Branche mit etlichen Prestigeobjekten landesweit einen Namen geschaffen. So etwa mit den Dachkonstruktionen der drei eleganten Stationen der Seilbahn Weissenstein oder den Renovationen im Alten Zeughaus und im Stadttheater Solothurn. Ein ungewöhnlicher Auftrag ist aktuell am Laufen. «Wir restaurieren sämtliche Kirchenbänke inklusive Holzboden in der Stadtkirche Olten.»

Zurück im Büro zeigt sich Beat Bader zuversichtlich für die Zukunft. Mit dem Geschäftsgang in den vergangenen Geschäftsjahren und im laufenden Jahr sei er zufrieden. Den Umsatz beziffert er, abhängig von einzelnen Grossaufträgen, auf vier bis fünf Millionen Franken. Es gelte wie erwähnt die Qualität der Arbeit hochzuhalten. «Bauen ist Vertrauenssache.» Dazu benötige es motiviertes und engagiertes Personal. «Das Personal ist unser Gold.» Letztlich schlage nicht der Chef, sondern der Mitarbeitende den Nagel ein auf der Baustelle. Deshalb lege man auch Wert auf die Ausbildung genügend vieler Fachkräfte. Der Betrieb zählt jeweils fünf bis sechs Lernende.

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