Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Müller AG sind offenbar nicht neu. Bereits 2013 sei es zu einem massiven Umsatzeinbruch gekommen, erläutert Firmenchef und –besitzer Michael Oser auf Anfrage. Anfang 2014 habe man reagiert und die Belegschaft von  damals 60 auf aktuell 30 Beschäftigte halbiert. Die Auftragslage habe sich auch im laufenden Jahr nicht verbessert.

„Ein grosser Debitorenausfall“ habe der Firma definitiv das Genick gebrochen, sagt Oser weiter. Ein Grosskunde habe offene Rechnungen nicht mehr bezahlt. Das habe zu einer Liquiditätslücke geführt. Deshalb habe er Konkurs einreichen müssen. Laut einer Meldung im Handelsamtsblatt hat das Amtsgericht Thal-Gäu am 17. November wegen Überschuldung den Konkurs über die Müller AG verhängt.

Zurück bleibt ein Schock. Denn die 30 betroffenen Mitarbeitenden, welche Oser nach eigenen Angaben vor zehn Tagen über den bevorstehenden Konkurs informierte, stehen vor dem nichts. „Es gibt kein Geld für einen Sozialplan“, gesteht Oser ein. Er selber spricht von „einer Katastrophe“. Die Löhne seien bis Ende Oktober bezahlt worden. Ob  aus dem jetzt laufenden Konkursverfahren noch etwas übrig bleiben wird für Lohnforderungen, ist vorerst offen.

Noch 2012 wurde die Müller AG mit dem Solothurner Unternehmerpreis geehrt. Dieser wird jährlich gemeinsam vom Regierungsrat, vom Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverband und der Solothurner Handelskammer vergeben. Geehrt wurde das Unternehmen, weil es das damalige Motto des Unternehmerpreises -  „Der Energiediskussion schon lange voraus“ – bestens erfüllt habe. Die Herstellerin von Holzfeuerungen sei „Beweis, dass auch im Kanton Solothurn Firmen schon länger gezielt und erfolgreich Lösungen zur CO2-Reduktion und der Substitution von Öl und Gas anbieten“, hiess es in der Laudatio.

Damals beschäftigte die Müller AG 60 Angestellte und erzielte einen Umsatz von rund 14 Millionen Franken. Brennstoff für die mit automatischen Steuerungen ausgerüsteten Grossanlagen ist ausschliesslich CO2-neutrales Holz, entweder in Form von Holzschnitzeln, Spänen oder Pellets, hiess es an der Preisverleihung. Den Exportanteil beziffert Firmenchef Oser auf rund 50 Prozent. Bereits damals habe sich der Auftragseingang rückläufig entwickelt. Oser verweist auf den starken Franken.