Programm
Balsthal wird 1050-jährig – das wird von Juni bis November gefeiert

Mit einem abwechslungsreichen Programm von Juni bis November feiert Balsthal seine erste urkundliche Erwähnung vor 1050 Jahren. Ab kommenden Donnerstag gehts los.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde Balsthal liegt 1050 Jahre zurück.

Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde Balsthal liegt 1050 Jahre zurück.

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Wie Oensingen, Matzendorf und Laupersdorf wurde Balsthal in einer Schenkungsurkunde von 968 erstmals urkundlich erwähnt. «Inpalcivalle» wurde der Ort darin benannt, was mit «Verwaltungsbezirk des Baltso» übersetzt werden kann. Dieses Datum ist der erste wissenschaftliche Beweis für die Existenz des Dorfes. Doch die Siedlungsspuren reichen viel weiter zurück. Die Grundmauern dreier römischer Gutshöfe sind nachgewiesen und auf der Holzfluh wurden Funde aus der Bronze-, Hallstatt-, sowie der Latène-Zeit getätigt.

Die letzten 1050 Jahre in der Geschichte Balsthals sind mehr oder weniger gut dokumentiert, vor allem auch durch das Dorfbuch von Hans Sigrist, welches 1968 zur 1000-Jahr-Feier herausgegeben wurde. Nun sind wiederum 50 Jahre vergangen und fast ist man versucht zu denken, dass in diesen 50 Jahren mehr Umwälzungen im Dorf stattgefunden haben, als in den vorherigen 1000 Jahren.

Von Roll, Papieri, Metzgerei Gehrig und viele andere, viele Arbeitgeber sind verschwunden oder sind kleiner geworden; entstanden sind mehrere Dienstleister und Balsthal und das Thal sind zum Naturpark geworden. Dennoch ist eines geblieben: Das Dorf lebt als Gemeinschaft weiter und genau dieses Zusammengehörigkeitsgefühl sei es, welches man mit den nun anstehenden 1050-Jahr-Feierlichkeiten beschwören und feiern will, erklärt Gemeindepräsident Pierino Menna.

Festlicher «Ausnahmezustand»

Begonnen hat der festliche «Ausnahmezustand» schon am 26. Mai mit der Balsthal Beach auf dem Kornhausplatz. Das Strandfeeling unter Sonnenschirmen kann noch bis zum 21. Juli genossen werden. Ein weiteres Zeichen der Feierlichkeiten wird die «überschirmte» Goldgasse sein. Insgesamt 370 gespannte Schirme in verschiedenen Farben werden ab Donnerstag, 21. Juni zu bestaunen sein.

Bei einem Apéro auf dem Kornhausplatz wird ab 17 Uhr auf das erste Festwochenende eingestimmt. Ab 18 Uhr treten die 3./4.-Klässler unter dem Motto «Balsthal singt» in einem zweistündigen Programm in der katholischen Kirche auf. Mehr als 150 Kinder aus sieben Klassen singen und werden von einem Orchester aus Musikschullehrern begleitet. Auch der Freitag, 22. Juni gehört den Schülern. Und zwar werden die 5./6.-Klässler in der Kulturhalle Haulismatt eine Zirkusaufführung darbieten. Die Gemeindepartnerschaft mit dem polnischen Suprasl wird ebenfalls Thema der Feierlichkeiten sein. Auf dem Gelände des katholischen Kirchgemeindehauses wird eine Kunstausstellung sowie eine Schau aus den 20 Jahren der Zusammenarbeit gezeigt.

Bürger und «Multikulti»

Der Samstag steht unter dem Motto «Bürgertag» und «Multikulti-Fest». Im Bürgergemeindehaus gibt es eine Ausstellung zur Erinnerung an die 1000-Jahr-Feier von 1968 ab 10 Uhr. Führungen durch das Dorf zu wichtigen Häusern oder am frühen Nachmittag eine zweistündige «Drei Kapellen-Wanderung» sind weitere Angebote. Ab 17 Uhr findet bei schönem Wetter das beliebte Multikulti-Fest in der Goldgasse statt. Bei schlechtem Wetter findet das Fest in der Kulturhalle Haulismatt statt.

Nahrung für Geist und Gaumen

Am Sonntag wird mit einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche um 10 Uhr in den Tag eingestimmt. Landammann Roland Heim wird die Balsthaler besuchen und eine Rede halten. Danach wird die Bevölkerung mit einem internationalen Apéro verwöhnt. Hier ist zudem Gelegenheit, das 1968 erschienene Buch «Balsthaler Dorfgeschichte» günstig zu erwerben. Ab 12 Uhr ist in der Goldgasse ein Mittagessen mit verschiedenen Menüs für 1050 Rappen zu haben. Die Präsentation von Oldtimern, Rundfahrten mit dem historischen Feuerwehrfahrzeug und schmissiger New Orleans Jazz werden für Stimmung sorgen und Kurt Heutschi führt Interessierte durch sein Dorfmuseum in der Goldgasse.

Die Feierlichkeiten werden nach dem Sommernachtsfest vom 31. Juli am 11. August fortgesetzt. Ab diesem Datum wenden sich die Aktivitäten der Zukunft zu: Wohin soll sich das Dorf entwickeln? Dazu hat Künstler Edy A. Wyss seine «Tröim Böim» geschaffen; Baum-Skulpturen aus eisenähnlichem Metall, die wiederum auf dem Kornhausplatz ihren Standort finden. An die Äste dieser Bäume sollen nun die Einwohner ihre Wünsche, Träume und Visionen mittels beschrifteter Spiegel hängen können. Die ganze Skulptur wird so zu einem Gemeinschaftskunstwerk, über welches man noch lange nachdenken kann. Die «Tröim Böime» können später erworben werden.

Theater «Schmelzi»

Ein weiterer Höhepunkt im Terminkalender werden die Theateraufführungen der DLG Balsthal auf dem von Roll-Areal sein. «Schmelzi» heisst das Stück, welches Regisseur und Autor Christoph Schwager eigens für das Jubiläumsjahr geschaffen hat. Die Premiere findet am Freitag, 17. August statt. Es sind zehn Aufführungen geplant, einige davon sind für die ebenfalls feiernden Nachbargemeinden von Balsthal reserviert.

«Balsthal weiterdenken» sind die folgenden Programmpunkte ab 13. Oktober übertitelt. Dreh- und Angelpunkt dabei wird die Galerie Rössli sein, die in diesem Jahr ebenfalls Jubiläum feiert; sie wurde nämlich 1968 anlässlich der 1000-Jahr-Feier gegründet. Die Galerie wird zur Werk- und Denkstätte umgewandelt. Der Solothurner Papierkünstler Ruedi Fluri wird zusammen mit Interessierten Bauelemente aus Papier herstellen, die dann für den «Wiederaufbau» der Ruine Neu Falkenstein verwendet werden. Diese Kunstintervention dauert bis zum 4. November.

Damit sind die Feierlichkeiten von Balsthal zu Ende. Gemeindepräsident Pierino Menna ist stolz auf das umfassende Programm. «Viele, die mitmachen, sind mit eigenen Ideen auf mich oder den Gemeinderat zugekommen. Das beweist, wie gross das Potenzial der Balsthaler Bevölkerung ist. Der Gemeinderat hat für alle Projekte grünes Licht gegeben.»