Balsthal
Schluss mit der ständigen Angst vor Schäden: Nach Helikopter-Einsatz im Wald können Anwohner wieder beruhigt schlafen

Forst Thal hat mithilfe einer Helikopter-Equipe vorwiegend kranke Eschen aus dem Wald unterhalb der Ruine Neu Falkenstein geholt. Das gibt Sicherheit für die Anwohner unter dem Wald.

Fränzi Zwahlen
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In diesem Monat und noch bis in den März hinein wird in St. Wolfgang unterhalb der Ruine Neu Falkenstein eine Sicherheitsholzerei durchgeführt. «Es geht dabei darum, lose und unsicher stehende Bäume aus dem Hang zu holen, um damit für die Häuser darunter Sicherheit zu schaffen», erklärt Revierförster Kilian Bader von Forst Thal.

Tatsächlich ist es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Schäden an den Häusern entlang der Römerstrasse durch lose Äste oder Steine gekommen. Ein Glück, dass es bisher zu einem grösseren Unfall gekommen ist.

Bäume und Steine waren ständige Bedrohung

Die Anwohner des Weilers St. Wolfgang an der Römerstrasse können aufatmen. Seit Jahren leben sie in ständiger Angst, dass Bäume, die oberhalb ihrer Liegenschaften gewachsen sind, auf die Dächer ihrer Häuser fallen und Schäden anrichten können. Auch herunterrollende Gesteinsbrocken bedeuten eine grosse Gefahr, nicht nur für die Liegenschaften, sondern auch für die Anwohner selber.

Ein Wunder, dass bis jetzt keine Personenschäden zu verzeichnen waren. Das steile Waldstück ist teils in Privatbesitz, teils gehört es der Bürgergemeinde. In einem Schreiben orientierte Revierförster Kilian Bader von Forst Thal die betroffenen Liegenschaftsbesitzer: «Leider hat sich der Waldbestand in den letzten zwei Jahren stark verschlechtert. Ein sicheres Fällen einiger Bäume ist daher nicht mehr möglich.» Daher auch der Helikoptereinsatz.

Urs Wetzel, Anwohner, weiss zu berichten, dass erst kürzlich ein grosser Baum auf seinen gedeckten Freisitz fiel, dort in viele Stücke zersplitterte und das Dachfenster des Badezimmers zerstörte. Sein östlicher Nachbar, Hanspeter Hafner, schilderte ein Erlebnis der besonderen Art: «An einem Ostersonntag hatte es stark geschneit. Im Wäldchen oberhalb meines Hauses stürzte unter der Last des Nassschnees ein mächtiger Baum um, schlitterte talwärts, verlor dabei die Äste und donnerte mit seinem Stamm wie ein Prellbock in den Windfang meiner Wohnungstüre.»

Ein weiterer Liegenschaftsbesitzer, Urs Heutschi, erzählte von einem mächtigen Gesteinsbrocken, der einen Teil seines Gewächshauses niedergewalzt hatte. Die häufigen Steinschläge und Baumschäden in diesem Gebiet waren also bekannt.

Am Donnerstag kam dann ein spezialisiertes Team zum Einsatz, welches mit dem Helikopter das vorher von Bader ausgezeichnete Holz aus dem Wald holte.

Bruno Kissling

«Es waren insgesamt 65 Baumstämme, die so geholt wurden», erklärt Bader. Das entspricht rund 70 Kubikmeter Holz. «Vorwiegend mussten wir die von der Eschenwelke befallene Eschen rausholen.» Rund zwei Stunden hat der ganze Helikoptereinsatz gedauert; die Arbeit ging also recht zügig voran. «Bei einem solchen Einsatz ist die Vorbereitung das A und O», sagt Bader weiter.

Wurzeln von Schädlingspilz befallen

«Wir haben bei den betroffenen Bäumen dann auch festgestellt, dass es höchste Zeit war, diese zu holen, denn vielfach war auch schon die Wurzel von dem Schädlingspilz befallen, was die Standfestigkeit der Bäume natürlich enorm schwächte.» Die Spezialisten kamen mit 13 Mann auf den Platz, davon ein Helikopterpilot.

Sie arbeiteten im Wald, wo sie die vorher markierten Bäume anseilten, dann fällten, so dass sie der Helikopter noch stehend gehoben und wegtransportiert werden konnten. «Vorher wurde genau abgesprochen, welcher Baum wann und mit wieviel Gewicht gehoben werden konnte», erläutert Bader weiter, «denn besonders schwere Bäume konnten nur geholt werden, wenn die Spezialisten den Stamm vorher von oben her in zwei oder drei Teile sägten und diese dann stückweise vom Helikopter abtransportiert wurden.»

Man habe aber noch lange nicht alle zu fällenden Bäume mit dem Helikopter holen lassen, führt Kilian Bader aus. «Einige, die wir fällen, bleiben im Wald. Damit wollen wir die Schutzwirkung des Waldes erhöhen, indem wir Stämme quer im Wald platzieren. Diese sollen Steinschläge aufhalten. Zudem wird nach der Holzerei auch noch eine Schutzvorrichtung mittels Netzen eingebaut. In Kürze wird dafür ein Baugesuch «Schutzbautenprojekt» von der Einwohnergemeinde Balsthal eingereicht.»

So nah kommen die sturzgefährdeten Bäume an die Häuser an der Römerstrasse in Balsthal.

So nah kommen die sturzgefährdeten Bäume an die Häuser an der Römerstrasse in Balsthal.

Peter Wetzel