Balsthal
Anekdotische Fantasie und künstlerische Kreativität: Das machen Lex Vögtlis Arbeiten in der Galerie Rössli in Balsthal aus

Lex Vögtli zeigt in der Galerie Rössli in Balsthal neuere Arbeiten. Darunter sind auch multimediale Elemente wie eine Diashow über die vergangenen zwölf Jahre der ausgebildeten Zeichenlehrerin.

Eva Buhrfeind
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Die neue Ausstellung in der Galerie Rössli zeigt Arbeiten von Lex Vögtli.

Die neue Ausstellung in der Galerie Rössli zeigt Arbeiten von Lex Vögtli.

Eva Buhrfeind

Wenn man sich mit den in grauschwarzen Nuancen gehaltenen Bildern, die Lex Vögtli ab Sonntag, 21. November, in der Balsthaler Galerie Rössli ausstellt, vertraut machen möchte, empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Am besten schaut man sich zuerst die Diashow im zweiten Raum an. Und befasst sich dann mit den grossformatigen Farbcollagen im Kellergewölbe und im ersten Raum. Denn diese Bildgeschehen sind die Ausgangslage der subtilen wie vieldeutigen Stimmungen der Tiefdrucke. Vögtli stammt gebürtig aus Dornach und lebt mittlerweile in Basel.

Einmal mehr zeigt sich: Vögtlis Bilderwelten sind nicht beliebig oder fiktiv. Es sind surreale Welten, sich neu formierende Bildgeschichten. Sie spielen Realität und Fiktion gegeneinander aus und bleiben doch ernst bei der Sache. Ihre Bildideen, die formale Ausgestaltung muten immer noch subversiv an, wenn die vordergründige Wahrnehmung das nachhaltige Sehen untergräbt und man sich fragt: Wo fängt man an, wo hört man auf mit dem Sehen, dem Verstehen?

Die Künstlerin ist ausgebildete Zeichenlehrerin

Auch mit diesen Werken erweist sich die 1972 geborene, ausgebildete Zeichenlehrerin als eine raffinierte, mit den Inhalten operierende Geschichtenerzählerin: Die Blumenstillleben im ersten Raum zeigen keine vertrauten, floralen Wirklichkeiten. Ihre Blüten, Blätter und Vasen erhalten ihre eigenwillig floral anmutende Logik aus der anekdotisch raffinierten Komposition vielfältiger artfremder Details, Bildelemente und Motive.

Vögtlis Arbeiten bilden eine analoge Wirklichkeit ab. Es sind vor allem Printmaterialien quer durch Kunstbände, Plakate und Kunstgeschichte, die sie in Schnipsel zerlegt und zu grossformatigen Bildchoreografien neu arrangiert, fotografiert und dann im Tiefdruck auf ein kleineres Bildformat und das Farbigprächtige auf Schwarzgrauweiss reduziert. Derart, dass sich unflorale Elemente zu floralen Stillleben fügen: Vasen, Bouquets, Blüten, inszenierte Situationen.

Erzählerische Momente, deren Titel erste Hinweise auf imaginäre Poesien und bildhafte Gedankenwelten geben. Man muss genau hinschauen, neugierig sein, dann wird man überrascht, was sich in und hinter einem Bild verbirgt. Diese erst auf den zweiten Blick surrealen Choreografien werfen die Betrachtenden zwischen virtueller Wirklichkeit und faszinierender Illusion auf sich selbst zurück, sprechen eigene Projektionen an.

Monumentale Präsenz

Die Diashow im zweiten Raum mit Teppichen, Sesseln, Kuschelkissen lädt zum Verweilen ein. Sie führt durch private Räume der Künstlerin der vergangenen zwölf Jahre. In diesen Momentaufnahmen spiegeln situative Stillleben ihre künstlerischen Absichten. Das Wirkliche wird im künstlerischen Prozess zu einem Spiel mit der gestalterischen Verfremdung vertrauter Inhalte zur imaginativen Bildidee gebrochen.

Die monumentale Präsenz der Originalcollagen mit ihren mehrdeutig bestückten Staffagen, die kompositorische, malerische Raffinesse der unterschiedlichsten Bildzitate und -details generiert jene neue Wirklichkeit, die den Betrachtenden in den anmutigen Tiefdrucken eine neue anekdotische Sicht unwirklicher Dinge schenkt.

Bis 12. Dezember. Geöffnet: Freitag 18–21 Uhr, Samstag 15–18 Uhr, So 11–14 Uhr. Vernissage: Sonntag, 21. November, 11.30 Uhr, Einführung: Annelise Zwez. Lex Vögtli ist bei der Eröffnung, am 4. und 12. Dezember anwesend. Es gelten die aktuellen Covid-19-Massnahmen.

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