Mümliswil/Beinwil
Basler Zivilschützer sorgen für Sicherheit

In Beinwil und Mümliswil-Ramiswil sind Basler Zivilschützer am Werk. Der Solothurner Regierungsrat und die Behörden zeigen sich beim Besuch beeindruckt von der geleisteten Arbeit.

Josef Tschan-Studer
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Basler Zivilschützer in Mümliswil-Ramiswil und Beinwil am Werk
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Zwei Basler Einsatzleiter erhalten für ihre Arbeit Dank von der Solothurner Regierungsrätin Esther Gassler und vom Basler Regierungsrat Baschi Dürr
Regierungsrat Baschi Dürr war vom Reckenkiener Käse von Hansjörg Stoll (links) besonders angetan.

Basler Zivilschützer in Mümliswil-Ramiswil und Beinwil am Werk

Josef Tschan-Studer

Noch bis 19. September dauert der Einsatz der Basel-Städter in Beinwil und Mümliswil-Ramiswil. Die beiden Gemeinden haben eines gemeinsam – kilometerlange Bachläufe in meist unwegsamem Gelände.

Bereits seit 25. August forsten die Pioniere Bachufer aus, säubern Rückhaltebecken und sanieren exponierte Wanderwege. Der Basler Regierungsrat Baschi Dürr und seine Solothurner Amtskollegin Esther Gassler fanden bei ihrem gestrigen «Truppenbesuch» nur lobende Worte für alle Beteiligten.

Einsatz ist ein Geschenk

Seit Jahren führen Unterstützungskompanien des Zivilschutzes Basel-Stadt ausserkantonale Wiederholungskurse (WK) durch – bis jetzt meist im Kanton Uri. Peter Huber, Chef Zivilschutz Kanton Solothurn, zögerte also nicht lange mit seiner Zusage, als er aus Basel angefragt wurde, ob Bedarf für einen solchen Einsatz bestehe. Aus ersten Gesprächen wuchs innert einem Jahr ein Projekt mit über 16 Einsatzorten in den beiden flächenmässig grössten Solothurner Gemeinden Beinwil und Mümliswil-Ramiswil heran. Treibende Kraft war der Guldentaler Gemeindepräsident Kurt Bloch, der nur zu gut um seine rund 50 Kilometer Fliessgewässer und die von ihnen ausgehenden Gefahren weiss.

Ingenieur Martin Huber begleitete das Projekt von der technischen Seite her. Sein Wissen war vor allem bei den Bachverbauungen und Sperren gefragt. «Wie wichtig es ist, dass Rückhaltebauten funktionieren und Abflussprofile frei sind, zeigte das Unwetter von Mitte Juli auf, das auch in Mümliswil zu Schäden führte», informierte Huber. Von Kurt Bloch war zu erfahren, dass die Bäche im Guldental von 1983 bis 1995 für knapp 4,5 Mio. Franken saniert wurden. «Es war damals das Pilotprojekt im naturnahen Wasserbau und daraus entstand schliesslich das schweizweit erste Unterhaltskonzept für Fliessgewässer», so Bloch. Nach über 30 Jahren seien jetzt aber viele der natürlichen Holzverbauungen sanierungsbedürftig geworden und die Basler Hilfeleistung ein Segen.

Mehr Zivilschützer als erwartet

Bloch rechnete mit 140 000 Franken Bruttokosten für das Projekt. Da aber pro Woche mehr Zivilschützer einrückten, als man rechnete, dürfte alleine die Verpflegung, die von den beiden Gemeinden übernommen wird, das Budget sprengen. Kurt Bloch und sein Beinwiler Amtskollege Hans Baur dankten allen Beteiligten für die grosse Arbeit und vor allem den beiden Regierungsräten, die den Einsatz befürwortet hatten.

Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler bezeichnete bei ihrer Ansprache den Basler Einsatz als wahres Geschenk. Ein Geschenk an den Kanton Solothurn und die beiden Gemeinden, die durch die Nachbarschaftshilfe finanziell entlastet würden. Und wenn sich wieder einmal ein Unwetter über dem Passwang entladen sollte, dann könne man getrost sagen: «Gott sei Dank waren die Basler da!»

Nahe an der Realität

Einsatz-Koordinator Franz Näf informierte zu Beginn die Besucher über die Arbeitsorte und Aufgaben. Gestern standen in Beinwil 27 und im Guldental 68 Pioniere auf zehn verschiedenen Arbeitsplätzen im Einsatz. Der WK ermögliche auch, verschiedenste Elemente realitätsnah zu üben. Funk, Verpflegung und Transport müssen ebenfalls funktionieren und die Einsätze über ein so grosses Gebiet seien eine echte Herausforderung für seine Leute. Bemerkenswert war für Näf auch, dass die Arbeitsplätze von den zivilen Behörden detailliert vorbereitet wurden. Die Zusammenarbeit mit dem Forst, dem regionalen Zivilschutz und privaten Bauunternehmen klappe hervorragend und zeige, dass auch hier Profis am Werk seien. Die neuen Bachverbauungen im Winterigraben und in der Genneten sind denn auch Beweis genug.

«Weil wir jeden Abend nach Basel zurückkehren und nicht auswärts übernachten entspricht der Wiederholungskurs einem echten Notfalleinsatz», meinte Kommandant Dominik Walliser. «Einrücken, verschieben, ausrüsten, transportieren und anderes mehr können unsere Pioniere viel besser üben, als wenn wir eine Woche am selben Ort sind.»

Beim anschliessenden Besuch im Gelände konnten sich alle von der Motivation der Zivilschützer und ihrer grossen Arbeit überzeugen. «Mir gefällt das hier und es ist eine echte Abwechslung zum Alltag», antwortete ein Basler auf die Frage von Regierungsrat Baschi Dürr nach seinem Befinden. Zudem sei die Natur schlicht überwältigend und er werde in Zukunft des Öfteren hier zum Wandern kommen.