Balsthal

«Bar auf den Tisch»: Beschuldigter erhält letzte Frist, das gestohlene Geld zurück zu geben

Beschuldigter hob 25'000 Franken des Kontos der Freundin ab. Jetzt muss es zum weiten Mal an Gericht. (Symbolbild)

Beschuldigter hob 25'000 Franken des Kontos der Freundin ab. Jetzt muss es zum weiten Mal an Gericht. (Symbolbild)

Der Mann, der seine Freundin betrog und von ihrem Bankkonto mehrere tausend Franken entzog, musste am Mittwoch zum zweiten Mal vor das Amtsgericht Thal-Gäu.

Es ist eine Gerichtsepisode, die für das Fernsehen gemacht wäre. Nicht weil der Fall überaus spektakulär ist. Ein Mann, der seine Freundin betrog, musste am Mittwoch zum zweiten Mal zur Verhandlung antraben. Schon die erste Verhandlung hatte kurze Zeit gedauert und Amtsstatthalterin Barbara Steiner hatte diese mit grosser Verzögerung eröffnet. Der Grund: Der Beschuldigte Christian B.* machte der Anklägerin Sara H.* im Oktober unmittelbar vor Verhandlungsbeginn das Angebot, seine Schuld zu begleichen. Dabei geht es um einen Geldbetrag von rund 25'000 Franken.

Ein Grossteil der Schuldensumme entstand dadurch, dass Christian B. jeweils in der Nacht die Postkreditkarte seiner Freundin nahm und am Automaten Geld abhob. Diese Vorgehensweise wiederholte er im Jahr 2017 30 Mal, womit er gut 13'000 Franken erbeutete. Am ersten Verhandlungstermin führte das Angebot in letzter Minute dazu, dass die Fortsetzung der Verhandlung auf Mittwoch verschoben wurde. Sollte Christian B. bis dahin seine Schuld an Sara H. beglichen haben, so hätte die Klägerin ihre Klage zurückgezogen. Würde dies dem Beschuldigten, der in den letzten Jahren stets mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfte, gelingen?

Am Mittwoch erhielt der Fall eine überraschende Wendung. Christian B. soll die rund 25'000 Franken am Tag vor dem zweiten Termin von seiner Familie auf das Konto überwiesen erhalten haben. Nur konnte er das Geld bis zum Verhandlungsbeginn noch nicht an die Klägerin transferieren. Der Vertreter der Klägerin Sara H. gewährte dem Beschuldigten eine letzte Frist, um den Fall mittels Vergleich zu lösen. «Bar auf den Tisch», sagte Amtstatthalterin Steiner, solle Sara H. das Geld erhalten. Sie eröffnete gar nicht erst die Verhandlung und verschob diese auf den 6. Januar. (yas)

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