Es sei kein Run auf Bauland im Thal festzustellen, obschon die Landpreise sehr günstig und tendenziell sogar gefallen seien, so Peter Hammer: «In Balsthal wurde zum Beispiel Ende der 80er-Jahre im Zentrum über 500 Franken pro Quadratmeter bezahlt, heute ist es etwa die Hälfte.»

Auch würden immer mehr Liegenschaften zum Verkauf angeboten, weil die Häuser von Eltern oder Grosseltern von den Jungen, die weggezogen seien, nicht übernommen würden. Zudem steige der Altersdurchschnitt im Thal stetig. Um das Thal für Junge attraktiver zu machen, müsste laut Peter Hammer beispielsweise das Verkehrsengnis Klus gelöst werden. Denn täglich auf dem Arbeitsweg im Stau stehen, mache auf die Dauer keinen Spass. Ohne Stau sei man ab Balsthal in fünf Minuten auf der Autobahn.

Thal als Einheitsgemeinde

Zudem könnten strukturelle Veränderungen dem Thal neue Impulse geben. Zum Beispiel die Schaffung einer Einheitsgemeinde, die eine Einwohnerschaft von 15 000 Einwohnerinnen und Einwohner ausweisen würde – mit der entsprechenden Bedeutung und Ausstrahlung. In einer solchen Grossgemeinde könnten neue Ideen reifen, gemeinsame Prioritäten festgelegt und realisiert werden, was sicher zu neuen Entwicklungen führen würde. Handeln tue not, denn wie im privaten Bereich können sich die Thaler Gemeinden nicht mehr alles leisten: «Absprachen und Kooperationen sind wesentlich, um attraktiver zu werden oder auch nur den heutigen Bestand zu sichern.»

Ein Hallenbad genügt

Statt beispielsweise zwei Hallenbäder (Balsthal und Mümliswil) zu betreiben, würde eine solche Einrichtung ausreichen. Denn es könnte auch eintreffen, «dass plötzlich keines mehr betrieben werden kann.» Und bei der Beschränkung auf ein Hallenbad im Thal könnte man mit den hinfälligen Betriebskosten für das andere den Einwohnerinnen und Einwohnern Gratis-Eintrittspässe abgeben. Grosse Bedeutung hätte in einer Einheitsgemeinde unter anderem auch die Verkehrserschliessung. Intern sei das Thal mit dem Strassennetz heute sehr gut ausgestattet. Falls notwendig, müssten die Postautobetriebe angepasste Kurse anbieten und betreiben. Diesbezüglich könnten der Verein Thal bzw. der Naturpark Thal eine Führungsrolle übernehmen.

Neuer Schwung für den Naturpark

Was bringt der Naturpark dem Thal? Anfänglich habe er grosse Hoffnungen in dieses Projekt gesteckt, betont Peter Hammer. Doch diese hätten sich etwas verflüchtigt. Momentan erweckten die ständigen Wechsel in der Leitung des Naturparks Thal leider den Eindruck von Auflösungserscheinungen. Die Leitung sollte im Hinblick auf die Erneuerung des Labels aufzeigen, welche Ziele der Naturpark realisieren und wohin sie das Thal führen wolle. Alle Thalerinnen und Thaler, die das Projekt mitfinanzierten, sollten einen Nutzen zu spüren bekommen – und nicht nur einzelne Bereiche. Das Projekt Naturpark brauche neuen Schwung.

Selbstüberschätzung

Peter Hammer sieht aber auch die Gefahr einer Selbstüberschätzung im Thal. In der Aussensicht spreche man gerne von denen «im Thal hinten» – schon fast wie von Eingeborenen. Das mache ihm zwar nicht Bauchschmerzen, aber es zeige eine Wahrnehmung auf. Mit mehr positiver, aktiver Ausstrahlungskraft könnten diese Aussensicht wesentlich beeinflusst und das Image korrigiert werden. Ob das Thal infolge der demografischen Entwicklung dereinst – übertrieben ausgedrückt – ein riesiges Altersheim werde, könne er nicht voraussagen.

Fakt sei jedoch: Alle Thaler Gemeinden bekundeten heute grosse Mühe, ihre Aufgaben zu finanzieren und hätten entsprechend hohe Steuern, was Zuzug erschwere. Hinzu komme: «Früher bildete das Thal mit Balsthal das Zentrum der Amtei, heute liegt der Schwerpunkt im Gäu.» Deshalb sei zwingend nötig, so Hammer weiter, «dass sich Balsthal und das Thal nicht nur nach innen orientieren, sondern vor allem auch nach Oensingen und dem Gäu». Denn Investitionen von Dritten würden hauptsächlich dort getätigt, wo eine hohe Steuerkraft und eine niedrige Steuerbelastung vorhanden seien.