Fasnachtsstart
Bartholdi versuchts mit ‹miniotischen› Floskeln

Schlüsselübergaben und Kinderchesslete – der klassische Auftakt zur fünften Jahreszeit.

Markus Müller / Remo Fröhlicher
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Schlüsselübergaben und Kinderchesslete in der Region Olten
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Fulenbach: Esther die I. (Esther Niederberger) übernimmt die Geschäfte von Gemeindepräsident Hugo Kissling.
Oberbuchsiten: Pfannendeckel, Kuhglocke und Rassel sind dabei.
Oensingen: Jetzt aber husch über die Strasse.
Mümliswil: Mit Rädapläng Regen und Wintergeister vertreiben.

Schlüsselübergaben und Kinderchesslete in der Region Olten

Remo Fröhlicher

Esther die I. ist im Amt eingesetzt: In der Aaregäuer Gemeinde Fulenbach leitet in den närrischen Tagen die neue Obernärrin Esther die I. (alias Esther Niederberger) die Amtsgeschäfte. Die neue Obernärrin Esther die I. besuchte vor der offiziellen Zepterübergabe noch die vorangehende Gemeinderatssitzung und dabei wurde sie vom Gemeinderat noch über die laufenden Geschäfte orientiert, die sie in der Fasnachtszeit einer Lösung zuzuführen hat.

Aus den Händen von Gemeindepräsident Hugo Kissling konnte sie kurz nach 20 Uhr das begehrte Zepter übernehmen und dabei musste sie zur Kenntnis nehmen, dass die Aufgaben nicht immer in einer «Märliwäut-At-mosphäre» zu lösen sind. Hugo Kissling gab Esther der I. noch den ganz wichtigen Slogan mit: «Esther, mach us der Fulebacher Fasnacht es grosses Fäscht.»

Denn auch die Kinderchesslete in vielen Gemeinden hatte ihren Zulauf. Ob Schelle, Rassel, Pfannendeckel oder Kuhglocke: Jedes Mittel war recht, den Winter, der doch eigentlich noch gar nicht da gewesen ist, auch gleich wieder zu vertreiben. Jedenfalls stöhnten die Jungchessler vor Wonne: «Endlich ist Fasnacht!»

Narrechlapf Egerkingen

Ähnlich tönte es in Egerkingen. Thömu I. wird für sieben Tage Chef des Dorfes sein. Schweren Herzens übergab Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi nach dem 20-Uhr-Chlapf vor dem Mühlemattschulhaus ihren goldenen Regierungsschlüssel dem neuen Chräievater, der als erste Regierungsverordnung festlegte, dass der Maskenball der Chräieschränzer neu in der Mühlemattturnhalle stattzufinden habe.

Bei der Übergabe bewies Johanna, dass sie durchaus fremdsprachgewandt ist, zumindest in der Sprache der Minions, zu denen sich auch der neue Chräievater bekennt.

So brachte sie dem Publikum gekonnt einige ‹miniotische› Floskeln und Zahlen bei, äusserte dabei aber gewisse Bedenken: «Hoffentlich werde ich jetzt nicht zu einem Deutschkurs verknurrt». Thömu I. machte den Egerkingern auch wieder klar, dass nach vier Jahren Frauenpower wieder ein Mann das Sagen hat, wenigstens in der Narrenzeit.