Balsthal
Barbara W. ist schwer zu fassen

In der Galerie Rössli in Balsthal ist derzeit die in Basel lebende Künstlerin Barbara Wiggli mit neuen Arbeiten präsent.

Eva Buhrfeind
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Barbara Wiggli stellt in der Galerie Rössli aus.

Barbara Wiggli stellt in der Galerie Rössli aus.

Eva Buhrfeind

«Eine kleine Welt erhellen» nennt die Künstlerin diese Ausstellung und zeigt mit ihren Arbeiten, dass die Welt oft eine verwinkelte und nicht immer gleich in ihren Bedeutungen erkennbar ist. Das Erkennbare ist gleichzeitig das Irritierende, weil Abstrakte: reliefartige Arbeiten, mit intarsienähnlichen Konstrukten und den in sich hermetischen Rahmen, die das Geschlossene thematisieren.

Zu Stufen, Ecken und Winkeln geschnittene Objekte, als das sich Öffnende an Mobiliar erinnernd, oder an eine kleine puppenstubenartige Behausung. Barbara Wiggli versteht ihr Schaffen als «Analogie zur komplexen Wirklichkeit», wenn sie verschiedene Ideen und Betrachtungen ineinander führt, dabei den Betrachtenden eine eindeutige Lesart entzieht, um dennoch assoziative Momente auszulösen.

Diese Arbeiten wirken präsent, erobern bis hin zu den Wandobjekten ihren Raum und sind doch frei von jeglicher Funktionalität, selbst wenn die Materialien – es sind Fundholzstücke aus Basel und Arlesheim mit einer ursprünglichen Funktion – vertraut sind: Rahmen, Holzelemente, Resopal, farbiges Plexiglas. Für Barbara Wiggli, sie wurde 1966 in Bern geboren und ist in Bellach aufgewachsen, ist denn auch der direkte Kontakt mit den Materialien, das allmähliche Annähern an eine Form, der schöpferisch-handwerkliche Prozess, das Sägen, Modellieren, Schleifen, Bemalen und Verleimen wesentlich, dieses Erforschen einer persönlichen Fragestellung zu allgemein gültigen formalen Fragen.

Die Künstlerin – sie hat inzwischen den Master of Arts FHNW Vermittlung in Kunst und Design, Höheres Lehramt Basel – abgeschlossen, ist eben keine einfach interpretierbare Künstlerin, wenn sie in der Auseinandersetzung mit den teils konträren Materialien im Wechsel von Erkenntnis und Irritation sich ganz auf ihre formale Entwicklung konzentriert. Ihre Winkelfunktionen entwickeln in den Tuschearbeiten im freien Bildraum schwebend eine eigenwillige Choreografie aus Statik und Dynamik, offen und geschossen, architektonisch und figurativ bewegt.

Bis 21. Mai. Geöffnet: Do+Fr 18-21 Uhr, Sa 15-18 Uhr, So 11-14 Uhr. Die Künstlerin ist am 7. Mai sowie am Kulturtag, 21. Mai , von 10-14 Uhr anwesend.