1050-Jubiläum

Balsthal «weiterdenken» – zum Abschluss des Jubiläums ist nochmals Mitarbeit gefragt

Künstler Ruedi Fluri an dem Ort, wo die Papiermodule auf der Ruine Neu Falkenstein aufgebaut werden sollen. Mit der Aktion «Balsthal weiterdenken» soll auch die Ruine neue Impulse erhalten.

Künstler Ruedi Fluri an dem Ort, wo die Papiermodule auf der Ruine Neu Falkenstein aufgebaut werden sollen. Mit der Aktion «Balsthal weiterdenken» soll auch die Ruine neue Impulse erhalten.

Zum Abschluss des 1050-Jubiläums Balsthal feiert die Galerie Rössli Geburtstag – mit einem künstlerischen Akt. Das Ziel ist aus rund 150 gleichen Modulen, alle hergestellt aus gestampftem Zeitungspapier, die Burg «weiterdenken».

Der Solothurner Künstler Ruedi Fluri (70), mit Heimatort Herbetswil, steigt zur Burgruine Neu Falkenstein herauf. Begleitet wird er von Patricia Bieder, Kunsthistorikerin und künstlerische Beraterin der Galerie Rössli. Sie machen sich auf die Suche nach einem passenden Standort für Fluris sogenannten Modulbau auf Neu Falkenstein. Der Künstler will nämlich aus rund 150 gleichen Modulen, alle hergestellt aus gestampftem Zeitungspapier, die Burg «weiterdenken».

Für Fluri ist das nichts Neues. Er hat bereits vor einiger Zeit einen Turm aus Papiermodulen «gebaut», welcher einige Zeit vor dem Kunstmuseum Solothurn stand und heute noch auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik Utzenstorf zu sehen ist. «Diese bereits vorhandenen Teile werden wir nach Balsthal bringen und auf der Ruine wieder aufbauen. Dazu müssen aber noch weitere Module, etwa 20 Stück, neu hergestellt werden», erzählt der Künstler.

Es gehe nicht darum, die Burg wieder aufzubauen, präzisiert Patricia Bieder das Vorhaben. Doch die Neu Falkenstist ein sehr starkes Symbol für Balsthal, repräsentiert das Dorf und sogar auch das Thal. «Wenn wir auf diesem Gelände mit Kunst agieren, fügen wird dem Dorf ein neues Kapitel zu. Es ergibt sich die gedankliche Möglichkeit, neue Räume, neue Wände aufzubauen, weiter zu denken.»

Zudem sei es doch ein schöner Gedanke, dass sich ausgerechnet jene Personen, die sich in der Galerie Rössli und damit in den Räumen des «Brandstifters» der Ruine, dem Rössli Jean bewegen, sich nach über 200 Jahren um die Ruine kümmerten. Fluri stellt sich vor, dass seine Papieraufbauten sich fast organisch mit dem bestehenden Mauerwerk verbinden. «Trotzdem soll von Weitem bemerkt werden, dass sich da irgendetwas verändert hat. Aber was? Das soll man erst auf den zweiten Blick erkennen.»

Mitarbeit gefragt

Ruedi Fluri arbeitet ausschliesslich mit dem Werkstoff Papier. Neben den Papiermodulen, die er auf der Ruine aufbaut, stellt er in den Räumen der Galerie Rössli ab 14. Oktober seine Faltwerke und Papiermodelle aus. Was sehr spielerisch und experimentell aussieht, sind Objekte, die Fluri in langen Arbeits- und Denkprozessen geschaffen hat und sind Modelle, die im vergrösserten Massstab – vielleicht aus anderem Material – zum Einsatz kommen könnten. Doch es gibt in der Galerie nicht nur etwas zu sehen. Es wird hier auch gearbeitet. Fluri spricht mit Schulklassen und Interessierten an Workshops über seine Arbeit und hilft bei eigenen Modellen weiter.

An den Samstagen vom 20. Und 27. Oktober finden ab 14 Uhr ebenfalls in der Galerie Werkstattgespräche statt. Anschliessend können Interessierte unter Anleitung des Künstlers Papiermodule für die Ruine Neu Falkenstein herstellen. Dies geschieht auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik Balsthal, heute der Swiss Qualitiy Paper. Da es sich um eine relativ nasse Angelegenheit handelt, wird empfohlen, Gummistiefel zu tragen.

Am Donnerstag, 25. Oktober hält Kurt Meier, Schlossverein Balsthal, im Rössli ein Referat zur Geschichte der Burg Neu Falkenstein. Ebenfalls dort ist am Freitag, 2. November um 17 und um 20 Uhr das Kunstmärchen «Die schneeweisse Prinzessin» mit Figuren von Veronica Medici zu sehen.

Am Sonntag, 4. November findet die Finissage der Aktion «Balsthal weiterdenken» auf dem Gelände der Ruine Neu Falkenstein statt. Dies gibt Gelegenheit, die künstlerische Intervention auf der Burg näher zu besichtigen.

Diese ganze Kunstaktion, sowie das Galerie Rössli-Jubiläum bilden den Abschluss der 1050-Jahr-Feierlichkeiten von Balsthal. Das Aussenprojekt von Ruedi Fluri soll nach dem 4. November noch für eine gewisse Zeit auf der Burgruine bestehen bleiben.

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