Angefangen habe alles im Jahr 1994 als Sergio Gulizia (Sänger) und Stephen J. McCabe (Keyboards) im Balsthaler Pub ihr erstes Konzert gaben. Das sei aus purem Zufall zustande gekommen. Heute können dSL auf eine 22-jährige Bandgeschichte zurückblicken, die vor allem durch Konzerte geprägt ist. «Wir sind in erster Linie Live-Musiker», erklärt Stef Dionisi, der Gitarrist und mit Gianluca Gulizia (Drums) seit 1998 dabei ist.

Das erklärt, weshalb dSL verhältnismässig wenig Alben veröffentlichten. Am nächsten Freitag, 3. Juni, wird im Solothurner Volkshaus das zweite Album «Maskera» getauft. Die erste Platte erschien 2004 – quasi zum 10-Jahr- Jubiläum – und wurde in der Balsthaler Königshalle getauft. Auch «Maskera» wurde zum 20-jährigen Bestehen der Band initiiert. Wobei zu erwähnen sei, dass dSL alles selber stemmen. 1995 wurde die erste Single «Brother from Another Father» und 1997 die Single «Porco Stronzo Bastardo» veröffentlicht.

Es bleibt ein Geheimnis

Im Lauf der Zeit stiessen immer mehr Musiker dazu: 2001 kam Stephan Dietschi (Percussion) dazu, vier Jahre später wurden David Pinter (Trompete) und Roman Siegfried mit Saxofon aufgenommen. Zuletzt stiess im 2009 Aniello Annunziata als Bassist dazu. Auf die Frage, was «SL eigentlich bedeutet, folgt lediglich: «Das ist ein Mysterium. Wir wollen nicht nach aussen definieren, was dahintersteckt. Nur wir kennen die Bedeutung, und das wird so bleiben», erklärt Dionisi. Besondere persönliche Höhepunkte seien das Konzert in Laax mit «Dog Eat Dog» gewesen und 2000 die Tour in Polen, die sie im Rahmen des Balsthal-Supraśl Partnergemeinden-Besuchs machen konnten. «Was wir dort erlebten, war einzigartig», erinnert sich der Gitarrist. Wo dSL ihr Zuhause haben, kann nicht klar definiert werden.

Die Hälfte der Mitglieder hat italienische Wurzeln – auch irisches und Schweizer Blut ist vertreten. «Fast alle haben einen Migrationshintergrund bei uns. Und viele sind des Berufs oder der Familie wegen woanders hingezogen. Doch die meisten würden aus der mittelbaren Region Thal-Gäu stammen. Der Stein wurde in Balsthal ins Rollen gebracht und bis vor zwei Jahren probte die Band jeweils einmal wöchentlich in Balsthal, wechselten danach aber nach Wangen an der Aare.

«Spaghetti-Funk»

Kenner der Band bezeichnen den Stil von dSL als Italo-Funk oder wie es Dionisi selber nennt als Spaghetti-Funk – ähnlich dem Filmgenre Spaghetti-Western. Doch habe sich die Band in den vergangenen Jahren stark gewandelt: bezüglich Stil und Prioritäten. Zu Beginn war dSL rockig, dann funky unterwegs. Für das neue Album wollten sie bewusst keinen Stil definieren. «Weil unter Rock versteht jeder etwas anderes», erklärt Dionisi. Wurde die erste Platte «Secretland» von Sergio und Stef komponiert, sei das Ziel für die zweite Platte, dass jedes einzelne Mitglied die Platte präge und sich einbringe – was nicht immer einfach gewesen sei.

«Mittlerweile sind fast alle der Band verheiratet, haben Kinder und sind beruflich erfolgreich unterwegs», erzählt der ursprünglich aus Niederbipp stammende Gitarrist. Deshalb würden sie maximal sechs Konzerte pro Jahr geben. Im Vordergrund stehe nebst der Musik der Mensch: «Wir machen dies mit Freude, und das wollen wir so beibehalten.» Wer weiss, womöglich erscheint das dritte Album zum 30-jährigen. «Maskera» wird als CD erhältlich sein und ab dem 4. Juni im iTunes Store.