Mümliswil

Bau-Dilemma: Das Land ist vorhanden, jedoch nicht zu kaufen

Wie soll in Mümliswil Bauland auf den Markt kommen? Diese Frage beschäftigt den Gemeinderat.

Wie soll in Mümliswil Bauland auf den Markt kommen? Diese Frage beschäftigt den Gemeinderat.

Mümliswil hat einige Bauland-Reserven, doch Bauwillige blitzen derzeit ab. Die gemeindeeigenen Bau-Reserven sind erschöpft. Die rund 40 Bauplätze in privatem Eigentum kommen seit Jahren nicht auf den Markt.

Schon seit zwei Ratssitzungen diskutiert der Mümliswiler Gemeinderat ein Dilemma: Was können wir tun, damit junge bauwillige Familien im Dorf Bauland erwerben können? «Wir möchten sie im Dorf behalten, doch die gemeindeeigenen Bau-Reserven sind erschöpft», wurde gesagt. «Wir wissen momentan von rund acht Parteien, die auf der Suche nach Bauland oder Immobilien sind», präzisiert Gemeindepräsident Kurt Bloch das Problem. Ihn erreichen Bau-Anfragen immer wieder und es bleibe ihm nichts anderes übrig, als jedes Mal die Leute an die gleichen Landeigentümer zu verweisen.

Dem gegenüber sind aber rund 40 Bauplätze in privatem Eigentum, die seit Jahren nicht auf dem Markt kommen. Was also tun? «In der Regel funktioniert so etwas nur, wenn es einen Anreiz gibt», sagte Gemeinde-Vizepräsidentin Rita Füeg. Dem stimmten ihre Ratskollegen im Grundsatz zu. Doch welchen Anreiz? Soll sich die Gemeinde überhaupt in den Markt einmischen oder nur als Vermittler tätig werden, wurde gefragt.

Vermittler zwischen Kaufwilligen und Verkäufern

Zudem: Die leerstehenden Dörfer im Dorfkern neu zu beleben, sei doch noch wichtiger, hiess es. «Wir haben gemäss Richtplan den Auftrag nach innen verdichtet zu bauen», legte Bloch nach. Es sei wichtig, dies den Bewohnern näherzubringen. Die Maxime, für jede Familie ein Einfamilienhaus mit Umschwung sei heute nicht mehr haltbar. Doch das sei doch genau der Grund, warum Bauwillige anstreben, auf dem Land leben zu wollen, entgegnete dann Gemeinderat Thomas Jeker.

Die Gemeinderäte bekundeten auch ihre Sorge, dass die Preise für Mümliswiler Bauland im Steigen begriffen sind. «Derzeit werden Preise pro Quadratmeter bis zu 250 Franken bezahlt», war zu erfahren. Gemeinderat Jonas Bader hatte die Idee, eine Art «Vermittler» zu beauftragen, der zwischen Kaufwilligen und Verkäufern auftreten könnte. Gemeinderat Rolf Jeggli wurde konkret: «Ich schlage vor, einen Aufruf auf unserer Homepage starten: Wer seine Immobilie oder Land verkaufen will, soll sich melden»? Diesem Vorgehen wurde zugestimmt. Es wurde weiter beschlossen, dass sich der Gemeindepräsident und weitere Mitglieder des Gemeinderates punktuell mit Landbesitzern in Verbindung setzen sollen, um den Problemkreis zu besprechen und Ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen.

Neue Tennisplätze für den TC Mümliswil

Fabio Mutti, Präsident des Tennisclub Mümliswil trat vor den Gemeinderat und stellte das Erneuerungsprojekt Tennisplätze und Beleuchtung vor, denn die gut 30 Jahre alten Plätze müssen saniert werden.

Der Club feiert im Jahr 2022 sein 40-jähriges Bestehen und es wäre schön, wenn man bis dahin auf den sanierten Plätzen spielen könnte, so Mutti. Kostenschätzungen von Tennisplatz-Bauern und Elektrofirmen haben ergeben, dass die geplante Sanierung auf rund 190000 Franken zu stehen kommt. Mutti erklärte, dass der Verein selbst 50'000 Franken stemmen könne, rund 28'000 Franken würde der Sport-Toto-Fonds beitragen. So bliebe ein Fehlbetrag von rund 108000 Franken. Die Frage nun an die Ratsmitglieder: «Kann uns die Gemeinde bei der Finanzierung helfen und in welcher Höhe?».

Grundsätzlich ja, aber Möglichkeiten ausschöpfen

In der Diskussion zeigte sich, dass der Mümliswiler Gemeinderat grundsätzlich bereit ist, dem TC Mümliswil einen schönen Betrag zuzugestehen. «Wir haben noch keinen Verein im Stich gelassen», wurde gesagt. Man müsse dies in der Budgetdiskussion Mitte Oktober nochmals genauer betrachten, wurde verlangt. Ebenso wurde vom Tennisclub gefordert, die Kosten für die Sanierung noch zu überarbeiten sowie Sponsoren zu suchen oder die Möglichkeiten von Bankdarlehen zu prüfen. «In diesem Fall könnte die Gemeinde auch eine Bürgschaft übernehmen», meinte Bloch, umso mehr sich der Baugrund der Tennisanlage im Besitz der Einwohnergemeinde befindet.

Nach einem Antrag von Gemeinderat Jonas Bader erging nach Abstimmung mit sechs Stimmen im Mehr folgender Beschluss: «Es wird beabsichtigt, als Beitrag für die Sanierung der Tennisplätze des TC Mümliswil 40'000 Franken ins Budget aufzunehmen.»

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