Balsthal
Ehemalige Jungwacht-Mitglieder graben 20 Jahre alten Schatz aus - und finden alte VHS-Kassette

Vor zwei Jahrzehnten haben ehemalige Mitglieder der Jungwacht Balsthal eine Truhe im Wald versteckt. Beim Ausgraben kam nun unter anderem eine alte VHS-Kassette zum Vorschein – und der Film war sogar unbeschädigt.

Rahel Bühler
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Ehemalige Mitglieder der Jungwacht Balsthal graben einen alten Gruppenschatz im Balsthaler Wald aus.

Ehemalige Mitglieder der Jungwacht Balsthal graben einen alten Gruppenschatz im Balsthaler Wald aus.

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Die Jungwacht Balsthal hatte Anfang der 2000er-Jahre einen Brauch. Jede Gruppe hat im Wald einen Schatz vergraben. Der Inhalt: Was sie vorher in zahlreichen Gruppenstunden zusammen gebastelt hatten, wie Fotos, Zeichnungen. Das Ziel: Die Truhe irgendwann wieder auszugraben und die alten Dinge hervorzuholen.

Das haben acht ehemalige Mitglieder der Balsthaler Jungwacht am vergangenen Samstag getan: Mit Schaufeln bewaffnet, haben sie sich ins Waldgebiet aufgemacht, das den Namen Oberberg trägt. Einer davon war Nino Joller, heutiger Präsident des Naturparks. Er erinnert sich ans Vergraben vor 20 Jahren: «Das ging relativ zügig.»

Damals bestand die Gruppe aus 14 Teilnehmern im Alter von etwa sieben Jahren. Die Leiter, zu denen er gehörte, waren zwischen 13 und 14 Jahre alt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Jungwacht und der Blauring in Balsthal noch getrennt. Mittlerweile ist es ein Verein.

Der Schatz war in etwa 40 Zentimeter Tiefe versteckt

Von den damaligen Mitgliedern haben sich am vergangenen Samstag acht zusammengefunden. Die erste Herausforderung für die ehemaligen Jungwachtmitglieder war, das Versteck des Schatzes wiederzufinden. «Wir wussten: Er ist unter einer Feuerstelle vergraben», berichtet Joller. Mittlerweile befinden sich in diesem Waldstück aber drei Feuerstellen.

Über zwei Stunden haben die Männer nach dem Schatz gesucht.

Über zwei Stunden haben die Männer nach dem Schatz gesucht.

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Und eine davon hat sich in den vergangenen 20 Jahren etwas verschoben. Deshalb brauchten die Männer etwa ein halbes Dutzend Anläufe und etwa zweieinhalb Stunden, bis sie die richtige Stelle gefunden haben. Alte Spuren am Boden und Asche haben sie laut Joller an die richtige Stelle geführt. «In einer Tiefe von circa 40 bis 50 Zentimeter sind wir dann fündig geworden.»

Als sie den Schatz gefunden hatten, lautete die grosse Frage, in welchem Zustand er ist. «Zum Teil ist er sehr schlecht zwäg», meint Joller dazu. Auf manchen Zeichnungen und Fotos sei nicht mehr viel zu erkennen. Andere Dinge hätten sich aber gut erhalten.

Unter den ausgegrabenen Dinge sind Gipsmasken, Fotos und Zeichnungen. Sie sollen nun digitalisiert und archiviert werden.

Unter den ausgegrabenen Dinge sind Gipsmasken, Fotos und Zeichnungen. Sie sollen nun digitalisiert und archiviert werden.

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So zum Beispiel ein Sackmesser, auf dem der Gruppenname von damals eingraviert ist. Oder Gipsmasken, die die Jungs vor 20 Jahren gefertigt haben. Auch eine Flasche Wein hatten sie damals in die Truhe gelegt. «Wir konnten ihn tatsächlich noch trinken.» Höhepunkt sei aber die VHS-Kassette mit einem 50-minütigen Video.

Man habe viele Samstagnachmittage mit der Produktion des Videos verbracht, ist er sich sicher. Was genau drauf war, habe man nicht mehr gewusst. Viele hätten sich nur an einzelne Sequenzen erinnern können. Als sie das Video schauten, kam eine Geschichte mit Entführung, Verfolgung und Happy End hervor. Darunter seien auch diverse Actionszenen gewesen.

«Es war sehr amüsant, das Video wieder zu sehen»,

berichtet Joller. Auch beim Ausgraben des Schatzes selbst sei Abenteuerstimmung aufgekommen. Umso schöner sei es gewesen, dass sie mit einem Erfolgserlebnis belohnt worden seien.

Die Männer wollen die ausgegrabenen Dinge nun digitalisieren und archivieren. Und sie so für künftige Ehemaligentreffen aufbewahren.

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